Archiv für November 2007

„Monty und andere Schädel“

Der G8-Gipfel ist vorbei, die Revolution hat nicht stattgefunden. Aber sonst war alles dabei, ein „Aktionstag Landwirtschaft“, eines der größten Polizeiaufgebote in der Geschichte der BRD, „massenhafter ziviler Ungehorsam“ (Interventionistische Linke), eine große linke Großdemonstration, zahllose Verhaftungen, ein ordentlicher Krawall, die Funktionäre der Bewegung der Funktionäre, Distanzierungen und Solidarisierungen, eine „neue Qualität der Gewalt“ (GdP), ein echter Düsenfliegertiefflug, gutes Wetter, schlechtes Klima, ein „rave against the machine“, Wodkaredbull, und, und, und – und das „…ums Ganze“- Bündnis.

Auch wenn es nicht ganz meine Position zu dem AntiG8-Krempel trifft, es gibt Nachbereitungspapiere die machen Spass zu lesen.

Achtung: Am Ende dieses Textes steht keine Parole.

Nur mal so # 16

Wagensportliga Göttingen:

“Zu einem nicht alltäglichen Unfall wurden am Donnerstagabend Polizeibeamte aus der Wache Otto-Hahn-Straße gerufen – obwohl schon jede Menge Polizisten vor Ort waren. Ausgerechnet vor der Wache waren zwei Streifenwagen der Polizeiinspektion kollidiert. Die vier Insassen wurden dabei jeweils leicht verletzt und mussten ambulant versorgt werden. Einer der beteiligten Wagen dürfte jedoch nur noch Schrottwert haben. Passiert war der ungewöhnliche Unfall, als ein VW-Bus der Polizei mit einem 20-jährigen Fahrer und seinem 45-jährigen Kollegen die Robert-Koch-Straße kreuzte, während zwei Kollegen (25, 42) mit Blaulicht und Martinshorn vorfahrtsberechtigt zu einem Einsatz in Richtung Innenstadt unterwegs waren. Wie es zur Karambolage kam, muss noch ermittelt werden – von der Polizei.”

(Göttinger Tageblatt)

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Gibt es eigentlich irgend so ne Bürgerbewegung (gerne auch militant) gegen diese motorisierten Laubbläser?
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Als ordentliche Klicknutte freue ich mich natürlich darüber.

Kleinanzeige #1

Bin auf der Suche nach dem Text „Mein Körper gehört mir“ von der Ollafa (man beachte, damals noch mit zwei „L“) der als Resümee aus der Göttinger Vergewaltigungsdebatte von 1995 entstand und durch die indirekte positive Erwähnung im Infantile Inquisition-Artikel der Bahamas bundeweiten Prominentenstatus erreichte.
Irgendwie hat den niemand mehr, bin sogar schon umsonst ins Infobüro gelatscht. Wenn den also noch irgendjemand hat oder weiß wo der zu bekommen ist wäre ich sehr dankbar wenn sich bei mir gemeldet wird.

PS: Warum gibt es im Jahr 2007 eigentlich noch Gruppen die keine Internetpräsents haben? Das ist ja quasi als Verweigerung gegenüber des Fortschritts als antimodern und somit reaktionär zu beurteilen, hehehe!

Irgendwie…

…ist mir seit ein paar Tagen nach unreflektierter, personalisierter und handfester Kritik.

Gruß (mal wieder) an den Hanballkumpel…

Edit: der Artikel ist übrigens vom Herrn Rakete

Nazi Rap – es gibt ihn doch (aka „Töne des Grauens“)

Ich habe immer gedacht, dass man sich für Nazis nicht fremdschämen kann. Mir deutet dieses unangenehme Kribbeln im Nacken und das ständig ungewollte einziehen meines Kopfes allerdings an, dass ich dies gerade tue.
Schuld daran ist das von ein paar „autonomen Nationalisten“, vermutlich aus dem Umfeld des „Aktionsbündnis Mittelhessen“, ins Leben gerufene „Projekt X – Hip Hop für Deutsche“. Drei Tracks haben die stolzen Deutschen schon zustande gebracht. Blöderweise scheinen sie beim Aufnehmen an irgendwelche Regler gekommen zu sein mit denen man die Stimmen hochpitchen kann und so heult einem eine viel zu leise, dafür aber um so depressivere Mickey Maus Stimme entgegen und jammert, mühselig in Reime verpackt, über die System Antifa und den Judenstaat. Leider haben sie auch nicht bedacht, dass der Gag an Hip Hop der ist, dass man auf den Takt eines Beats rappt und nicht versucht gelangweilte Schulklassen einer Orientierungsstufe beim Vortragen eines Gedichtes auf der jährlichen Weihnachtsfeier zu imitieren.

Die Kameraden scheinen noch nicht ganz so überzeugt von diesem Projekt zu sein. So meint ein Nazi in einem Thread zu Projekt X:

„HIP HOP ??? Ich kenne mich da bestimmt nicht aus, aber um zu sagen das es eher Sektenmeditationsentspannungsmusik für Vollidioten ist… muss man das auch nicht!“

Ich weiß, Nazizeug soll man nicht verlinken und so…. Hier aber trotzdem ein wenig Anschauungsmaterial:

Welcome to Göttingen City

Ach du Scheisse! Ich hätte niemals die Musiktips meiner Bekannten aus der Muckibude hören dürfen.
Jetzt habe ich davon nen Ohrwurm.
(Das Angebot mit ihnen nächstes Wochenende vor dem Gang ins Savoy noch ein bisschen vorzuglühen habe ich dann mal dankend ausgeschlagen)

EDIT: Mein all time Favorit, der Göttinger Obergansta, „Havanna Number One“ hat auch wieder ein paar knallharte Punshlines und „lyrics from the streets“ am Start und represented sein Viertel:
„der Ort an dem jede zweite Familie weint, weil ihr Sohn, entweder Tot oder im Knast, das ist Ort Grone Süd“
Und weil das Göttinger Ghetto so unglaublich hart ist hat er gleich noch nen Track gemacht. Diesmal inkl. Kritik am Geld.

17.11.1989

Dass es im Dorf keinen Stress mit Nazis gibt und man sich deshalb (im Gegensatz zu anderen Orten) hier recht frei bewegen kann, keine bewaffneten Securities Flugblattaktionen flankieren müssen oder Politaktivisten grundätzlich das Bewohnen eines Erdgeschosses nicht ausschließen müssen liegt nicht zu letzt in der Zeit von Ende der 80`er / Anfang der 90`er begründet als die damals sehr offensiv auftretenden Nazis quasi aus der Stadt geprügelt wurden und daraufhin bis heute nicht mehr Fuß fassen konnten.
Im Anschluss an einer dieser Antinazi Aktionen kam, vor genau 18 Jahren die Antifaschistin Conny Wesmann ums Leben als sie von Polizisten auf Höhe des Idunazentrums in den fließenden Verkehr gehetzt wurde.

Der Abend des 17.November 1989

Wie viele andere Wochenenden des Jahres 1989 in Göttingen begann auch der Freitagabend des 17. Novembers: Vor dem damaligen Nazi-Treff „Burgschänke“ in der Burgstraßekam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Nazi-Skinheads und autonomen AntifaschistInnen, in deren Verlauf zwei der Nazis verletzt wurden. Beim Eintreffen der Polizei waren die AntifaschistInnen bereits verschwunden, und so eskortierte diese in damals üblicher Manier die Faschisten aus der Stadt. Im Anschluss begann sie eine Verfolgung von AntifaschistInnen in der Innenstadt. Ins Visier geriet dabei eine weitere Gruppe AntifaschistInnen, die aufgrund der Auseinandersetzungen in der Burgstraße alarmiert worden war. In dieser Gruppe war auch Conny.

(mehr…)

Malle! Malle! Malle!

Nachdem Girl sets fire zwei sehr gute Klettervideos gepostet hat möchte ich auch mal kurz damit angeben was für tolle Filmchen ich kenne.
Hier ein etwas älteres Video, das meiner Meinung nach ganz gut zeigt warum „Deep Water Soloing“ so faszinierend ist:

Und dann kann ich noch diese Freesolo-Dinger von Dan Osman empfehlen.
(Bei der Sequenz ab 4:45 bekommt man allerdings ein komisches Gefühl im Bauch… und der „No Hand Rest“ ist auch sehr spektakulär)

Nur mal so # 15

Voll krass: Unsere Missing in Action (nach wie vor in Östereich verschollen) macht jetzt auf rotten.com 1 / 2

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Wer damit aufs nächste Fire & Flames Konzert geht bekommt von mir ne (abgelaufene) Karte für ne Klaus Kordon – Lesung geschenkt.
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Mit ein wenig Stolz habe ich vor kurzem festgestellt, dass ich im T-Keller noch kein einziges mal in den Kübel mit der künstlichen Pflanze der seit ein paar Monaten direkt neben den Pinkelbecken steht, gepisst habe.

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So, genug Nonsens gelesen: Mal ein paar gute Argumente zum Bahnstreik anhören!

(Achtung nichts für Leute die es nur schwer ohne ihre heilige Szenesprache aushalten können).

Training ändern?

„Ich hielt mich niemals für eine Art Supermann oder für einen Ausnahmeathleten. Ich kann nur einige Meilen rennen und nach 20 Liegestütze bin ich geschafft. Ich bin in Hochform, wenn ich Bier trinke, einen Joint rauche oder mich herumtreibe, besser als wenn ich viel Zeit mit dem langweiligen Training verbringe…“

Stellungname von Rick Ridgeway (Leiter der ersten Seilschaft die ohne künstlichen Sauerstoff den Gipfel des K2 erreichte) zu der Aussage einiger Mediziner, dass nur Bergesteiger die in einer außergewöhnlich guten körperlichen Verfassung seien über 8000 hm überleben könnten.

Nur mal so #14

Auf die Betroffenheitsnummer habe ich noch nie gestanden. Deshalb konnte ich in meiner frühen Jugend auch nichts mit Gudrun Pausewang anfangen, mein Held zu dieser Zeit (also kurz bevor Che Guevara, Ulrike Meinhof und Toxoplasma meine Helden wurden) war Klaus Kordon. Der liest am Freitag im Dorf aus einem seiner demokratisch/humanistischen Jugendbücher vor und da ich offensichtlich zu viel von mir auf andere schließe habe ich jetzt eine Eintrittskarte dafür zu verschenken. Wer die haben will kann sich ja bei mir melden.
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Als ordentlicher Antinationalist heißt es auch mal praktisch werden. Am Samsatg den17. empfehle ich dies durch fundamentale Bekämpfung der Muttersprache. Das Datum passt weil die Mittel (Bier und Cocktails) in Göttingens sozialromantik Hochburg Juzi recht günstig sind und die Musik an diesem Abend für die ländlichen Verhältnisse einigermaßen OK ist:

Floor I:
Froods (aka Honolulu-Hank) & Han Shok – Glam Boom Bang – (It`s a satanic northernsoulpunksixtieshiphopelectricshock popreggeacorerocknrollswing-bongoblaster – thing, you wouldn`t understand)ats“
electroriot… „a new star in town“ This night with mainstream in the electromix

(ab 7h – the redical m „let`s roll“ disco allstar team)

Floor II:
Disco Posttrivial – „A suitcase full of dancy beats“

Floor III:
Kim Liong & & Felicious, mikro clubbing (DisK.O, techno, minimal electronique)
Jerksta & MC Mezla – drum ‚n‘ bass

Die erste Hälfte des Tages war noch nicht so berauschend

Heute mir das hier angehört, daraufhin Herbstmelancholie volles Brett eingeschlagen.
Emotionale Kursbegradigung mit Hilfe von 500ml Ben & Jerry Eis eher nicht geglückt.
Im Anschluss mit Arbeitskollegen aus anderer Wohngruppe nach Osterode gefahren – sehr schlimm! Kollege hatte einen roten Fleece mit vielen kleinen Jack Wolfskin-Logos an und hängte hinter jeden Satz ein „du“ („Motorradfahren ist Freiheit pur, du“, „Ich bin ja eher ein Hardrocker, du“, „Macht mir das immer ein Spassss mit unseren Jungs [gemeint waren die Klienten] unterwegs zu sein, hahahaha….., du“).
Dann gesehen, dass ich auf Platz 9 in den Blogsport Top10 abgerutscht bin, wollte Gegenmaßnahmen einleiten und über die ALI`s was schreiben (immer eine Garantie für erhöhte Hit-Zahlen). Auf deren Seite geschaut – jetzt Augenkrebs und die Hoffnung, dass die Hochglanzwerbung gewinnt.
Inzwischen zwar keine Herbstmelancholie mehr dafür mir den ersten Ohrwurm meines Lebens von Electroremixzeugs (und dann auch noch eher Mittelmäßiges):

Irgendwie auch doof!

Zeit, dass aus dem Tag noch was wird.