Göttinger Linke – ihr scheiss Subkulturrassisten!

Boa, wie ich diese Göttinger Linke so langsam aber sicher gar nicht mehr ab kann! Da findet ne große Soliparty statt, die qualitativ ein wenig mehr als der Durchschnitt zu bieten hat. Dies hat zur Folge, dass sich mehr Leute als nur die üblichen Verdächtigen im linken Standardlook dafür interessieren und auf dieser Party also auch Gäste rumlaufen die man nicht eh schon mehrmals die Woche in dem unterirdischen Selbstausbeuter Kneipenkollektiv in der Geißmarlandstr. antrifft.
Die Party selber verläuft weitestgehend relaxt auch wenn es knalle voll ist.
Jetzt wird man aber alle Nase lang von Szenepolizisten der Göttinger Linken belabert die sich genau darüber beschweren und allen ernstes traurig darüber sind, dass man keinen Grund gefunden hat die Fremden rauszuwerfen. Angeheizt wird das ganze noch durch GöDru Artikel in denen behauptet wird man können dem Sexismus Einhalt gebieten in dem man sich abschottet, und Pläne, man müsse eine Art Kleidungskontrolle am Einlass durchführen (ja ja, das Böse von Außen, ihr und eure blöde Freiraumideologie!) und dann hätte man wieder die gute alte Zeit, die es nie gab.

Liebe Göttinger Linke:
Wenn ihr es allen ernstes nicht unter Leuten aushaltet die einen Minirock tragen, eine Goldkette umhaben oder ein weißes T-Shirt anziehen outet ihr euch nicht nur als orthodoxe, spaßbefreite Moralisten, ihr zeigt vor allem wie ernst euch das Projekt die Linke zu mehr als einem Kulturszenesumpf zu machen, ist. Wenn ihr schon Bauchschmerzen dabei habt mit Leuten die nicht so aussehen oder so tanzen wie ihr den Raum zu teilen will ich gar nicht erst wissen ob ihr überhaupt den Anspruch teilt, Leute außerhalb eures biederen subkultur Freundeskreises von der Überwindung der gesellschaftlichen Verhältnisse zu überzeugen.


54 Antworten auf “Göttinger Linke – ihr scheiss Subkulturrassisten!”


  1. 1 ich 26. Dezember 2008 um 17:15 Uhr

    hach das gibt einen scheiß!
    schreib doch nen gödruartikel!!! :x

  2. 2 dorfdisco 26. Dezember 2008 um 17:35 Uhr

    Nee, ich schreibe keinen GöDru-Artikel. Den würde ja die Göttinger Linke lesen und man kritisiert doch eigentlich nur einen Gegenstand wenn man von diesem erwartet, dass er sich verändern kann.

  3. 3 appel 26. Dezember 2008 um 18:05 Uhr

    was dem juzi fehlt sind echte türsteher, die auf einer liste nachsehen:
    schwarzer kapuzenpulli -check
    gürteltasche -check (um die hüfte, nicht über der schulter)
    mehr als ein rock auf einmal an -check
    löcher in der hose -check
    weiße/s hose/shirt/schuhe -raus
    unter 25 und noch mit lebenstraum -RAUS!

  4. 4 ♥Tekknoatze 26. Dezember 2008 um 19:37 Uhr

    i ♥ gö!=))=d>

  5. 5 lastunicorn 26. Dezember 2008 um 19:42 Uhr

    ach der gute alte göttinger microkosmos wie ich es liebe ;):d

  6. 6 ri0t 26. Dezember 2008 um 19:57 Uhr

    haha ich hab’s doch gewusst, dass es zu so einem unsinn nachträglich noch kommen wird.
    und das bei einer party, die wohl entspannter hätte kaum sein können.

    jetzt spekulieren wahrscheinlich ernsthaft wieder leute, die selbstverständlich an dem abend nicht im juzi waren, darüber wie schlimm es doch gewesen sein muss. mit dem geistigen horizont von „spaß haben kann ich nur auf schlechten linken subkultur parties“ wird dann wieder über die böse sexistische electro-party szene gefachsimpelt… :((

    aber es soll ja weiterhin die prämisse gelten betrunkene, rumpöbelnde, rumschubsende punker (selbstverständlich mit pali-tuch) erträglicher zu finden als friedliche normalos, eventuell mit glatze, und nicht zerfetzten klamotten.

    ps: ich hätt‘ gern bei der nächsten party so ne checkliste, würde auf jeden fall vieles einfach und das juzi sehr leer machen ^^

  7. 7 Wendy 26. Dezember 2008 um 20:31 Uhr

    Cool, im Kommentar den Beitrag nochmal zusammengefasst. Erinnert mich an Streber in der Schule. l-)

    Ich bekunde hingegen lediglich, dass ich den Beitrag recht gut finde.

  8. 8 Keta Minelli 26. Dezember 2008 um 21:14 Uhr

    Können diese Göttinger Szenepolizisten mal nach Berlin geschickt werden? Ich glaube, wir feiern hier alle zu viel. Mit weißen Turnschuhen, Feinrippunterhemden und sogar Kettchen! Voll schwul.

  9. 9 babybär 26. Dezember 2008 um 23:52 Uhr

    @ ♥Tekknoatze: i ♥ you

    @ wendy: dein bester beitrag überhaupt und bisher …

    @ keta: vermutlich kann ich am 31. auf dich aufpassen

    @ dorfdisco: ohne die göttinger linke wäre dein leben doch echt langweilig oder? immer wenn wer juzi, tkella oder die drei buchstaben sagt, fangen deine augen an zu leuchten wie bei kindern/großeltern vorm weihnachtsbaum.

  10. 10 Romana 27. Dezember 2008 um 1:06 Uhr

    Im internen Forum der ALI wird auch heftig über antideutsche Gäste mit „Nuttenstiefeln“ hergezogen: http://208.65.153.238/watch?v=eIgCIVQM9W8

  11. 11 Artikel 27. Dezember 2008 um 1:46 Uhr

    Es gibt einen Artikel in der PHASE ZWEI zur Göttinger Linke.

  12. 12 ♥Tekknoatze 27. Dezember 2008 um 5:34 Uhr

    babybär: :x

  13. 13 dorfdisco 27. Dezember 2008 um 9:24 Uhr

    Nein, nein, nein babybär ich kann mich eigentlich auch gut so beschäftigen. So langsam reicht es mir auch mit meinem Stockholmsyndrom – die Idiotie des Landlebens nimmt nämlich eindeutig überhand! Ich müsste mich viel eher mal wieder zur Kur bei der Keta begeben, ein paar Szenepolizisten könnte ich dann dorthin auch mitbringen. Obwohl doch eigentlich genug da schon wohnen bzw. hingezogen sind. Ich glaube Keta, du musst einfach mal weniger ins Watergate und mehr in die Potse gehen (falls sie dich da noch reinlassen mit Kette und weißen Klamotten und….. ach egal!).

  14. 14 shaun 27. Dezember 2008 um 19:55 Uhr

    Ey alter das Juzi hat nunmal den anspruch eines Freiraumes.
    So scheiße kohle-mach patys, wo die veranstalterinnen keinen Spaß mehr haben, haben meiner ansicht nach nichts im Juzi verloren.

  15. 15 dorfdisco 28. Dezember 2008 um 14:32 Uhr

    Kohle-mach-Parties wären ja mal was….. bei 1,50 Eintritt.

  16. 16 mobster 28. Dezember 2008 um 17:01 Uhr

    Scheiss auf die „Göttinger Linke“… komm‘ mal lieber zum Fußball! b-)
    Ne, aber mal im Ernst: Sooo schlimm wichtig sind se ja auch wieder nicht, diese Szenepolizisten „linken“ Freaks muss man einfach offensiv auslachen. ist ja auch bald karneval<:-p

  17. 17 shaun 29. Dezember 2008 um 13:56 Uhr

    Dorfwieviel ahnung haßt du eigentlich von „Partys“ im Juzi? Der Eintritt macht für die jeweilige guppeden kleinsten teil aus. mehr sage ich nicht. Aber du solltest doch eigentlich wissen was noch alles so bei rumm kommt.

  18. 18 @shaun 29. Dezember 2008 um 14:34 Uhr

    Es ging nicht um „kohle-mach patys, wo die veranstalterinnen keinen Spaß mehr haben“ sondern im Gegenteil um ein kohle-mach-party, bei denen die veranstalterinnen gleich soviel spaß auch mit nicht Kapuzi-tragenden Nichtszeneleuten hatten, dass die Iranische Göttinger Sittenpolizei nun um die Reinheit des Juzi (…) fürchtet.

  19. 19 shaun 29. Dezember 2008 um 15:43 Uhr

    naja ich habe eher dein eindruck das bei dieser party nicht alle veranstalterinnen spaß hatten

  20. 20 restpubertät 29. Dezember 2008 um 18:51 Uhr

    (Lieber) shaun,
    ich bin mir nicht ganz sicher, ob Du das ernst meinst; befürchte es aber schon. Wenn die Leute nicht alle irgendwann aus der Szene verschwinden würden – weiss nicht, warum die weg wollen –, dann könnten die die politische Arbeit mit ihren dicken Gehältern finanzieren. Tun sie aber nicht: Also muss die Kohle woher kommen. Sowas wie das Juzi gibts schließlich nur, weil politische Arbeit geleistet wird und die kostet: Geld.
    Dass Du im übrigen findest, den Veranstaltern keinen Spass verbieten zu können, setzt dem Stalin die Narrenkappe auf. Und außerdem geht es dich schlicht nichts an.
    Im übrigen beschwere ich mich ja auch nicht über irgendwelche notorischen Punkerparties, obwohl ich den Scheiß echt nicht mehr hören kann. Wenn wir schon nicht zusammenkommen, dann halt nicht.
    Ansonsten wäre mal zu besprechen, inwieweit bzw. für wen das schlecht sein sollte, wenn der Kiez brummt. Ich kann mir jedenfalls nichts besseres vorstellen, als das Juzi mitten im Nachtleben. Und viele Leute gehen da gerne hin, nicht obwohl, sondern weil es das Juzi ist.

  21. 21 shaunofthedorfdisco 29. Dezember 2008 um 19:43 Uhr

    @restpubertät
    „Dass Du im übrigen findest, den Veranstaltern keinen Spass verbieten zu können, setzt dem Stalin die Narrenkappe auf. Und außerdem geht es dich schlicht nichts an.“

    das versteht Shaun nicht so ganz

  22. 22 dorfdisco 29. Dezember 2008 um 22:15 Uhr

    Meine Güte, vielleicht hätte man das Angebot einer Freundin der Veranstalter zum Soli-Schlammcatchen im Wackelpudding doch annehmen sollen. Eventuell wären die JuzIparteisoldat_Innen so schockiert gewesen, dass sich jede weitere Diskussion um diesen Wahnsinn erübrigt hätten. Shockandawe und so.

  23. 23 restpubertät 29. Dezember 2008 um 23:37 Uhr

    Ach, das gabs nicht? Was war dann das an meinen Schuhen? Ohoh, gar nicht drüber nachdenken. Ich bin übrigens immernoch für den Kronleuchter im Ballsaal.

  24. 24 Anna 01. Januar 2009 um 23:30 Uhr

    Viel interessanter fänd ich die Frage, wie man auf solchen Parties wie der beschriebenen linke-Szene-Party-Standarts aufrechterhalten kann. Dass die ganzen Alltags-Ismen eben draussen zu bleiben haben. Könnte mir vorstellen, dass das bei einem hohen Anteil nicht dafür sensibilisierter noch schwieriger ist, als ohnehin.

  25. 25 dorfdisco 02. Januar 2009 um 12:36 Uhr

    Schwieriger bestimmt, aber dass ist doch kein Grund solche Parties nicht mehr durchzuführen. Das krasse ist doch aber viel eher, dass sich eine nicht gerade kleine Anzahl an Leuten darüber beschwert dass es keinen (!) Grund gab die Fremdlinge rauszuwerfen – da gehts einfach nicht um Linke Standarts.

    BTW: Dass es offensichtlich nicht einfach um den Erhalt von sog. „linke Szene Standarts“ dabei geht sieht man doch alleine daran schon, dass seit über zwei Jahrzehnten in diesem „Freiraum“ mehrmals im Monat Konzerte, Bars, etc stattfinden wo es keine Sau interessiert wenn übergriffiges Verhalten passiert, sich Leute im Suff schlagen oder „mackerig“ ohne T-Shirt auf der Bühne rumgestanden wir. Das passiert halt von Leuten mit Iro, Wursthaaren, Aufnäher auf der Hose, etc. die gehören aber wohl noch zum eigenen Kulturkreis (davon einmal abgesehen habe ich immer noch nicht ganz verstanden was an „oben ohne“ sexistisch sein soll).

  26. 26 Al St.John 02. Januar 2009 um 21:26 Uhr

    na kollesche, dass du dich über die miefig-ewig-maulenden kommentare mancher linker spießer aufregst, ist ja durchaus verständlich. du solltest aber hier und da drauf achten, deine eigene (wenn du schon mit der überwindung der gesellschaftlichen verhältnisse kommst) popelige soli-party (bei der im übrigen dazu aufgerufen wurde, euch als antifas zu unterstützen – soviel zur politschelte und dem ständigen herumkokettiere als ex-antifa) nicht zu hoch zu hängen. der artikel in der gödru hatte nix primär mit eurer party zu tun (auch wenn der an allen ecken zu diskutieren oder hier und da auch zu kopfschütteln ist) und dass leute sich seit jahren reihenweise und über mehrere juzi/t-keller-generationen mit arschlöchern, pfeifen, mackern und übergriffigen wichsern in nietenjacken, carhartt-hosen und mit dreads „rumgeschlagen“ haben, die auf konzerten und punk-/nichtelektroparties waren, dürfte dir auch bekannt sein. also, dich selber nicht ganz so wichtig genommen und vielleicht hier und da auch mal n kritisches auge auf die eigene elektroklientel geworfen – jenseits ner klassischen subkulturverurteilung. ansonsten ist es schon n bisschen niedlich „der“ göttinger linken vorzuwerfen, nem punk/altautonomen habitus nachzuhängen: kannst ja gerne mal die letzten veranstaltungen in den diversen läden nachgucken – würde behaupten, dass die letzte größere reine oldschool-party (punk, hardcore, kapus, stiefel, iros…u know what i mean)knappe sechs jahre her ist und seit jahren das „normalo/elektro/rave-sonstwie-publikum die feste (vielleicht nicht die konzerte) dominiert – da können sich manche drüber aufregen, andere freut’s, so what??? dass ne zunehmende vermainstreamung der linken zumindest auch nicht der weisheit letzter schluss ist, die gesellschaftlichen verhältnisse anzugehen, dürfte trotzdem allen klar sein – da ist im übrigen der ganze ehemals so rebellische 80erkulturelle krempel genauso mit gemeint. allerdings werde ich durchaus auch misstrauisch, wenn die ganze party so gekleidet ist, dass die hellblauen und rosa hemdchenträger,barbour-jacken-fetischisten und lacoste-pollunder-verbinder nicht mehr vom rest zu unterscheiden sind – dass das wenig mit differenzierter oder gar linksradikaler kritik zu tun hat, ist mir auch klar – tut aber hier und da ungemein gut, dem innerlich wie outward appearance-mäßig sehr authentischen deutschen biedermann ohne zweite nachfrage den weg zurück zu seinen trink- und kotzhallen weisen zu können – eine frage der pragmatik. in diesem sinne: generalverdacht gegen „die linke“ mal in der wütenden schublade verschwinden und sich’s gut gehen lassen, im kopp haben, wo denn solche solinummern überhaupt nur laufen können und dass es dementsprechend sinn macht, dass es die läden gibt, trotz all ihrer punktuellen spinnwebenhaftigkeit. farewell, al st. john aka fuzzy (r.i.p.)

  27. 27 blubberbuddymörderskiller 03. Januar 2009 um 15:34 Uhr

    obwohl der diskussions-deckel-artige ansatz von „al st jhon“ schon alle punkte der diskussion vakuumdicht verschlossen hat, find ich das ganze hier witzig genug um nicht nocheinmal mit meinem senf den verschluss zu verschmieren und somit zu lockern.

    als erstes möchte ich die maßße beschreiben welche doch die fremdkörper ausstößt, wie etwa bei juzipartys: die göttinger linke ist ein identitärer scheißhaufen, aber mit stückchen. ein großer teil des haufens hat ausnnamslos schwarze kapus, schwarze schirmmützen und schwarze hitbags. sie machen im großen und ganzen die farbliche wahrnehmung aus. andere sind vegane wursthaartragende hippies. sie sind zwar meistens bunter gekleidet, doch der dreckfilm ihrer ungereinigten haut macht die farbe der hellbraunen, schleimig-schmierigen teile des haufens aus. alles andere wie der unverdaute mais sind die übrigen understatement people, welche zwar auch die welt außerhalb dieses haufens bewonen, dennoch dazugehören. menschen mit langen, abstehehenden bunten haaren (hier muss ich feststellen, dass die meisten punks sich nicht einmal mehr die mühe machen ihre haarpracht aufzustellen) und diskomäßig glänzenden haaren gehören zu dem gerade vertrocknenden rest am rande des haufens. sie sind zwar immernoch bestimment für die außenwahrnehmung (durchs rumsitzen am wall), jedoch will sie keineR mehr dabei haben. was fehlt jetzt noch? na klar die fliegen die oben drüber herumschwirren und nachsehen ob auch alles richtig läuft. sie fühlen sich so abgehoben wie sie sich geben.

    Doch wie ist das jetzt mit den fremdkörpern? sie haben mehrere optionen einzudringen, doch wie? bei der ersten grupe ist es relativ einfach. sie brauchen schwarze marken klamotten (von mobaction bis cahartt reicht der horizont. in die zweite gruppe ist es dagegen relativ einfach einzudringen; nur sollte der anspruch an den persönlichen luxus zurückgestellt werden. auch auf nicht endene diskussionen sollte man sich gefasst machen, da nicht-veganismus nicht duldbar ist. da man allerdings auch dazu überzeugen will an statt durch geruchsmarken (unterschied zur ersten gruppe) identität zu stiften sind nicht endene diskussionen mit mundgeruch zu erwarten. zusammengefasst kann man sagen es ist einfach einzudringen, aber auch noch viel einfache wieder durchzuflutschen weil das keineR so lange aushält. die dritte gruppe hat eine nahe verwandschaft zur ersten. mit ihnen rumzuhängen ist zwar einfach aber von dem linken dasein krigt man nichts mit, bzw. darf weiterhin sein sexistisches oder rassistisches verhalten ausleben.

    [sorry an dieser stelle hat mich die kreativität verlassen sowie das interesse diesen text fortzuführen und dann auchnoch sinnvoll zu gestalten]

  28. 28 BLÖD 04. Januar 2009 um 10:52 Uhr

    unterhalten wir uns jetzt hier darüber, was man noch tragen darf? go to hell mit eurer schubladen-scheiße. ist doch völlig latte, wie jemand rumläuft, solange im kopf noch was geht, right? ist doch auch völlig logisch, dass man sich mit gewissem look vom deutschen dreck in barbour-jacke, lacoste-was-weiß-ich-yuppie-shirt abgrenzt. so ist das nunmal. subkultur rules und während ich hier so schön schreibe, fällt mir die google-anzeige da unten auf… *lach*

    Linke Klamotten
    Mit Style die Welt verändern: Klamotten aus fairer Produktion!

    whatever… wo war ich? egal…

  29. 29 dorfdisco 04. Januar 2009 um 14:09 Uhr

    Al St.John, netter Versuch mir so ne Art Paranoia zu unterstellen. Weder nehme ich hier irgendetwas gegen mich persönlich war, und erst recht beziehe ich nicht den erwähnten GöDru Artikel auf die letzte Soliparty. Lies doch bitte beim nächsten mal genauer nach bevor du solche Behauptungen in den Raum stellst.
    Davon abgesehen würde ich dich bitten nicht meinen politischen Standpunkt, der Ergebnis eines längeren Prozesses ist, auf die gesamten Veranstalter dieser Party zu beziehen.

    Ansonsten gehts doch viel eher darum genau mal diese (Party-)Kulturidentifikationsnummer zu überwinden und sich stattdessen auf eine Vernünftige Kritik zu verständigen, die jenseits vom „Lebensgefühl Freiraum“ funktioniert (offensichtlich hat sich diesbezüglich mit der von dir beschrieben Veränderung der linken Mode nicht viel getan). Sonst wird die Linke auf immer dazu verdammt bleiben eine Jugendsubkultur zu bleiben.

  30. 30 Keta Minelli 04. Januar 2009 um 14:31 Uhr

    Wenn ich hier nicht in Würde altern darf, ist das nicht meine Revolution.

  31. 31 LINKS 04. Januar 2009 um 22:49 Uhr

    @Dorfdisco: Nun, ich würde ja sagen, dass was wir so als Links bezeichnen, ist nun mal zu 95% eine Jugendsubkultur, die sich (grob gesagt) zwischen dem 16. und 28. Lebensjahr austobt. Danach wird es bei den meisten definitv ruhiger. Schon alleine deshalb, weil evtl. das Strafpensum erreicht ist, der Staat nun endlich die Verwertbarkeit des Individuums (notfalls durch Zwangsarbeit mittels Hartz-IV) sicherstellen will, die wöchentlichen Partys einen auf Dauer langweilen und viel zu anstrengend werden, die Konzerte auch mal besser waren, die dogmatische JuzI-Politik von alten Säcken gemacht und bestimmt wird (K.O. Fuck off!). FUTURE? Nein, Danke. Wohl aufgrund des Mangels an Willen, noch etwas verändern zu wollen. Die „Kämpfer“ aus alten Tagen sind müde. Nun soll man nicht zuviel aufs JuzI reduzieren.

    Nach Auflösung der (M) gehen viele Genossen getrennte Wege. Einige sagen, ein längst überfälliger Akt. Nun wird sich nicht mehr auf dem wöchentlichen Plenum der (M) gestritten, sondern jeder ist nun Teil einer (etwas überspitzt gesagt) selbsternannten Elite-Splittergruppe der (M) und die sich-nicht-mögenden Gruppen und deren Mitglieder finden sich gegenseitig nur noch doof. Wo evtl. noch vor Jahren versucht wurde einen Konsens untereinander zu finden, braucht man heute keinen Wert mehr darauf legen, dass man gemeinsam voran kommt. Die Felder sind abgesteckt. Jeder tobt sich in seinem Feld aus und gelegentlich fliegt ein Stein ins Feld des Nachbarn. Jede Gruppe denkt von sich, sie würde revolutionäre Politik machen und sucht keinen Dialog mehr mit anderen Gruppen, um vielleicht doch mal ein wenig über den eigenen Tellerrand zu schauen. Das gemeinsame Austauschen und Erarbeiten von Ideen, was die Linke einst ausgemacht hat, verkommt zu einem perfiden Machtspiel unter den einzelnen Gruppen, in dem (neudeutsch) gedisst, statt diskutiert wird.

    „Antifaschismus ist keine Frage der Mode, aber müssen unsere T-Shirts deshalb scheiße aussehen?“

  32. 32 Kugel 05. Januar 2009 um 0:25 Uhr

    Sagt mal wer von euch klugen Menschen war in den letzten Monaten eigentlich mal auf dem Ko?

  33. 33 ich 05. Januar 2009 um 12:36 Uhr

    Ich war da, wieso? Du auch? Tolle Sache… :)>-

  34. 34 Kugel 05. Januar 2009 um 13:57 Uhr

    weil ich denke das 90% der Menschen die hier labern seit ca nem Jahr nicht mehr da waren.

  35. 35 A.M.P. 05. Januar 2009 um 16:11 Uhr

    Wird sich hier mit Inhalten oder mit ästhetischen Fragen befasst?

    Ob eine/r nun Punk mag oder Elektro ist doch ziemlich egal. Das auch Linke von gesellschaftlichen Trends erfasst werden , sollte auch keinen mehr verwundern. Man lebt ja nicht unter einer identischen subkulturellen Glaskuppel. Dass jedoch eine Trennung zwischen DJ-ing und dem heruntersudeln, der immer gleichen Akkorde und dem zur Schau gestellten Initiationsgerülpse (find ich manchmal auch super!)inhaltlich vorgenommen wird, verweist auf eine grundsätzliche Problematik. Stromgitarrenmusik wird dabei als etwas reales, handfestes aufgefasst, während Elektro den erstgenannten VertreterInnen als schlichtes Plattenauflegen mit den immergleichen Rythmen erscheint. Bezogen auf die Inhalte, die Musik verbreiten kann, muss jedoch festgestellt werden, dass Punk, Hardcore genausowenig vor dämlichen Verhaltensweisen schützt, wie Elektro durch die Textlosigkeit einen Rückschritt linker Basics bedeutet. Nur hat sich inzwischen das „ästhetische Kräfteverhältnis“ auf Parties zu ungunsten der Stromgitarre geändert und neue Feierwillige ziehen in die „heiligen Hallen“ des Juzis ein, um ihre kulturelle Reproduktion zu tätigen. Das ist jedoch nichts Böses, sondern sollte vielmehr als Chance begriffen werden. Nach dem Prinzip Insider-Outsider werden Befindlichkeiten verhandelt und Argumentationen „hergenommen“, die anhand bestimmter Basics bilanziert werden. Gewalt auf Elektroparties und sexistische Verhaltensweisen stehen ganz vorne in der Argumentationskette. Doch wie Parties genau abgelaufen sind, fragt niemand bei den entsprechenden VeranstalterInnen nach. Es gibt durchaus hin und wieder Probleme, wenn Feierwillige aus einer anderen „Subkultur“ ins Juzi kommen, aber auch nicht mehr als bei anderen Veranstaltungen. Nur das diese keine Ahnung von den „Grundregeln“ des Juzi und den subkulturellen Codes haben. Aber sie kommen in das autonome Jugendzentrum, um zu feiern und kommen somit mit linksradikalen Inhalten (Transpis, Plakate usw.)seien sie noch so verkürzt in Berührung. Wer ernsthaft daran interessiert ist eine emanzipatorische Gesellschaft, jenseits des Verwertungszwangs und Ideologie(re-)produktion zu gestalten, muss auch gesellschaftliche Gruppen jenseits der Szene für diese Idee begeistern können. Und auch wenn solche Elektroparties zu nichts anderem führen, als dass Individuen Spaß haben und wichtige Projekte usw. dadurch unterstützen, ist das kein Argument dagegen. Es reicht daher nicht den Zeigefinger zu heben und zu schimpfen.

    Deutlich geworden ist, dass „die Linke“ als homogenes Identitätskonzept passe‘ ist. Ob diese Konstruktion Linke eine Jugendkultur bleibt, hängt wie oben richtigerweise angemerkt wurde von den zeitlichen Möglichkeiten ab, trotz des Geldverdienens „Politik“ zu machen. In dieser historisch spezifischen Konstellation – kaum Einflussmöglichkeiten auf die Gesellschaft, von Klassenkämpfen gar nicht erst zu reden – bedarf es der Reflexion linker Bewegungsansätze, sowie der Form des „Politikmachens“ und der Grundlage auf der diese beruhen. Damit auch der Frage, was hat feiern mit Politik zu tun und warum werden Parties im Juzi veranstaltet.

    :d

  36. 36 Kugel 06. Januar 2009 um 10:30 Uhr

    Wo bitte kommen den die leute mit Juzi Politik in kontakt? Das das BIer so billig ist? Darüber freuen sich zwar alle aber ich glaube die wenigsten wissen das das nen sozialen Hintergrund haben soll. Aufkleber Plakate oder Transpis? Du glaubst doch selber nicht das darüber nachgedacht wird soweit es denn überhaupt war genommen wird.

    Juzi Partys anders gestallten!!!

  37. 37 Schwarzes Schaf 06. Januar 2009 um 14:04 Uhr

    „Die Schwarzen Schafe“ haben gerade eine neue Version des Klassikers „Neue Rituale“ veröffentlicht. Ist zwar grausam, wie das gute Stück verschandelt wurde, aber der Text ist auch 2009 noch aktuell.

  38. 38 rave on 08. Januar 2009 um 20:35 Uhr

    lol…wie ich das dorf doch vermisze!

  39. 39 A.M.P. 08. Januar 2009 um 21:08 Uhr

    Hier noch was aus dem Dorf:
    Von der Seite der BG-Geschichte entliehen.

    Female:beatz
    frauen*lesben*trans*techno*-Party im Juzi
    Mi, 07.01.09 20:00h – Sa, 17.01.09 05:00h
    Ort: JuZI (Bürgerstraße) VeranstalterIn: Female:beatz

    Female:beatz

    frauen*lesben*trans*techno*-Party im Juzi

    Wer in den vergangenen Monaten Parties im Juzi besucht hat, ist womöglich einer insbesondere für Teile des linken Publikums unübersehbaren Tendenz gewahr geworden: Zunehmend füllen sich die Tanzflächen mit Menschen, die mit Konzeptionen linker Subräume offenbar nichts anfangen können und wollen.

    Dass das Partybild inmitten gröhlender Männerrunden, zerschlagener Bierflaschen und plumper Anmachversuche dabei sukzessiv an die aggressive Atmosphäre von Großraumdiscos und Schützenfesten erinnert, ist wenig verwunderlich. Verständlich erscheint auch, dass besonders frauen*lesben*trans*, welche jene Parties besuchen, die männerdominierte Stimmung zumeist merklich zu spüren bekommen. Ebenso sehen female*Dj`s unter derartigen Bedingungen häufig keinen denkbaren

    Rahmen gegeben, um aufzulegen, was mit der generellen Marginalisierung von frauen*lesben*trans* innerhalb der Musikszene korrespondiert.

    Besagte Stimmung artikuliert sich nicht lediglich manifest in Verhaltensweisen wie blöden Sprüchen oder aufdringlichem Anstarren, sondern auch in selbstverständlich daherkommenden Phänomenen wie – trotz Enge – raumeinnehmendem Tanzen oder Dominanz in Unterhaltungen. Dass sich „aber nicht alle Typen so verhalten“ und auch Frauen dominant sein können, ist evident.

    Jedoch verkennt eine Sichtweise, welche hinter einer Party für frauen*lesben*trans* kurzerhand eine Regression in differenzfeministische Geschlechtsinterpretationen, Männerfeindlichkeit und Zementierung von Geschlechterkategorien vermutet, das nach wie vor strukturell asymmetrische Geschlechterverhältnis.

    Die Relativierung oder gar Leugnung dieses Verhältnisses kommt, ganz gleich ob in schlicht unreflektierter Manier oder vermeintlich queerem Gewand, der Verschleierung vor allem subtil und latent wirkender androzentrischer Prämissen und heteronormativer Hegemonien gleich. So kann etwa in Politgruppen oder Freundeskreisen ein „gleichberechtigtes“ Selbstverständnis vorherrschen; gerade aber durch die fehlende Thematisierung des Geschlechterverhältnisses drohen sich Ungleichheiten – unerfasst – zu reproduzieren und verfestigen. Die Wunschvorstellung von einem horizontalen Miteinander jenseits von Machtbeziehungen ist insofern dazu verurteilt, sich als illusorisch zu enthüllen.

    Trotz eines theoretischen Verständnisses, das die gängigen Geschlechterkategorien als limitierende Konstruktionen begreift, ist es unserer Ansicht nach von unabdingbarer Notwendigkeit, für die Dynamik und Flexibilität jener Konstruktionen sensibel zu bleiben.

    Selbst „queere“ Kritiken verkennen leider häufig, dass saloppe Aussprüche wie „Fuck gender“ allein nicht in der Lage sind, die Regulationsverfahren geschlechtlicher Zurichtung unwirksam zu machen. Dass einem dekonstruktivistischen Genderverständnis zufolge die Kriterien des Ein- und Ausschlusses bei einer geschlossen konzipierten Party fragwürdig bleiben, ist offensichtlich und stellt vor Herausforderungen.

    Wichtig bleibt bei aller theoretischen Reflexion jedoch, dem Geschlechterverhältnis in seiner real geltenden Ausformung Rechnung zu tragen und seine Tragweite nicht hinter bürgerlichen Symmetriegeboten zu verwischen. Es gilt dabei unserer Ansicht nach auch, die zahlreichen Differenzen zwischen frauen*lesben*trans* nicht unter ein kollektives Wir zu subsumieren, was die gewählte Schreibweise in ihrer prinzipiellen Offenheit verdeutlichen soll. Fern liegt uns trotz der betonten Relevanz eines strategischen Separatismus, ausschließlich mit binären Kategorien zu hantieren. Nicht selten mündet ein solches Vorgehen nämlich in die Lähmung tatsächlicher Verschiebungen innerhalb von Genderdiskursen.

    Zudem verstehen wir die Party nicht als von der patriarchalen Wirklichkeit abgekoppelte Gegenwelt, sondern sind uns bewusst darüber, dass auch hier männlich codierte Verhaltensmuster und Hierarchien zum Tragen kommen.

    „Frei entfalten“ können wir uns weder im „Frauenraum“ noch sonstwo. Aber an solchen Orten kann sich vielleicht unbefangener aufeinander bezogen und mit der Kritik an den bestehenden Verhältnissen begonnen werden – nicht zuletzt daher sehen wir in der Party auch die Möglichkeit, uns mit interessierten frauen*lesben*trans* auszutauschen und zu vernetzen.

    Der gängigen Auffassung, das Problem läge bei den Frauen, wenn sie keinen Bock auf den heterosexistischen Normalzustand haben, wollen wir mit unserer Party etwas entgegensetzen. Es geht nicht um den Versuch des Aufspürens einer Musterlösung, mit der alle zufrieden sind – das sehen wir nicht als unseren Job an. Vielmehr steht die Umsetzung einer Tanzveranstaltung im Fokus, auf die wir Lust haben. Explizit ist es dabei auch unser Anliegen, female*Dj`s zu supporten und frauen*lesben*trans* einen Raum zu bieten, der nicht derart von männlicher Dominanzattitüde gekennzeichnet ist, wie es bei den vergangenen Parties im Juzi verstärkt der Fall war.

    Erschienen am: 07.01.2009 zuletzt aktualisiert: 07.01.2009 14:54

    =))

  40. 40 bigmouth 08. Januar 2009 um 22:11 Uhr

    der fall ist doch wohl anders gelagert.

    gröhlender Männerrunden, zerschlagener Bierflaschen und plumper Anmachversuche

    der witz bei dorfdiscos beitrag ist doch gerade, dass es da keine zwischenfälle gab, linke sich asber TROTZDEM aus subkulturgründen beschwerten

  41. 41 lahmacun 08. Januar 2009 um 22:31 Uhr

    ich weiß nicht, wieso der beitrag von Female:beatz zum lachen ist. sollte ich?

  42. 42 ich 09. Januar 2009 um 0:27 Uhr

    find ich auch nicht.
    er hat ecken aber da kann man ja drüber diskutieren, komisch ich mach das immer noch gern. :-?

  43. 43 Al St.John 09. Januar 2009 um 10:43 Uhr

    liebste dorfdisse, es geht nicht um paranoia – die wahnhaftigkeiten dieser welt verorte ich durchaus woanders. es ging mir um nen (in meinen augen) übertriebenen selbstbezug. vielleicht auch meinerseits übertrieben :-? dass die nummer aufgrund des artikels vielleicht „angeheizt“ wird, mag sein, ist aber ziemlich sicher nicht intention der verfassenden gewesen. die liegt in meinen augen eher darin, das party-gehabe der letzten monate im juzi zu kritisieren und gelangt da hin, indem sie mindestens zwei fehler macht: zum einen, von der „normaleren“ (männer-dominierteren) klientel bei elektroparties auf beschisseneres verhalten zu schließen, zum anderen (sozusagen als logische folge des ersten fehlers) der „anderen“, älteren subkultur implizit die weniger übergriffigen verhaltensweisen zu bescheinigen. beides natürlich quatsch: zum einen sind punk/hardcore-vernstaltungen schon immer ne männerdominierte subkultur-nummer gewesen, zum anderen sprechen jahrelange auseinandersetzungen innerhalb dieser szenerie aufgrund der genannten vorwürfe und übergriffe bände.
    dein offensichtliches interesse gilt der frage, wie der szene/subkultur/freiraum-mief die rolle bekommt, die ihm zusteht: ne subkultur zu sein/bleiben und nicht im weg zu stehen, wenn denn linke/linksradikale ansätze gefragt sind. abgesehen davon, dass freiraum-nummern in meinen augen nicht gänzlich an relevanz und berechtigung verloren haben (auch wenn es sich sowieso immer nur um relative freiheit von widersprüchen aller art aber auch ganz konkret bullen, nazis und verbindern auf parties handeln kann), nervt die identitäre komponente mit ihrem exklusiven habitus und exkludierenden umsetzungen tatsächlich ungemein. wichtig ist aber in meinen augen vor allem, dass hier nicht so getan wird, als wären die anderen parties weniger identitär: die problematik hast du genauso in den anderen jugendkulturen (hiphop, rave, tekkno…), nur dass sich diese szenen hier keinen scheinbar rebellischen Touch (mehr) geben, sondern die mechanismen des kapitalistischen mainstreams überhöhen, anpreisen und verstärken (statussymbole, kohlekohlekohle als notwendige eintrittskarte, action-drogen statt hängerdrogen (man muss ja leisten, battlen, 24hstundentanzen…)usw. und ne bild-live-übertragung ausm juzi brauch ich nicht, scheissegal, welche elektropopikone da gerade spielt – auch wenn das dorf dann weiter dorf bleibt und nicht so hipp ist wie der festsaal.
    dass dieser ganze scheiss im bereich der „alten“ subkulturen ähnlich funktioniert und etliche leute den rebellen nie inhaltlich füllen wollten stimmt auch, ändert aber nichts daran, dass die scheinbaren möglichkeiten in der öffnung gegenüber anderen einflüssen in null komma nix aufgeraucht sind und der große MARKT der kapitalistischen Möglichkeiten die Grenzen bestimmt. Insofern ist diese nummer genauso identitär, wenn man identitär als insbesondere klare Definitions-Grenzen absteckend versteht. wo „die linke“ ansonsten steht, verdeutlicht sich derzeit doch daran, dass keine sau ne idee hat, wie beispielsweise aus ner (von verschiedensten linken proheten hundertfach vorausgesagten) derzeitigen krise was sinnvolles zu machen wäre. alle bekannten kombos verharren in ihren alten strukturen und funktionsweisen zwischen identitärer „fleissige-bienchen-praxis“-politik und total bohèmer „wir machen nur kritik“-kultur. insofern brauchts da eh mal nen anderen impuls, als aufregung über punks und popper im göttinger juzi. so long,
    al

  44. 44 dorfdisco 09. Januar 2009 um 16:55 Uhr

    Al St.John. Mir geht es eher darum, wie die Linke endlich mal aus dieser Kulturnummer rauskommt. Das Problem ist, denke ich, dass gerade die Politisierung über eine Identitätsbildung durch Subkultur mit Musik, Kleidung, etc verläuft (war selbst bei den meisten Theorielesekreisaktivisten so). Da genau diese, Subkultur (sei es ein AZ, linker HipHop, alternativer Techno, Punk, linke Kneipenkollektive) sich über die konträre Position zum Mainstream definiert und damit über eine Exklusivstellung funktioniert, hast du das Dilemma, dass es NIEMALS den Anspruch geben kann eine bedeutende gesellschaftliche Stellung einzunehmen. Und das mündet ja dann genau in so einem „Kleidungsrassismus“ (- ich weiß der Begriff hinkt) wie im Beitrag beschriebenen.

    Ziel wäre es also Parties und Kultur einfach sich selbst zu überlassen und sie, wenn man Lust darauf hat entsprechend zu konsumieren (Idioten die sich nicht benehmen können sollen natürlich weiterhin raus fliegen – ich hoffe das machen die Leute auch wenn sie ätzende Situationen im Bus oder sonst wo mitbekommen) und zu überlegen wie man eine radikale Linke aufbaut deren Gemeinsamkeit die Kritik und Agitation ist und nicht die Kultur, der „Freiraum“, etc.
    Evtl. gibt es dann irgendwann mal den Punkt an dem sich Leute die über 30Jahre alt sind, nen normalen Job nachgehen, Familie haben oder ihre Erfüllung nicht im dreckigen T-Keller und JuzI sehen zu radikalen Linken werden.
    Und so blöd es vielleicht klingen mag: Eine Linke die sich und ihre Kritik ernst nimmt muss zumindest den Anspruch haben, die Hausfrau oder den Aplenmaxxgänger genau so als revolutionäres Subjekt zu begreifen wie den Dauerstudent oder T-Kellergänger.

    Wenn ein nicht gerade kleiner Teil der Göttinger Linken (gilt übrigens auch für andere Linke und ihre „Freiräume“) allerdings schon misstrauisch werden weil sich Leute die nicht so angezogen sind wie sie in ihren heiligen Hallen bewegen dokumentiert es auf bittere Weise an welcher Stelle die Linke steht. Die Welt reicht halt nun mal weiter als zur Türinnenseite des Juzis.

  45. 45 Keta Minelli 09. Januar 2009 um 17:18 Uhr

    Alles soweit richtig, aber Aplenmaxxgänger als revolutionäres Subjekt? Ich weiß ja nicht einmal, was das ist.

  46. 46 Keta Minelli 09. Januar 2009 um 17:18 Uhr

    Alles soweit richtig, aber Aplenmaxxgänger als revolutionäres Subjekt? Ich weiß ja nicht einmal, was das ist.

  47. 47 dorfdisco 09. Januar 2009 um 20:54 Uhr

    „Aplenmaxxgänger“ soll eigentlich „Alpenmaxgänger“ heißen und die verkörpern den schlechten Geschmack in Reinform. Siehe z.B. hier

    (hm, vielleicht sollte ich doch mal anfangen meine Sachen in Openoffice vorzuschreiben oder zumindest mal durchzulesen bevor ich sie veröffentliche)

  48. 48 Soft_brain 10. Januar 2009 um 10:16 Uhr

    http://monsters.blogsport.de/?p=1323

    „Leider ist der Kommentarbereich dieses Mal geschlossen.“

  49. 49 dorfdisco 10. Januar 2009 um 10:36 Uhr

    Ok, das ist jetzt schon zum zweiten mal hier, quasi kommentarlos, gepostet worden. So allmählich würde ich ja dann doch ganz gerne mal die Absicht dahinter erfahren. Werbung scheint ja zumindest nicht die Intention gewesen zu sein.

  50. 50 Soft_brain 10. Januar 2009 um 11:43 Uhr

    Bei Schöner Leben gabs eine „Diskussion“ über diese Party.

  51. 51 Anna 10. Januar 2009 um 16:30 Uhr

    Dass Mr.Ober-Macker die Einladung zu einer Anti-Macker-Party zum Lachen findet, überrascht irgendwie nur wenig. :-?

  52. 52 soft_brain 10. Januar 2009 um 17:31 Uhr

    Ich?

  53. 53 berlin 28. Februar 2009 um 5:07 Uhr

    Gut!

  1. 1 Echt Atze! Echt atzig! « Mutti wohnt in Münster Pingback am 07. Januar 2009 um 23:47 Uhr
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