Ich war auch in Köln

Köln ist ja eigentlich vom Interessantheitsgrad so bei München, Stuttgart oder Hannover anzusiedeln. Ist also eher nicht so interessant. Da ich aber als ein etwas in die Jahre gekommener (ex-)Antifa nach wie vor ein Freund des Spektakels an sich bin lag es nahe am letzten Wochenende doch mal dort hin zu fahren – so voll wie früher, so mit Bus und so.
Der inzwischen bei solchen Unternehmungen obligatorisch gewordene Sightseeing-Teil fiel leider etwas kurz aus da die falsche Kopfbedeckung und das Trinken eines zu horrenden Preisen erworbenen Coffee-to-go zum Verweis aus dem Kölner Dom durch so eine Art Altar-Security in roten Gewändern führte. Damit ging es uns aber deutlich besser als den Fahrgästen eines Berliner Busses die zur selben Zeit wenige hundert Meter entfernt auch zum Spielball der Repressionsorgane wurden – allerdings mit deutlich mehr eingeleiteten Strafverfahren.
Zugegebener Maßen war der einzig politische Akt an dem ich an diesem Wochenende teilnahm die Vorabenddemo zu der auch die total unrelevanten hardcore-antideutschen-“…ums Ganze!„– Antiimps aufgerufen hatten. Dabei ist mir übrigens aufgefallen, dass im direkten Vergleich die früher so gefürchteten USK-Einheiten inzwischen von so ziemlich jeder popligen BePo-Hundertschaft bezüglich rabiaten Verhalten überholt wurden. Na ja wie dem auch sei, die Demo war kraftvoll wie das immer so schön heißt und die Ausländerbehörde wurde auch ein wenig demoliert, schade nur dass sie leer stand.

Dann wurde aus einem Bier auf einmal mehrere, aus den mehreren Bieren wurden ein paar Gläser Schnaps und aus den paar Gläsern Schnaps wurde eine Flasche Schnaps die aufgrund ungeduldiger Thekenkräfte sehr zügig gelehrt werden musste. Dann ist man ein wenig durch Köln geirrt, hat mehrmals vergessen wo man jetzt eigentlich so zum Schlafen untergebracht war, hat sich irgendwann mit Hilfe eines Navigationsgerätes eines Taxifahrers doch wieder daran erinnert und zumindest ich war zu diesem Zeitpunkt noch voll davon überzeugt am nächsten Tag mir den Verfassungspatriotenmob gegen ProKöln anzuschauen.
Dazu kam es dann aber doch nicht da nach dem eh viel zu späten Aufstehen durch das Engagement von zwei Genossen zielsicher der nicht gerade große Vorrat Alkohol der Schlafgelegenheit geborgen wurde. Im Nachhinein betrachtet vermutlich eine der besten Ideen diesen Samstag Morgen in Köln zu gestalten.


15 Antworten auf “Ich war auch in Köln”


  1. 1 besserscheitern 23. September 2008 um 12:17 Uhr

    So kann man sich den Trubel gefallen lassen. ;)

  2. 2 Keta Minelli 23. September 2008 um 13:29 Uhr

    Was diese Sache mit der Schlafplatzangelegenheit betrifft: Da sind im Nachhinein völlig überzogene Zahlungsaufforderungen an uns gerichtet worden. Wir werden wohl einen Präsentekorb schicken (müssen). Und wir haben Kölnverbot, für länger, glaube ich. Die schönste Situation allerdings hast du verpasst: Wir sind in unserem Zustand (!) noch in einen Polizeikessel geraten, weil wir auf dem Weg zum Bier prompt noch in eine Randale reingerannt sind. Die Herren in grün ließen sich aber durch unseren Anblick und vor allem Geruch davon überzeugen, dass wir ganz sicher nichts mit diesen schlimmen Vermummten zu tun haben können. Hätte ins Auge gehen können, also in das, das noch funktionierte.

  3. 3 Anonymous 23. September 2008 um 15:06 Uhr

    „Zugegebener Maßen war der einzig politische Akt an dem ich an diesem Wochenende teilnahm die Vorabenddemo zu der auch die total unrelevanten hardcore-antideutschen-”…ums Ganze!“- Antiimps aufgerufen hatten.“

    das verstehe ich nicht: hardcore-antideutschen-”…ums Ganze!“- Antiimps ?

    und „unrelevant“ damit kannst du doch nur die ganze radikale linke gemeint haben? Ist doch klar das im Kapitalismus ,Kapitalismuskritik nicht beliebt ist…

    aber nett das nur bei UG Demo warst . Ich habe es bedauert so früh am Samstag doch aufgestanden zusein…

  4. 4 Anonymous 23. September 2008 um 15:10 Uhr

    „Zugegebener Maßen war der einzig politische Akt an dem ich an diesem Wochenende teilnahm die Vorabenddemo zu der auch die total unrelevanten hardcore-antideutschen-”…ums Ganze!“- Antiimps aufgerufen hatten.“

    das verstehe ich nicht: hardcore-antideutschen-”…ums Ganze!“- Antiimps ?

    und „unrelevant“?
    Die Ganze Demo würde von UG gemacht…aber gut das noch nicht „unrelevant“ das kriterium ist für dich zu einer Demo zugehen.

  5. 5 gt 23. September 2008 um 15:10 Uhr

    „Zugegebener Maßen war der einzig politische Akt an dem ich an diesem Wochenende teilnahm die Vorabenddemo zu der auch die total unrelevanten hardcore-antideutschen-”…ums Ganze!“- Antiimps aufgerufen hatten.“

    das verstehe ich nicht: hardcore-antideutschen-”…ums Ganze!“- Antiimps ?

    und „unrelevant“?
    Die Ganze Demo würde von UG gemacht…aber gut das noch nicht „unrelevant“ das kriterium ist für dich zu einer Demo zugehen.

  6. 6 dorfdisco 23. September 2008 um 17:12 Uhr

    @ Keta Minelli
    Oha! Aber könnt ihr bitte die ganze Schuld auf euch nehmen. Im Schuld auf sich nehmen, wenn auch etwas ungewollt, warst du ja an diesem Wochenende eh hoch im Kurs. Und sooooo teuer war dieser 2005er Champus aus dem Elsaß doch bestimmt nicht.

    @ Mensch der dreifach postet:
    Ach diese umsGanze Macker mit ihren goldenen Plakaten und verständnis für Selbstmordattentate sind doch nur auf der Suche nach der wahren Kritik auf dem Weg zu ihrer C4-Proffesur und bekommen nichtmal ne vernünftige Staatskritik zustande!
    Mist, ich bin da gerade nicht so gut drin die gesammelten Idioten-Vorwürfe gegen diesen sympathischen Zusammenschluss zu parodieren. Gelobe Besserung (ehrlich!).

  7. 7 soft_brain 23. September 2008 um 18:11 Uhr

    Wer ist die Sekte?

  8. 8 ♥Tekknoatze 23. September 2008 um 19:22 Uhr

    Sauber dorfi. :d/
    Ich hörte von weitem von deinen Heldentaten :D
    Und deine umsGanze Kritik ist auf jeden Fall derbe ausgereift :)>-

  9. 9 dorfdisco 24. September 2008 um 10:21 Uhr

    …ups, ich glaube die Flasche Champus war doch eher der kleinere Teil des verursachten Ärgernisses.

  10. 10 bergheim 24. September 2008 um 19:35 Uhr

    lern mal syntax, berlin arroganz ist übrigens sowas von öde |-)

  11. 11 Keta Minelli 24. September 2008 um 19:52 Uhr

    Lern mal schreiben, „Berlinarroganz“ schreibt man zusammen.

  12. 12 revolution 25. September 2008 um 17:02 Uhr

    diese unqualifizierten herabwürdigungen des bayerischen unterstützungs-sonder-kommandos (usk)kannst du ja wohl nicht ernst meinen? :-w

  13. 13 dorfdisco 26. September 2008 um 8:13 Uhr

    Reicht der Lokalpatriotismus jetzt bis zum Verweis au die einheimischen Bullen? Ich dachte sowas machen nur Leute die aus Berlin kommen.

  14. 14 besserscheitern 26. September 2008 um 13:09 Uhr

    Läuft wohll nach dem Motto: Wer hat, der kann! ;)

  1. 1 Köln am Wochenende 3 « knes Pingback am 23. September 2008 um 13:08 Uhr
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