Polizeipoeten

Der Polizeialltag ist ja schon eine ganz schön harte Angelegenheit. Um die Erlebnisse beim Strafzettelverteilen, Leute auf Demos verhauen oder Unfallaufnahmen verarbeiten zu können wird der Polizist von heute auch mal gerne poetisch, greift zu Zettel und Stift und fängt an zu reimen. Die Ergüsse sind dann auf www.Polizeipoeten.de nachzulesen und bringen uns die Gefühlswelt und damit auch das Verständnis für die härteste und oft zu völlig unrecht missverstandenste Berufsgruppe Deutschlands näher… – Was für Arschlöcher!

Der Text des Tages:


Bernd Röttger:
Bahnleiche – Unvergessen
Mutig warst du mit deinen 16 Jahren,
aber im Leben noch völlig unerfahren.
Du fuhrst mit deinem Mofa zu den Gleisen,
aber nicht, um in die schöne Welt zu reisen.
Sorgfältig bocktest du dein Mofa auf,
und begannst deinen Schienenlauf.

Nicht sehr weit bist du gekommen,
dann hat dir ein Zug das Leben genommen.
Eine Selbstgedrehte in der abgerissenen rechten Hand,
war das erste was ich von dir fand.
Das von dir gewählte Schicksal hatte dich ereilt
und dich auf 250 Meter verteilt.

Ach ja, Demonstrationserfahrungen werden natürlich auch poetisch reflektiert. Am Besten gefällt mir die als Theaterstück aufbereitete Heldengschichte „Pfeffer“ von Stefan Friebel.
Kostprobe:

„Ich löste mich und schlug ihn mit dem Tonfa so heftig
auf den Arm, dass ich etwas knacken hörte und er laut
aufschrie. Ein Anderer trat nach mir, als ich zuschlug, aber er
traf mich nicht. Maik zertrümmerte ihm die Kniescheibe..“


7 Antworten auf “Polizeipoeten”


  1. 1 babybär 31. Juli 2008 um 18:37 Uhr

    vielleicht nur weil ich heute schlechte laune habe oder weil in meinem unterbewusstsein irgendwas im argen liegt, aber meine erste assoziation war das hier:
    http://www.hr-online.de/website/specials/startbahn_west/index.jsp?rubrik=29558&key=standard_kolumne_27878790&mediakey=specials/standard/20061109_polizisten&type=v

    ach ja, die liebe mamabär meinte noch, ich solle dazu schreiben, dass ich das uncool finde.
    also, na gut: dumm ist, wer dummes tut oder nächstes mal taktik- und strategiestunde besser nicht schwänzen.

    p.s.: eure google-ads bieten mir grade an:
    „pvag polizeiversicherung
    Spezialtarife für Polizisten Anwärter erhalten Sonderkonditionen“ rechtschreibung und grammatik im original. passt irgendwie ziemlich gut.

    p.p.s.: eigentlich fand ich doppelpunkte bisher immer blöd, komisch so nen unterbewusstsein.

  2. 2 frau a. uns h. 01. August 2008 um 14:16 Uhr

    ganz grosser fan!

  3. 3 Martin 19. März 2009 um 0:32 Uhr

    Uaaaah ,einerseits sind diese Texte so „poetisch“ wie ein Stück Toastbrot …. andererseits zeugt gerade der letzte weniger von literarischem Unvermögen denn von einer dämlichen ugn gefährlichen Demokratie-Ignoranz und Gewalttätigkeit. Wahrscheinlich einer jeneder Möchtegern-Cops, die bei einer Demo prügeln und bei einem Amoklauf, wenn sie dem Schützen gegenüber stehen und es in der Hand haben, schlimmeres zu verhindern, winselnd den kürzere ziehen. Inkompetente ********

  4. 4 Uschka 01. Mai 2009 um 16:48 Uhr

    für babybär:
    Haben vermummte und Steine werfende Demonstranten ein größeres Demokratie-Verständnis? Es hilft ganz ungemein, wenn man sich mal in die Rolle der Polizisten versetzt. Du würdest Dich, weil Du so demokratisch denkst und fühlst, sicher verhauen lassen und nicht zurückhauen. Daß die Texte nicht poetisch sind, nun gut. Poetisch müssen Polizisten nicht unbedingt sein. Sie sollten aber in der Lage sein, die Unversehrtheit meines, Deines und ihres Lebens zu schützen. Die Texte der Polizeipoeten kommen aus dem unmittelbaren Erleben: Zeugenaussagen von einer Seite, die wir sonst nur im amtlichen Zeitungsbericht, gereinigt von allen „Gefühlsflecken“, kennen. Vielleicht blendest Du diese Seite gerne aus.

  5. 5 zeitverschwenden 05. Mai 2009 um 0:50 Uhr

    ich blende auch gerne den geruch auf öffentlichen toiletten aus!

  1. 1 Fünf Klicks | Karwan Baschi | Paules Blog Pingback am 11. August 2008 um 9:30 Uhr
  2. 2 Auch bei der Polizei gibt es sensible Künstlertypen « Dorfdisco knows best Pingback am 20. August 2009 um 11:17 Uhr
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