Dorftermine


Dieser ganze „wir müssen die Geschichte von links besetzen“– oder die Behauptung es wäre ja auch, weil man ein Linker ist, die eigene Geschichte Quatsch geht mir ja eh schon auf die Eier Nerven. Komische Glorifizierung von nationalistischen Postionen, Klassenkampf und anderen Unfung ist, auch wenn es mit ner ordentlichen Portion Bedenken daherkommt, echt nicht mein Ding! Zum Glück viel diese ganze 40 Jahre 68er-Kiste deutlich kleiner aus wie ich am Anfang befürchtet hatte, auch wenn es eigentlich bei uns im Dorf jede Menge Nostalgiebedürfnisse bei diversen Lehrkräften, Unimitarbeitern oder anderen Ostviertelbewohnern geben dürfte. Das zumidest lässt sich aus der ausverkauften Vorstellung des aktuellen Film des Göttinger Tageblattes (das ist die Zeitung in der die übernommen Polizeimeldungen eine höhere journalistische Qualität vorweisen als die Artikel der Mitarbeiter) schließen. Ein Highlite zu 68 gibt es aber doch noch. Am 21.9 kommen Rainer Langhans Barbara Sichtermann und Johano Strasser nach Göttingen um über „Aufbruch mit Abbruch? 1968 und die Folgen“ zu schwadronieren Mal schauen ob Eso-Fascho Langhans mal wieder so Klopfer wie das hier vorträgt:

„Spiritualität in Deutschland heißt Hitler. Und erst wenn Du da ein Stück weiter bist, kannst Du jenseits davon kommen, bis dahin aber mußt Du das Erbe übernehmen. Wir haben keine Chance: Wir müssen dieses Erbe von unseren Eltern übernehmen, nicht im Sinne dieses braven, ausgrenzenden Antifaschismus, sondern im Sinne einer Weiterentwicklung dessen, was da von Hitler versucht wurde. … Wir müssen sozusagen die besseren Faschisten werden – die man dann als solche nicht mehr bezeichnen kann – statt diesen ängstlichen, ewig-gestrigen Faschismus als einzigen Sachwalter dieser Utopiebedürfnisse den Neonazis zu überlassen.“

Einen kleine, rotzige und durchaus lesenswerte Ankündigung zu der Veranstaltung gibts in der aktuellen Ausgabe des Pony (hier die aktuelle Ausgabe als PDF).

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Was gutes gibt es dafür an diesem Wochenende in Form der „Heaven and Hell“-Party.

Line Up:

Tony Rohr – LIVE! – (Cocoon, Plus 8, Clink rec., New York)
Pierre (Home, Stammheim, Hörspielmusik, Kassel)
Der Schmeisser vs. Lazy Mouth – LIVE! – (einmaleins Musik, Freundchen, ARM)
Jeremias Werner (einmaleins Musik, Berlin / Flowkati)
Kosta xdb (Metrolux Music, Gö)
Marcel Marbeau (Flowkati, Kassel)
Martino (Flowkati, Kassel / Home Satellite)
Daniel Rey (Flowkati, Kassel / Radio e-volution)
Timo Jahns (9Volt, Freundchen, Radio e-volution)
Maniac (Epi-Zentrum, Radio e-volution)
DJ Blique (Radio e-volution)
Gollo (Feierfront / Radio e-volution)

Hoffentlich dauert sie diesmal ein wenig länger als letztes mal. Apropo letztes Mal, dieswird wohl die letzte Party der „Heaven and Hell“-Reihe sein. Schade! Für Leute die gerne Ausgehen ist Göttingen allmählich ein echt furchtbares Pflaster geworden (es sei denn es gelingt einem sich auf Stock-im-Arsch-Politparties im JuzI / dem Aplenmax / Savoy / oder der Teeniedisko EinsB zu vergnügen)


1 Antwort auf “Dorftermine”


  1. 1 A.M.P. 03. September 2008 um 13:53 Uhr

    Nicht nur 68 ist sell out, was sollte es auch anderes sein, sondern hier http://www.chaostage-film.de/new/trailer.html wird das Wochenendbesäufnis mit Randale verfilmt. Sieht aber irgendwie ganz lustig aus. Und auf Indymedia wird über Sinn und Zweck von Punk “diskutiert”, aber seht selbst http://de.indymedia.org/2008/09/226042.shtml

    =))

    Das Feierangebot in dieser “Stadt” ist echt zusammengeschrumpft. Es ist zum Kotzen! :((

    (kannst du bitte den ersten Beitrag von mir löschen, danke. War noch nicht richtig wach)

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