Archiv für September 2008

Keine bösen Wörter!

Ich trau ja gerade meinen Augen nicht….. ausgerechnet der Typ der der halben Göttinger Linken auf der Suche nach inkorrekter Wortwahl hinterherspioniert beschimpft in seinem aktuellen Beitrag „kluge Wörter“ tatsächlich Leute als W-E-I-C-H-E-I ??????????????
Geil!

Bleibt die Frage nur offen ob das ein Versehen war oder ob er allmählich mal darauf gekommen, ist dass Sprachkritik für den Arsch ist.

Ein wenig crossposten zur späten Stunde:

Die Antwort auf pure hate?

Ich war auch in Köln

Köln ist ja eigentlich vom Interessantheitsgrad so bei München, Stuttgart oder Hannover anzusiedeln. Ist also eher nicht so interessant. Da ich aber als ein etwas in die Jahre gekommener (ex-)Antifa nach wie vor ein Freund des Spektakels an sich bin lag es nahe am letzten Wochenende doch mal dort hin zu fahren – so voll wie früher, so mit Bus und so.
Der inzwischen bei solchen Unternehmungen obligatorisch gewordene Sightseeing-Teil fiel leider etwas kurz aus da die falsche Kopfbedeckung und das Trinken eines zu horrenden Preisen erworbenen Coffee-to-go zum Verweis aus dem Kölner Dom durch so eine Art Altar-Security in roten Gewändern führte. Damit ging es uns aber deutlich besser als den Fahrgästen eines Berliner Busses die zur selben Zeit wenige hundert Meter entfernt auch zum Spielball der Repressionsorgane wurden – allerdings mit deutlich mehr eingeleiteten Strafverfahren.
Zugegebener Maßen war der einzig politische Akt an dem ich an diesem Wochenende teilnahm die Vorabenddemo zu der auch die total unrelevanten hardcore-antideutschen-“…ums Ganze!„– Antiimps aufgerufen hatten. Dabei ist mir übrigens aufgefallen, dass im direkten Vergleich die früher so gefürchteten USK-Einheiten inzwischen von so ziemlich jeder popligen BePo-Hundertschaft bezüglich rabiaten Verhalten überholt wurden. Na ja wie dem auch sei, die Demo war kraftvoll wie das immer so schön heißt und die Ausländerbehörde wurde auch ein wenig demoliert, schade nur dass sie leer stand.

Dann wurde aus einem Bier auf einmal mehrere, aus den mehreren Bieren wurden ein paar Gläser Schnaps und aus den paar Gläsern Schnaps wurde eine Flasche Schnaps die aufgrund ungeduldiger Thekenkräfte sehr zügig gelehrt werden musste. Dann ist man ein wenig durch Köln geirrt, hat mehrmals vergessen wo man jetzt eigentlich so zum Schlafen untergebracht war, hat sich irgendwann mit Hilfe eines Navigationsgerätes eines Taxifahrers doch wieder daran erinnert und zumindest ich war zu diesem Zeitpunkt noch voll davon überzeugt am nächsten Tag mir den Verfassungspatriotenmob gegen ProKöln anzuschauen.
Dazu kam es dann aber doch nicht da nach dem eh viel zu späten Aufstehen durch das Engagement von zwei Genossen zielsicher der nicht gerade große Vorrat Alkohol der Schlafgelegenheit geborgen wurde. Im Nachhinein betrachtet vermutlich eine der besten Ideen diesen Samstag Morgen in Köln zu gestalten.

Das Leben der Anderen # 1

Wenn mir selber nichts mehr einfällt klau ich halt mal Sprüche von anderen

„Dass das mit dem schwachen Geschlecht nicht stimmt beweist schon alleine die Erfindung des Eppiliergeräte.“

Eine Bekannte zu mir nach der erstmaligen Benutzung eines solchen Gerätes.

Heaven & Hell: Resistance!


Mit dem Ende der letzten Heaven and Hell Party erfüllt das Dorf nun zumindest was den kulturellen Teil angeht vollkommen den Provinzstatus.
Dafür hat es die letzte Party echt in sich gehabt, aber was soll man auch sonst erwarten wenn schon seit Donnerstag letzter Woche aufgebaut wurde und Tony Rohr wirklich das hält was einem erzählt wird… Da kann man auch darüber hinweg sehen wenn man mit Sex-Animals wie diesem die Dancefloors teilen muss und man von der Bullenpräsenz vor dem Gelände eher davon ausgeht dass man zu einer Demo fährt als auf eine Party zu gehen. Sogar Goest ist Fan.

Ich habe keinen Hass auf die Reichen….

Früher einmal fand ich Klassenkampf endgeilfett. Etliche Grabenkämpfe und ein paar Texte später bestand mein Verhältnis zum Klassenkampf hauptsächlich aus Abgrenzung. Inzwischen ist im Zuge des Schlauerwerdens das Bedürfnis nach Polit-Identifikation nach und nach auch überholt – die 40Stunden Woche und das herumkrepeln in der unteren Mittelschicht ist aber geblieben. Das hat des Öfteren einen massiven Sozialneid kombiniert mit einer kleinen Portion Klassenhass meinerseits zur Folge. Vor allem wenn ich wie gerade eben 650Euro für den Zahnarzt auf den Tisch legen muss! …dabei will ich den Reichen nur ein wenig gleichen!

Musikstück gut! passt! Und ist beim Technoatze im Spamfilter gelandet, deshalb hier:

Dorftermine


Dieser ganze „wir müssen die Geschichte von links besetzen“– oder die Behauptung es wäre ja auch, weil man ein Linker ist, die eigene Geschichte Quatsch geht mir ja eh schon auf die Eier Nerven. Komische Glorifizierung von nationalistischen Postionen, Klassenkampf und anderen Unfung ist, auch wenn es mit ner ordentlichen Portion Bedenken daherkommt, echt nicht mein Ding! Zum Glück viel diese ganze 40 Jahre 68er-Kiste deutlich kleiner aus wie ich am Anfang befürchtet hatte, auch wenn es eigentlich bei uns im Dorf jede Menge Nostalgiebedürfnisse bei diversen Lehrkräften, Unimitarbeitern oder anderen Ostviertelbewohnern geben dürfte. Das zumidest lässt sich aus der ausverkauften Vorstellung des aktuellen Film des Göttinger Tageblattes (das ist die Zeitung in der die übernommen Polizeimeldungen eine höhere journalistische Qualität vorweisen als die Artikel der Mitarbeiter) schließen. Ein Highlite zu 68 gibt es aber doch noch. Am 21.9 kommen Rainer Langhans Barbara Sichtermann und Johano Strasser nach Göttingen um über „Aufbruch mit Abbruch? 1968 und die Folgen“ zu schwadronieren Mal schauen ob Eso-Fascho Langhans mal wieder so Klopfer wie das hier vorträgt:

„Spiritualität in Deutschland heißt Hitler. Und erst wenn Du da ein Stück weiter bist, kannst Du jenseits davon kommen, bis dahin aber mußt Du das Erbe übernehmen. Wir haben keine Chance: Wir müssen dieses Erbe von unseren Eltern übernehmen, nicht im Sinne dieses braven, ausgrenzenden Antifaschismus, sondern im Sinne einer Weiterentwicklung dessen, was da von Hitler versucht wurde. … Wir müssen sozusagen die besseren Faschisten werden – die man dann als solche nicht mehr bezeichnen kann – statt diesen ängstlichen, ewig-gestrigen Faschismus als einzigen Sachwalter dieser Utopiebedürfnisse den Neonazis zu überlassen.“

Einen kleine, rotzige und durchaus lesenswerte Ankündigung zu der Veranstaltung gibts in der aktuellen Ausgabe des Pony (hier die aktuelle Ausgabe als PDF).

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Was gutes gibt es dafür an diesem Wochenende in Form der „Heaven and Hell“-Party.

Line Up:

Tony Rohr – LIVE! – (Cocoon, Plus 8, Clink rec., New York)
Pierre (Home, Stammheim, Hörspielmusik, Kassel)
Der Schmeisser vs. Lazy Mouth – LIVE! – (einmaleins Musik, Freundchen, ARM)
Jeremias Werner (einmaleins Musik, Berlin / Flowkati)
Kosta xdb (Metrolux Music, Gö)
Marcel Marbeau (Flowkati, Kassel)
Martino (Flowkati, Kassel / Home Satellite)
Daniel Rey (Flowkati, Kassel / Radio e-volution)
Timo Jahns (9Volt, Freundchen, Radio e-volution)
Maniac (Epi-Zentrum, Radio e-volution)
DJ Blique (Radio e-volution)
Gollo (Feierfront / Radio e-volution)

Hoffentlich dauert sie diesmal ein wenig länger als letztes mal. Apropo letztes Mal, dieswird wohl die letzte Party der „Heaven and Hell“-Reihe sein. Schade! Für Leute die gerne Ausgehen ist Göttingen allmählich ein echt furchtbares Pflaster geworden (es sei denn es gelingt einem sich auf Stock-im-Arsch-Politparties im JuzI / dem Aplenmax / Savoy / oder der Teeniedisko EinsB zu vergnügen)