Archiv für August 2007

Nur mal so #9

Edit: Falls ihr wirklich lustige Witze hören wollt müsst ihr mal Babybär anhauen wenn er euch bei gelegenheit mal über den Weg läuft…

Weil ich voll so der streetcredibility Typ bin hocke ich nicht nur im linken Elfenbeinturm herum sondern wage es ab und zu mich auch unter normale Menschen zu begeben – was natürlich fast immer unerträglich ist. Ab und zu ist es aber auch unterhaltsam: Als ich vor kurzem in der Muckibude war konnte einer der Bollos mit einem, für seine Verhältnisse, lustigen Witz auftrumpfen:

Was macht eine Mutter in Brandenburg, wenn sie in`s Zimmer ihres Sohnes geht?

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Don‘t touch my music!


Alda! Südniedersachsen Crime-Area! Kein Plastik!

„Ruhestörer verprügeln Wachmann in Friedland“

„Bei Polizeieinsatz Streifenwagen beschädigt“

Nur mal so #8

„Islamisten tritt man nicht auf die Füße, sondern ins Gesicht“

Oha! Aber offensichtlich zeichnet sich bei der antideutschen Glaubensgemeinschaft nicht nur Inhaltlich eine Verrohung ab, auch Optisch wird sich der Barbarisierung hingegeben… Meint man zumindest wenn man Siggie, der Oben angeführtes Zitates auf dem Kindermobcamp in Oberhausen losgelassen hat, betrachtet: klick!

The truth lies in Rostock


Auch wenn es sich in der Qualität deutlich unterscheidet so erinnern die Ereignisse in Mügeln von ihrer Tendenz in Teilen an die in Rostock Lichtenhagen vor genau 15 Jahren, vom 22. bis zum 26. August 1992. Damals griff ein Mob, ebenfalls bestehend aus normalen Deutschen und offen auftretenden Neonazis, über mehrere Tage hinweg unter den Augen der Polizei das Sonnenblumenhaus, eine sog. „zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber“, an.

An dieser Stelle sei auf den Film „The truth lies in Rostock“ aufmerksam gemacht durch den nicht gerade wenige der 90`er Jahre Antifas (ich auch) stark geprägt waren. (Achtung das Ding ist knapp 700MB groß)

Kollateralschaden
Da ich letzten Freitag den Absprung (nach Hause ins Bett) verpasst habe bin ich nach sehr langer Zeit mal wieder beim Göttinger Antifacup (Das ist so ne Art Fußballtournier nur in spaßbefreit aber dafür kreativ bis zum Umfallen und ohne Konkurrenzgedanken) gewesen. Bis Sonntag Morgen schämte ich mich noch ein wenig für das, aus meinem nicht ganz nüchternen Zustand resultierenden und in großen Teilen wirklich blöden Gelaber welches ich beim Zuschauen betrieben habe. Seit Sonntag Morgen wird dies durch das Schämen für die sehr vehement vorgetragene und in ihrer praktischen Umsetzung ein wenig aus dem Ruder gelaufene Kritik an der Musik der Antifacupparty im T-Keller überlagert (Liebe DJ`s, nur einmal Roland Kaiser spielen hätte wirklich viel verhindern können). Die entscheidende Frage des Wochenende ist übrigens: Kann sich der hier noch an die durchaus nette und etwas längere Aftershowparty mit uns erinnern?
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Industriegebietsdisco Philosophie
Nein nein, Scooter sind nicht einfach irgendwelche Technobollos aus Hannover. Mit ähnlichem Tiefsinn wie bei früheren Werken, z.B.“HOW MUCH IS THE FISH?“ oder „ITS NICE TO BE IMPORTEND BUT ITS MORE IMPORTEND TO BE NICE“ präsentiert sich auch ihre neue Single.
Hier ist:
„THE QUESTION IS WHAT IS THE QUESTION?“

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Das hier wird, glaube ich, sehr gut.

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Ach ja: Mügeln ist ein Arschloch und ich manchmal Fan von konsequenten Maßnahmen gegen ostdeutsche Dörfer.

Should I Stay Or Should I Go? Ein paar kurze Gedanken zum Göttinger „Häuserkampf“

Ob es an der Dankbarkeit für das gestopfte Sommerloch oder an dem Hang zur Subkulturromantik liegt kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall geht im Dorf etwas seltsames vor sich:
Scheinbar wurde sich darauf geeinigt, dass man die Kampagne „here to stay – Linke Freiräume schaffen und verteidigen“ sau gut findet. Die Presse ist wohlwollend wie lange nicht mehr, die Bullen lügen (nicht nur zum Erstaunen des knallhart kritischen Politjournalisten von GOEST) die TeilnehmerInnenzahlen nur ein wenig herunter und die Konzertgruppe4 kündigt auf einmal Aktionen der ihr sonst so verhassten „Szene“ an. Selbst Leute (zB subwave und heuschreck) die sonst nicht gerade zimperlich mit Kritik, ins Besondere an der Linken, sind, gehen in diesem Fall erstaunlich unkritisch zu Werke (mal abgesehen von einer kleinen Verstimmung wegen ein paar Viechern auf dem here-to-stay Demoplakat). Dabei reproduziert gerade diese Kampagne einiges bei dem ich gehofft habe, dass die Linke dies allmählich mal überwunden hätte. Man werfe einen Blick auf den Aufruf zur Demonstration am letzten Wochenende:

„Es ist nicht einmal nötig, mit dem eigenen Verhalten den reibungslosen Konsum zu stören. Es reicht schon, dass Menschen selbst nichts dazu beitragen; schon gelten sie als Störfaktoren, denen kein öffentlicher und an bestimmten Orten auch kein privater Raum gewährt wird. Wie friedliche Inseln im tobenden Meer erscheinen da die sozialen und kulturellen Institutionen, die wir als linke Freiräume innerhalb der bestehenden Verhältnisse verteidigen wollen.“

Statt dass „here to stay“ erklärt was den gewalttätigen Verhältnissen zu Grunde liegt und woraus der Ausschluss von Menschen resultiert und deshalb vielleicht auf die Idee kommen, die Forderung nach einer Beteiligung am gesellschaftlichen Reichtum aufzustellen, loben sie mit einem gewissen Hang zum Kitsch, ihre kleinen „Inseln im Sturm“. Dass sich gerade diese Inseln über (kulturellen) Ausschluß definieren und nur dann für sich erfolgreich sein können wenn sich in einer Minderheitenposition aus Verbalradikalität und Subkultur gesuhlt wird (es geht ja bei den Freiräumen in aller Regel darum sich kulturell zu unterscheiden, nicht zu agitieren), wird natürlich nicht erwähnt.
So ist es auch eigentlich nur Konsequent, dass es der Kampagne nicht um ein Verbessern der eigenen Lebensumstände geht sondern ausschließlich um den Erhalt ihrer, im Übrigen meist ärmlichen, Wohnverhältnisse bzw. Abhängmöglichkeiten.

Im weiteren Text darf dann endlich auch der aktuelle Held der Linken, Herr Ardono, selbst zu Wort kommen (allerdings nur einen Halbsatz lang der so aus dem Kontext gerissen ist, dass er völlig bedetungslos bleibt, naja Zitat ist ja Zitat) und „here to stay“ erkennt ganz Richtig, dass die Angelegenheit mit den Freiräumen nur eine Relative sein kann welche sich nicht außerhalb der gesellschaftlichen Totalität bewegt. Trotzdem wird ein Satz weiter zur kollektiven Simulation einer besseren Welt aufgerufen:

„Dennoch stehen diese Freiräume für den kollektiven Versuch, emanzipatorische Ideen im Alltag zu verwirklichen, soweit dies trotz der miesen bestehenden Verhältnisse eben möglich ist.“

Aber was sollen denn die emanzipatorischen Ideen sein und worin unterscheiden sie sich von einem gewöhnlichen WG-Alltag : Mietverträge die nur vom Hauptmieter unterschrieben werden? Haare Schwarz färben? Transpis aus dem Fenster Hängen? Zusammen Simpson schauen? Kaffeetrinken auf der Bank vorm Haus?
Eigentlich ist es aber auch egal was denn nun genau gemeint ist, da die Here to stay Leute hinter ihre eigene Erkenntnis zurück fallen und das gesellschaftlichen Prinzip Kapitalismus in dem Moment verharmlosen, in dem sie propagieren, dass man jetzt mal in seinem Freiraum emanzipatorisch (mir fällt gerade auf wie nichtssagend dieser Begriff ist) Ideen verwirklichen würde und dadurch den gesellschaftlichen Bedinungen in irgend einer Form entkommen könnte.
So sympathisch ich es auf der einen Seite finde wenn sich Leute mit ihrem Vermieter anlegen so anstrengend ist es auf der anderen wenn schon wieder nicht über das Unmittelbare hinausgegangen wird und die Argumentation letztendlich eine moralisch individuell bleibt.

Großstadtfeeling

Ich fahre doch erst Morgen nach Leipzig. Da ich aber am Abend auf der Feuertreppe des Idunazentrums abgehangen habe, fühle ich micht trotzdem unglaublich urban…
Gleich gehts dann mal entgegen der ursprünglichen Planung ins JuzI.


Nur mal so #7

„Wenn die Deutschen einen Bahnhof besetzen wollen,
dann kaufen sie sich vorher eine Bahnsteigkarte“

W.I.Lenin

so viel dazu


Streikende in Spanien 1932

Ich mach mal nach drüben


Wenn ich mal wieder zum KO (der Koordinierungskreis oder Plenum) ins Göttinger JuzI gehe oder wie zuletzt auch mal dorthin zitiert werde, stelle ich mir vor, dass so die 80er gewesen sein müssen. Also eigentlich überhaupt nicht meine Welt. Weil ich aber doch auch nach wie vor so ein oller Bewegungsfetischist bin und durchaus auch zu dem ein oder anderen günstigem Getränk tendiere, gibt es immer mal wieder Momente der Versöhnung.
Am Wochenende feiert das Juzi übrigens 25 jähriges bestehen und wird bestimmt reichlich beschenkt – ich hätte da auch noch ein Geschenk.

Auch am Wochenende ist die „here to stay“ Demo – eigentlich eine unterstützenswerte Angelegenheit. Was sich die Autoren allerdings bei dem Aufruf gedacht haben ist mir ein Rätsel. Entweder ich peil es einfach nicht oder aber der Mix aus kritischer Theorie, Freiraumidiologie, ein wenig Nostalgie und der schlichten Bitte doch nicht das Mietverhältnis zu ändern, ist tatsächlich nicht so richtig unter einen Hut zu bringen.

Na ja, ich für meinen Teil werde eh an beiden Events nicht teilnehmen, sondern nach etwas längerer Zeit mal wieder nach Leipzig fahren….

Oops I did it again!

letzten Samstag kam gegen frühen Abend irgendjemand auf die Idee man könne ja mal wieder Jägermeister trinken….
…Am Sonntag Mittag stolperte ich dann mit anderen alkoholisierten Gestalten aus der Unterschichts- und Vollprollkneipe „Futtergrippe“ dem Sonnenlicht entgegen.

Im Nachhinein macht sich bei mir übrigens eine große Erleichterung breit, dass wir in dem gerade angesprochen Etablissement nicht auf Eltern meiner Klienten getroffen sind, da einige der Beteiligten, aufgrund der Uhrzeit und diverser Bier-Schnaps-Kombinationen [Fachsprachlich auch „Herrengedeck“ genannt], sich nicht unbedingt von der allerbesten Seite präsentierten:

Abbildung ähnlich

Wegen der Ausdünstungen, mit denen ich meine Umwelt drei Stunden später beim Klettern belästigte, schämte ich mich dann doch auch ein bisschen.

Zur Kenntnisnahme

Wie zu erwarten ist das neue K.I.Z.-Video ein Knaller geworden. Natürlich dürfen Tabubrüche dabei nicht zu kurz kommen – kennen wir ja…. Nur, dass es diesmal in eine, für Hip Hop, sehr sympathische Richtung geht.