Archiv für Juni 2007

Nur mal so #5

Am 7.Juli geht die Tour de France los

Au Backe! – Die Göttinger Antiipms machen auf Hip Hop

Die Göttinger Antiimps wollen sich nach diversen SKA-Basken-voll-so-wir-da-unten Abgefeiere offensichtlich eine neue Zielgruppe erschließen. Diesmal ist Hip Hop an der Reihe: Weil dieser echt voll derbe Underground ist und angeblich ständig die Staatsmacht fronted gibt`s „alda digga, ist echt derbe“ ne ordentliche Jam um den antifaschistischen linken Widerstand zu repräsenten. (So was gab`s auch schon mal von den Erzfeinden aus dem A&K Umfeld, nur in nicht ganz so platt)
Und wie das dann so ist, wenn man auf die wahnsinns Idee kommt, ausgerechnet das Konzept der Subkulturen zur emanzipativen Speerspitze in der Gesellschaft zu erklären und diese gleich für sich nutzen will, bleibt es einem nicht erspart in der Umsetzung einiges falsch zu machen:

Fangen wir bei dem Ankündigungsflyer an. Das Positive vorweg: Aus dem kartonierten Papier kann man sehr schöne Filtertips drehen. Vom Layout dürfte der Flyer allerdings eher keine streetcredibility bekommen. Nicht nur dass das Layout mehr als dürftig ist, ein absolutes „Don`t“ bei Hip Hops ist an Tags angelehnte Computerschrift. Nun ja, die in diesem Bereich sehr empfindliche, Hiphopcommunity hatte zumindest keine Bedenken, dass ein plumper Vereinnahmungsversuch vorliege. Ein Großteil der Göttinger Writer schmiss sich nämlich bei Betrachtung des Flyers vor Lachen in die Ecke – Zielgruppe verfehlt.
Auf der Rückseite findet sich noch ein eigentlich sehr langweiliger Text der vom Schreibstil so wirkt als hätte ein Sozialpädagoge zu oft ins Langenscheid Lexikon der Jugendsprache geschaut, um, wer hätte es gedacht, die angeblich so tollen Möglichkeiten für linke Politik ausgerechnet im Hip Hop angepriesen werden – „yo bitch, ich king du toy – lutsch meinen Schwanz“– das wird bestimmt ein hervorragendes Projekt.

Zu ner ordentlichen Jam gehören natürlich auch ein paar Artists. Und da gibts ein Line Up das für einen Raphead etwa so interessant sein dürfte wie für einen Writer das Spiel Malen nach Zahlen. Als Zugpferd kommt „Main Concept“. Main Concept ??? Ach genau! Diese Gruppe die sich seit der Münch Mob EP von 1995 konsequent weder technisch noch inhaltlich weiterentwickelt hat.
Natürlich darf bei einem solchen Megaevent wie dem Göttinger Antiimpjam auf keinen Fall die Moralapostelstars der veganen VoKü Szene fehlen: Chaos one und Lotta C. Der Typ hat wenigstens den Vorteil, dass er auch durch die größte Anlage so kraftlos rapt, dass man sich bequem neben der Box unterhalten kann, dies wiederum birgt den Vorteil in sich, dass man von seinen Texten, die in etwa so gehaltvoll wie ne Indymediadiskussion über Mülltrennung sind, verschont bleibt.
Ein besonderer Genuss dürfte allerdings der aus Göttingen stammende „ein Mann und ein Mikro“ Caho und sein Patner Gemini sein. Spätestens wenn sie ihren „Shit spitten“, „Penis auf das Rapbiz“ geben und davon erzählen dass sie „ein Ding wie Pinocchios Nase“ in der Hose haben darf man gespannt sein wie die Veranstalter dies mit ihren eigenen Inhalten unter einen Hut bringen.
Dann gibt es noch Independenzia aus Bielefeld (gibts die eigentlich wirklich). Independenzia sind so Langweilig dass es sogar zu öde ist sich über sie lustig zu machen.
Die einzige Positivausnahme im Line Up sind die alten Prolls von Microphone Mafia aus Köln die ungefähr alle 3 Monate ins Dorf kommen. Aber 15 Euro (so viel soll das Ganze kosten) gebe ich dann lieber doch nicht für eine einzige sehenswerte Combo aus.

Bleibt noch eine Frage offen: Wo ist Holger Burner?

Fundstück

Wenn ich studieren würde, hätte ich wahrscheinlich schon mal die gewählt:

Da bin ich wieder…

Tja, in letzter Zeit hatte ich ne Menge um die Ohren, deshalb ist dieser Blog, welcher übrigens, um Missverständnisse zu vermeiden, einzig dem Zwecke des postpubertärem Rumgestänkere mit Revolutionsattitüde im Stand-by-Modus dient, zu kurz gekommen. Jetzt sitze ich aber, gerade frisch vom Matterhorn heruntergespült (dazu wann anders mehr), in Zermatt und weiß nichts so richtig mit meiner Zeit anzufangen. Deshalb im Folgenden ein Kurzabriss der letzten Wochen:

1. Ich ziehe Eckkneipen eindeutig irgendwelcher pseudo-avangard-livestyle-Szeneläden vor, da ich bei ersterem wenigstens weiß wie man sich zu benehmen hat.

2. Es tut mir gegenüber der sehr engagierten Tänzerschaft für eine bessere Welt im Hier und Jetzt leid, dass ich während dieses komischen Umzug durch Berlin immer mal wieder die Idylle durch „Ho ho Ho Chi Min!“ und „Leute runter vom Balkon! Unterstützt den Vietcong!“ – Rufe gestört habe (irgendwie war ich nicht zurechnungsfähig, siehe Punkt 1)

3. Natürlich war ich am 2.Juni NICHT in Rostock. Wo kämen wir denn da auch hin, wenn man auf einmal den Anspruch hätte, die Kritik die man hat auch noch an die Zielgruppe vermitteln zu wollen.

4. Mittenwald ist hässlich

5. in Kassel gibt`s nen Bomber Harris Garden „in der Kriegsbaulücke deines Vertrauens“ (mit kostenloser Grillbenutzung, kein Scheiß)

6. Über den Rest Rede ich nicht.