Archiv für März 2007

Fick dich Henry Maske!

Jacques Palminger hat einen Soundtrack zum Comeback des unsympathischen Rechtsauslegers gemacht.

(via crisco-connection)

Nur mal so # 2

Just blogt sehr tolle Dinge!
(Seit Prag bin ich ja jetzt auch voll auf Kunst und so)

Refresh the F-Word (Fußball)

Dass Fußball nach Schispringen die langweiligste Sportart überhaupt ist, dürfte ja inzwischen hinlänglich bekannt sein (leider haben das immer noch nicht alle verinnerlicht) . Und selbst der vielbeschworenen „dritten Halbzeit“ ist nichts wirklich interessantes abzugewinnen. Auf jedem Dorffest kann man diesbezüglich mehr Action haben, schon alleine weil die Bullen nicht von Anfang an als Spielverderber auftreten.
Allerding steckt in Fußball durchaus auch viel Potential. Man muss es lediglich ein klein bisschen modifizieren. Auf eine dieser etwas anderen Herangehensweisen wies Platzpatrone zu recht hin. In diesem Sinne: Refresh the F-Word!
(und nicht vergessen: fight homophobia!)

Prag # 2

Bin gerade aus Prag wieder gekommen und habe jetzt, glaube ich, ne komplette Kulturüberdosis. Zwar konnten mit Hilfe des äußerst billigen Bieres (ca. 70 cent der halbe Liter Bier) und diversen Spelunken Kontrapunkte gesetzt werden dies ist aber auf Dauer ja auch ein bisschen anstrengend.
Die Zusammenfassung von einer Woche Prag:
-Habe mal nen Picasso und nen Georg Grosz im Orginal gesehen.
-Jetzt weiß ich wirklich was Touristenmassen sind
-Jetzt weiß ich noch genauer was Touristenmassen bedeuten
-Ein wenig Trash wurde sich auch angeschaut
- Noch mehr Kulturkrempel (weiß nicht mehr was das alles war)
- Feiern gegangen. Zum Beispiel hier und hier
- Noch mehr Geschichte angeschaut. Z.B. das
- Ansonten viel rumgelaufen und sich die Stadt angeschaut.
Und noch mehr halt in irgendwelchen Kneipen abgehangen…

Hier mal ein paar Eindrücke:
u-bahn prag

roxy prag

prag

jüdischer friedhof prag

Nachrichten aus dem Dorf # 2

Dat wär doch auch noch so jen Fall für TKKG jewesen.

PS: Prag in Bild und Wort folgt demnächst.

Urlaub in Prag

In Prag bin ich angekommen, obwohl alle Fahrgäste aufgrund des giftigen Qualms eines Kabelbrands im Bus um Jahre gealtert sind (Fahrer: „Räucherware hält länger hua hua hua“).
Die Klitsche die mich beherbergt schreit übrigens nur so nach meiner Zielgruppe:
- Ein gezapftes 0,5 Bier zum einchecken gratis, jedes Weitere 25 Kronen. Zwischen 19 Uhr und 20 Uhr happy hour (eins zahlen zwei bekommen)
- kostenlose Benutzung des Internets
- Frühstück bis 14Uhr
- Die einzigen Trinkspiele die verboten sind, sind die, bei denen auf den Tisch getrommelt werden muss (Nervt den Chef zu sehr)

Doof ist nur dass ich jetzt schon zum zweiten mal auf den Dackel des Besitzers getreten bin.
Gleich geh ich mir mal die Stadt anschauen, dass was ich bisher gesehen habe erinnert mich eher an Connewitz vor 10 Jahren als an eine Tourimetropole.

„Heute habe ich mich beim chillen wieder unglaublich verausgabt“

chillen

Gute Nachricht
Obwohl es Demokratiesupport ist: Ich finds knorke! (war auch echt ne absurde Kacke)

…und jetzt geh ich pumpen

Rolf Kalmuczak ist tot

Tja who the fuck ist Rolf Kalmuczak? Rolf Kalmuczak ist eher unter dem Namen Stefan Wolf bekannt und hat so etwas wie den militanten Arm der Jungen Union erfunden – die TKKG Bande. Diese vier Spaßbefreiten Teenager die mit Vorliebe gegen klischeeböse „Penner“ mit illustren Namen wie „Katzentot“ vorgehen , waren ja durchaus so etwas wie die Anleitung fürs „gut“ sein: Gabi als Frau immer schön Tarzan hinterhergedackelt, alle voll so ohne Drogen dafür immer gut drauf wenn der Polizei wieder geholfen werden konnte und alle, ganz klar, mit den besten Manieren ausgestattet so dass „Knigge“ seine Freude gahabt hätte. Na ja, bis auf Klößchen halt. Irgend einen Trottel brauchts nämlich (Witzigkeit kennt bekanntlich keine Grenzen) auch. Und so besteht seine Rolle in erster Linie aus „dick sein“ und immer nach was Essen fragen.
der militante arm der ju
Auf über 150 Folgen schaffte es TKKG die alle von Kalmuczak aka Wolf, so versicherte er, selbst geschrieben wurden. Na dann ist ja vielleicht jetzt mal Ruhe im Karton und „Katzentot“ kann sich wieder in Ruhe die Kante geben und was zu Essen klauen, die UFO – Sekte ist auch wieder happy beim Versicherungsbetrug und in Bad Zockerhausen füllen sich allmählich wieder die Tische beim illigalen Roulette.

Wer ein bischen schmunzeln möchte sei die TKKG-Folge NR: 26 – „Das Geiseldrama“ empfohlen (TKKG v.s. Brigade Staatsfeind)

Komisch…

…ich habe seit 16 Stunden Urlaub und schon 3 Überstunden gemacht. Naj ja, Freitag gehts nach Prag.

Ich habe meinen Frieden gemacht

Schon klar dass fast alle Musiker in ihren Texten irgendwann mal mit ihren Problemchen die sie mit der Welt so haben an die Öffentlichkeit treten – kennt man ja. Ein paar dieser Musiker die dies sehr exzessiv betrieben haben war die Göttinger Emo-Punk-oder-sontwas-Band Katzenstreik. Das generelle Leiden wurde hier in eine romantisiert- kitschige Form gegossen und durch Verzichtsethik, MRT und wohnen auf einem Wagenplatz kompensiert.
Textlich schlug sich dies in Zeilen wie

„Es wohnt schon so lang in meinem Kopf und meinem Fuß,
Barfuß vom Wagenplatz zu Plus“ (Trompete)

nieder.

Ab und zu wurde dann das eigene Lebensgefühl auch als Kritik an der Linken verstanden. Ein absoluter Renner war in diesem Zusammenhang das Lied Hassmaske. Zitat gefällig:
„Ich will, ich will tobi – vencha sein
ich will, ich will meine Lebendigkeit
ich will, ich will sie nicht auf irgendsoner scheiß M-Demo
oder sonst wo verlieren“

Ich selbst sah mich auch Vorwürfen eines Bandmembers ausgesetzt als er meinte „von deinen Hosen könnte ich 3 Monate leben“
Lange Rede kurzer Sinn ich kann diese Band sowohl textlich als auch musikalischen eigentlich überhaupt nicht ab. Und so war es mir auch scheißegal dass sie 2006 eine neue LP rausbrachten die es sogar zu ein wenig Anerkennung und Prominenz schaffte.
Vor kurzem wies mich allerdings der Schlagzeuger der Band (mit dem ich mich inzwischen einigermaßen verstehe) auf den Hasskappen remix, der wohl auch auf der Platte ist, hin. Und siehe da, welch positive Überraschung ist da zu hören. Textlich sind zwar ganz schön grobe Schnitzer drin aber das Ding ist ein sehr gut hörbarer Electrosong geworden den es hier gibt – ich bin begeistert und habe, glaube ich, meinen Frieden mit dieser unsäglichen Band gemacht (Die anderen Lieder von ihnen höre ich mir trotzdem lieber nicht an)

Nur mal so

multitool

Und ne sympathische Frisur hat er auch noch.

Nachrichten aus dem Dorf 1

Wenn der Mief der Kleinstadt auf den in ihr ebenfalls vorhandenen linksliberalen pseudo Weltoffenenheitsanspruch trifft dann wird es recht schnell nicht mehr so gut aushaltbar. Ein Ergebnis dieser Paarung stellte das (oder der) Nörgelbuff in Göttingen dar – Ein Manifest der Geschmacklosigkeit welches über mehrere Jahrzehnte seinen festen Platz in der Göttinger Innenstadt hatte bis es 2005 dicht machte. Von da an mussten Bands die schon vom Namen her eine Mischung aus Mitleid und Fremdschämen (z.B. „soulcake“ oder „querbeat“) verursachten sich neue Wirkungsstätte suchen was ihnen jedoch zum Glück weitestgehends misslang. So weit so gut. Und da man ja immer mal wieder dazu neigt schlimmes zu verdrängen geriet das Nörgelbuff zumindest bei mir in Vergessenheit.
Und dann lese ich heute das. Ich seh vor meinem Auge schon diverse mit Lederwesten und Karohemden ausstaffierte Linksparteimitglieder die völlig aus dem Häuschen sind und ihre Stonewashed-Jeans schon für April bereitlegen. Also dann auf eine weitere Zementierung von linksliberaler Keinstadtmief und schlechtem Musikgeschmack
Ach… versteht mich nicht falsch, gegen den Kleinstadtmief ist überhaupt nichts einzuwenden. Aber authentisch muss er sein.