Meine Güte, dieses JuzIpartythema holt einen aber auch immer wieder ein.
Der allgemeine Ruf der Dorflinken nach Verschanzen und Rückzug hat nämlich einen neuen Höhepunkt erreicht. Femal Beatz im Juzi. Dabei muss man sich an der Party selber erst mal nicht groß stören, der Aufruf zu dieser Party hat es aber in sich:
In bester Bildzeitungsmanier wird ein Horrorszenario von grölenden Männerhorden und zerschlagenen Bierflaschen entworfen, welches so weit an der Realität vorbei geht, dass sich der Eindruck aufdrängt, die Autoren konstruieren gerade zu einen Grund für ihr Anliegen.
Während die letzten Veröffentlichungen zu dem Thema wenigstens noch mit den Gedanken gespielt haben Einfluss auf die, angeblich neue Partysituation zu nehmen, wird jetzt ganz offen die Selbstisolation angepriesen.
Radikale Feministinnen waren wenigstens mal, bei allem geschlechtsidentitärem Mist, unter dem Motto „Frauen erobern sich die Nacht zurück“ nach außen gegangen, haben Banden gegen Übergriffe, etc gebildet und festgestellt, dass die Präsenz im Alltag der Raum ist den man einnehmen müsste. Jetzt müsste es, konsequent zu Ende gedacht eher heißen: „Frauen*Lesben*Trans wollen sich einen goldenen (äh ,na ja, vielleicht nicht im JuzI) Käfig bauen“. Trotz besseren Wissens , beharren die Autorinnen nämlich auf dem Rückzugkonzept und schmeißen damit die eigene und im Aufruf sogar formulierte Erkenntnis über Ursache und Wirkung über Bord. Stattdessen kommen sie mit dem alten Irrglauben, in einem sog. „Freiraum“ könnte besser als irgendwo anders mit einer Kritik der Verhältnisse begonnen werden.
Bei einer solchen Beurteilung und Hochstilisierung des „Freiraums“ wird mir Angst und Bange. Die Unterscheidung in das „Innen“ und „Außen“ und das damit einhergehende anlegen unterschiedlicher Kriterien heißt im Umkehrschluss eine Absage an das Wirken in der bitteren Realität des Alltags (oder warum gibt’s keinen Aufruf sich mal nen Freitag Abend an den Willhelmsplatz zu stellen und einzugreifen wenn wieder ein paar Idioten vorbeikommenden Frauen an den Hintern langen?). Die ganze Motivation dieser Veranstaltung scheint eher auf das Bedürfnis des eigenen Wohlfühlens begründet zu sein. Dieses wird auf recht plumpe Art und weiße und trotz besseren Wissens, in die Anwesenheit von „Mann“ und „Frau“ gegossen. Die Party hätte eher den Titel verdient: „Wir bauen uns unsere kleine heile Welt in der wir unter uns sind!“. Cool! Mache ich Freitag Abend höchstwahrscheinlich auch. Würde ich aber halt nicht als fortschrittlich anpreisen und ewiglange Aufrufe zu verfassen.
Oder ich geh wie Superflu in die nächste christliche Kirchengemeinde, da kann man offensichtlich auch mal fünfe gerade sein lassen:
guter text.
Nun, scharf oder hochgestochen formulierte Texte gibt’s in Göttingen ja zuhauf, so hab ich das kennengelernt.
Mein Problem ist eher ein ziemlich konkretes: Wie verhalte ich mich? Ist es nun Provokation, wenn ich als männlich definiertes Wesen da hin gehe (die mangelnde Absicht, irgendwen mit irgendwas zu belästigen ist ja keine äußere Eigenschaft im Gegensatz zu Kleidungsstil und sonstigem Auftreten)? Soll ich mich an der Kasse visuell testen lassen? Ich will niemanden provozieren. Und ich will mich auch nicht testen lassen. Und ich will mich nicht neu definieren. Also habe ich eigentlich nur eine Option: Nicht hingehen.
Kann sein, dass das so von den Veranstalter_innen nicht gewollt oder gemeint ist. Das geht aus dem Text aber leider ebensowenig hervor wie das Gegenteil, falls das der Fall sein sollte. Was bleibt, ist eine Party, die ich (Stand von heute, mal gucken, was noch kommt) nicht besuche — aus vielleicht falscher Rücksichtnahme. Ich sehe da also auch ein Isolationsproblem. Das aber vielleicht gar nicht da ist. Alles so schwierig, wenn keine Ansage erfolgt, was denn nun geht.
Auf jeden Fall ist das Provokation wenn du da als biologischer Mann hingehst… ist ja schließlich ne FrauenLesbenTransParty.
Falls du vorhast am Wochenende auszugehen sei dir aber am Samstag die Diva Lounge empfohlen. Kein identitärer Hickhack, DJ`s die was taugen, beste Anlage von ganz Göttingen und meistens angenehme Atmosphäre auch wenn es voll ist oder jemand mal ne Flasche fallen lässt.
Sieht ganz schön klein aus, diese Diva-Lounge. Das kann ja was werden. Vielleicht gehe ich doch lieber ins Juzi.
Selbstisolation ja, aber auch der blödsinnige Versuch, die vorgeblich geschändeten Freiräumlichkeiten via *eigener* Party von bösen Mackerdämonen zu exorzieren.
Ah, OK, mein Verständnis nimmt langsam Konturen an. Spätestens das Posting gerade auf der SL-Mailingliste mit einem »only«-Appendix beantwortet meine Fragen. Naja, von mir aus bleibt dann, allen im Juzi Feiernden viel Spaß (und keinen Stress mit falscher Klientel) zu wünschen! (das ist nicht sarkastisch gemeint)
Warum trennst du denn in deiner Kritik diese Party von sonstigen Interventionen die versuchen eine feministische Praxis in den Alltag einzubauen? Das macht doch keinen Sinn, so zu tun als würde es hier lediglich um die Party gehen. Insofern find ich deinen Rückschluss auch falsch zu sagen, man würde sich ein Innen und Außen konstruieren. Als würden die Veranstalter*innen sich einen Käfig bauen wollen.
Allein diese Äußerung deutet schon darauf hin, wie feministische Praxis überhaupt von einem großteil der Linken in Gö wahrgenommen wird: Nicht, oder als Gegenstand der bloß zu kritisieren ist. Und dabei scheint auch jedes Mittel recht: So zum Beispiel: Das gesamte Partykonzept und die ihm zugrundeliegenden Argumente wegen der Beschreibung als Ganzes über bord zu werfen.
Es geht ja bei dieser Party eben nicht darum ein Außen und Innen vorauszusetzen und darauf auf zu bauen, sondern diese Außen und Innenperspektive zu kritisieren: Es gibt keine politische Strömung, wo Sexismus aufhört zu existieren. Es ist im JuZI in letzter Zeit lediglich schlimmer geworden (was nicht zuletzt auch an der Popigen Form liegt, wie diese beworben werden). Und aus dieser simplen Argumentation die eben genau das Gegenteil dessen macht, was du kritisierst, folgt die Relevanz einer solchen Party, die im übrigen nicht den Anspruch hat sich auf alle Partys dieser Stadt auszudehnen und ab sofort einen neuen Standard setzt. Es geht darum zu intervenieren in gesellschaftliche Entwicklungen. Sowohl im JuZI, als auch anderswo. Versuch doch mal den Text aus dieser Perspektive zu lesen und nicht aus der unmittelbaren Defensivhaltung die du in deiner Argumentation an den Tag legst.
Die Beschriebung des Ist-Zustandes mag deiner Meinung nach ja überspitzt sein. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Kritisierbarkeit dieses Ist-Zustandes und vor allem geht deine Kritik an der Darstellung auch einher mit einer besonderen Perspektive. Du nimmst JuZI-Partys halt vielleicht auch anders wahr als Frauen*Lesben*Transgender. Deswegen ergibt sich halt für dich vielleicht nicht die Notwendigkeit eine solche Party zu organisieren – für andere (und zwar jene die von dem Kritisierten betroffen sind) ergibt sie sich.
Du scheinst eben diese Trennung zwischen ‚Linke Szene‘ und ‚Außerhalb der Linken Szene‘ selber gerne machen zu wollen um eine Kritik zu konstruieren. Aber mach‘ das dann bitte auch an den Inhalten die da vermittelt werden fest. Dass es nunmal andere Standards an jenen Orten gibt, die wir als Linke gestalten können, stört bei anderen Themen doch auch sonst niemanden? Warum also hier? Und da scheint es eben auch die Notwendigkeit des Textes zu beweisen. Wenn so viele (überwiegend) Männer sich reflexartig jeden Strohhalm raussuchen um auch mal was kritisiert zu haben an der Party, sagt das mehr über diese „Argumente“ und jene die sie äußern, als über die Party selbst.
Annodazumal gab es öfter Frauen*Lesben-Partys die, eben auch aus vielen der im Text genannten Gründe, organisiert wurden. So zu tun als sei dies ein Novum und ein Tabu-Bruch, ruft das Gefühl von Bild-Zeitungsniveau erst hervor, dass du den Autor*innen unterstellts.
so long…
mich hat tutnichtnot überzeugt!
In dem Beitrag wird doch nicht mal der Feminismus kritisiert sondern die Form wie sich das Politik machen in der Partyeinladung vorgestellt wird. Und was halt noch ne Steigerung von dem unter-sich-bleib-Bedürfnis weiter Teile der Göttinger (Freiraum-)Linken ist. Am Feminismus gibt’s ja ganz andere Dinge auszusetzen, die ich aber extra nicht mit rein genommen habe weil mir schon schwante, dass die Empörung darüber mein eigentliches Anliegen komplett untergehen lässt.
Ja also, da ist doch der Fehler. Intervenieren in gesellschaftliche Entwicklungen wenn man unter sich bleibt. Wie soll das gehen? Und vor allem, welche Vorstellung wie Intervention funktioniert wird hier propagiert: Eine bestimmte Peergroup feiert für sich eine Party. Wo ist da überhaubt eine Intervention, geschweige denn so etwas wie Agitation? Hier wird mal wieder zu allem Überfluss auch noch eine völlige Überschätzung von Parties als politisches Mittel vorgenommen.
mich hat dorfdisco überzeugt!
Was mach ich eigentlich als emanzipierte, linke, heterosexuelle Frau, die auf Parties gerne mit dem von mir bevorzugten Geschlecht in Kontakt kommen möchte? Da werde ich doch diskriminiert, oder nich, woll! Schließlich ist diese Party explizit für mich als Frau freigegeben, aber entfalten/ausleben kann ich meine Persönlichkeit da nicht.
dorfi! offensichtlich symphatisieren noch mehr blogs mit dir:
http://el3ktrolurch.blogsport.de/2009/01/14/kleinkram-1/
Ich würde ja behaupten, dass deine Position an der Stelle unscharf wird. Diese Party nicht als eine Intervention in den Normalzustand zu begreifen, und damit als Teil einer feministischen Intervention, führt zu einer Privatisierung von Sexismus. Eine wesentliche Grundannahme feministischer Theorie und Praxis ist doch, dass sich Herrschaft auch und gerade im Privaten ausdrückt. Damit ist eine Party in der mit einem Besitmmten Zustand versucht wird zu brechen – und allein schon die Diskussion um die Party zeugt davon – eben ein Bruch im Alltag. Und dieser Bruch ist ebenso notwendig, wie die Perspektive nach einer gesamtgesellschaftlichen Veränderung. Kann sein, dass das Mittel der Party überhöht wird durch solche Interventionen. Da müsste evtl. grundsätzlich darüber nachgedacht werden, was Partys leisten können und sollten. Aber, dass es durchaus eine politische Komponente bei Partys gibt würdest du ja nicht abstreiten oder? Und das die meisten Partys eben die gesellschaftliche Normalität reproduzieren würdest du auch nicht abstreiten denk ich mal.
Da verstehe ich aber auch deinen Punkt nicht, warum du dir plötzlich soetwas wie eine Göttinger (Freiraum)-Linke herbei halluzinierst. Ja wo ist diese Göttinger Freiraum-Linke denn? Oder wie Karl Held sagen würde: Prüf doch mal das Argument! Diese Phantomposition aus einer Kritik an dem Ist-Zustand abzuleiten wäre witzlos, da der Text einen gesamtgesellschafltichen Bezug überdeutlich herstellt und auch eingesteht, dass es mit der Party nicht getan ist.
„Ja also, da ist doch der Fehler. Intervenieren in gesellschaftliche Entwicklungen wenn man unter sich bleibt. Wie soll das gehen?“
Das würd ich halt umdrehen: Du kritisierst doch eben diese Trennung in ein Innen und Außen und plötzlich sprichst du von einem „unter sich“ sein und stellst damit das Innen und Außen her um das vermeintliche Innen und Außen der Anderen zu kritisieren. Das ist doch merkwürdig und müsste dir doch auch aufgefallen sein? Die Intervention besteht eben daraus, dass man nicht „unter sich“ ist bei JuZI Partys. Dort hängen zwar viele ab die gewisse Standards akzeptieren und inhaltlich nachvollziehen können, aber die letzten JuZI-Partys haben doch mehr als deutlich genug gezeigt, dass dieses „unter sich“ sein nicht zutrifft. Da geht die Intervention hin. Aber, dass es damit nicht getan ist, da stimm‘ ich dir zu. Das es aber ein notwendiger Bestandteil ist zumindest die Praxis, die aus einer theoretischen Überlegung folgt, zumindest in den Räumen umzusetzen, die man selbst verwalten kann, ist doch wohl mehr als Logisch?! Wie gesagt: Bei anderen Themen scheint das nicht so ein großes Problem darzustellen wie hier.
Hey! an sich sind wir kein „gö-blog“… wir sind mehr sonne lästerecke… oder ein think thank einiger völlig verrückter… der untergang der rechtschreibung… oder das mittel zur transformation der spaßgesellschaft hin zum spaßkommunismus… aber kein gö blog!
um gemeinsame sache machen zu können, muss in der regel erstmal zusammenfinden und sich einig werden, was denn diese sache ist und wohin es gehen soll. das kann man bei allen „sozialen bewegungen“ beobachten. kommunikationswissenschaftlich gesprochen: einfache öffentlichkeit (dient dem zusammenfinden und der selbstverortung, das problem wird angesprochen, wie man es lösen kann etc) --> mittlere öffentlichkeit (kommunikation nach innen, aber auch schon nach außen zur agitation). dann strebt man nach komplexer, d.h. massenmedialer öffentlichkeit.
ich kenne mich ja mit göttingen nicht aus, aber vielleicht wird da ja auch an ner stabilen grundlage gearbeitet, um sich dann öffnen zu können.
also
davor fanden sich aber die qua gesellschaftlicher stellung isolierten frauen in consciousness raising gruppen zusammen. das in diesen intimen runden entwickelte bewusstsein war vorraussetzung für das anschließende offensive auftreten.
http://en.wikipedia.org/wiki/Consciousness_raising
insgesamt finde ich es ja überraschend, dass so ne party (und der dazugehörige aufruf) so viel resonanz erzeugt. sagt auch was aus.
und noch schnell zu „bei allem geschlechtsidentitärem Mist“.
naja, dieser mist wurde denen ja von außen angetragen. weil sie als frauen begriffen wurden, als frauen behandelt wurden, wegen ihres frau-seins diskriminiert wurden …
ist schon die frage, ob man ihnen, dass die dann als als frauen benachteiligte zusammenfanden und – finden, zum vorwurf macht.
Klar kann man das zum Vorwurf machen, hier wird doch die Bezeichnung „Frau“ in bester realgesellschaftlicher Manier als Opferrolle übernommen. Die Frau an sich sei so schwach und reaktiv, dass sie sich in einen Freiraum zurückziehen müsse, um sicher und wohlig Frau sein zu dürfen. Genau das wird hier rübergebracht. Viel besser wäre doch die aktive Annahme der Rolle Frau mit eigener Ausdeutung dieser, nämlich als starker Person(engruppe), die im (Party-)Alltag den jeweiligen gegen sie gerichteten -ismen entgegentritt.
vllt ist es ja im gegenteil so, dass so ne party der versuch ist, nicht ‚frau-sein‘ zu müssen?
und was soll ne ‚aktive annahme der rolle frau mit eigener ausdeutung dieser‘ sein? differenzfeminismus?
ich kann nur sagen: auf so ner frauenparty wird einer auch mal bewusst, wie das gendern im partyalltag sonst so läuft. das fällt einer sonst so gar nicht auf, i.d.r., auch wenn man sich schon theoretisch damit auseinandergesetzt hat. weil da bestimmte geschlechtsspezifische verhaltungserwartungen nicht an eine herangetragen werden, zB.
die frage ist halt, woher kommt dieses ‚frau-sein‘, wer definiert das denn, was das so ist, was werden da für verhaltenserwartungen an eine herangetragen etc.
zB: es ist ja nicht so, dass es nicht genügend studien gäbe, die nachweisen, dass männer tatsächlich mehr raum in anspruch nehmen; was ja nicht heißt, dass die das bewusst machen, das ist ja vielmehr was ansozialisiertes. im gegenzug wird als frauen begriffenen menschen ansozialisiert, wenig raum einzunehmen, sich begrenzen zu lassen bzw. sich selbst zu begrenzen.
dessen muss man sich halt zuerst mal bewusst werden. so ne party kann so ein anlass sein.
es wäre auch nicht schlecht, wenn sich als männer sozialisierte mal dessen bewusst würden.
@tutnichtnot
Da muss ich doch gar nichts herbeihalluzinieren: Das steht sogar im Aufruf, dass es einen Freiraum gibt den man anders als den Rest der Gesellschaft bewertet. Deshalb findet diese Party doch in genau dieser Form da drinnen statt.
@ lahmacaub:
aaaaaaaahhhhhhhhhhhh! Was machst du denn jetzt auch noch hier? Musst du nicht in der Zone für deine Prüfung lernen?
back to topic:
Die haben sich doch längst schon zusammengefunden und machen „gemeinsame Sache“ daraus resultiert doch das Frauen*Lesben*Trans-Zeug. Aber ich nehme denen nicht ab, dass es ihnen um eine gesellschaftliche Intervention oder sogar Aufklärung geht (oder sie haben eine komische Vorstellung wie das gehen soll). Dieses ganze Projekt muss im Kontext des sehr laut gewordenen Rufs in Göttingen nach Rückzug in die eigene Kultur gesehen werden. Das kann zwar für den einzelne sehr erfischend sein, hat mit dem Überzeugen von Leute vom Überwinden der Verhältnisse aber nichts zu tun.
Damit einher geht übrigens gerade eine ganz massive Organisationsfeindlichkeit die dazu geführt hat, dass immer weniger Leute in Disskusionsprozesse eingebunden sind und eine kontinuirliche Weiterentwicklung der radikalen Linken im Dorf nur sehr schwierig ist – dafür boomt halt die Subkultur. Wenn jetzt das ganze auch noch in so eine Richtung gedreht wird, dass über die Subkultur agitiert werden soll ist das mehr als problematisch! Wenn die Leute einfach nur mal in ihrer Peargroup unter sich feiern wollen ist mir das scheissegal.
PS: Was soll denn die Resonanz bei Leuten Aussagen. Was bedeutet dass für die letzte Veranstaltung der Anti-D´s bei der das ganze Dorf Kopf stand?
@dorfdisco: „Dieses ganze Projekt muss im Kontext des sehr laut gewordenen Rufs in Göttingen nach Rückzug in die eigene Kultur gesehen werden.“
wieso denn das? Da wird aber viel reininterpretiert. Was hast du überhaupt für einen Kulturbegriff……
„Das kann zwar für den einzelne sehr erfischend sein, hat mit dem Überzeugen von Leute vom Überwinden der Verhältnisse aber nichts zu tun.“
Meint du das redical m partys Leute emanzipatorischer machen?
prüfung? huh?! da bin ich schon zu alt für!
wie bereits geschrieben: hab da ne andere meinung. wie auch immer.
(also zB ‚organisationsfeindlichkeit‘: das gegenteil scheint – von außen betrachtet – der fall zu sein. so ne party ist ja was organisiertes. BLA)
@?!?
1: http://de.wikipedia.org/wiki/Subkultur
2: Nein!
>Überwinden der Verhältnisse
die frage ist halt, denkt man da auch das geschlechterverhältnis mit? hm?
Boa, soll jetzt doch noch ne Diskussion über Feminismus losgehen? Die hatte ich wie gesagt versucht rauszuhalten. Falls Bedarf besteht kann die hier (die habe ich irgendwann abgerbrochen und Teile gelöscht weil es zu beleidigend wurde) oder auch bei Diffi (die ist aktueller) geführt werden.
Ps: Ach ja, das nennt man ja nicht mehr Prüfung.
Es ist außerordentlich, wie die etwas reißerisch anklingende Beschreibung von gröhlenden Männerrunden (die Mr. Dorfdisco kurzerhand in -horden umdichtet und den Autorinnen im gleichen Atemzug Bildzeitungsniveau vorwirft — entweder glänzende Selbstironie oder einfach nur fehlende Schicklichkeit) und zerschlagenen Flaschen dazu führt, den eigentlichen Gehalt des Textes geflissentlich zu überlesen.
Ich muss hinzufügen, nicht nur völlig zu überlesen; im Falle des Autors Dorfdisco werden verschiedene Angelegenheiten vermengt, die nicht zusammengehören sowie eine – eigentlich berechtigte – Kritik an Vorstellungen von Freiräumen schablonenartig und reflexhaft auf den Partytext angelegt, obwohl darin der eher gegenteilige Ausdruck zu finden ist.
Tutnichtnot hat einige wesentliche Absurditäten seiner Argumentation schon benannt, etwa dass er mit seinem Gerede über das „unter-euch-sein“, „Isolation“, „Innen-Außen“ (…) erst eine Einheit unterstellt, die nicht existiert. Im gleichen Schritt macht er diese von ihm erst imaginierte Einheit und sich vermeintlich dahinter verbergende Vorstellungen den Veranstalterinnen zum Vorwurf.
Ich vermute, dass die Autorinnen des Partytextes diese ziemlich diffuse Argumentationfigur als Reaktion vermuteten und aus diesem Grund in aller Deutlichkeit vorwegnahmen, was sie NICHT wollen:
„Es gilt dabei unserer Ansicht nach auch, die zahlreichen Differenzen zwischen frauen*lesben*trans* nicht unter ein kollektives Wir zu subsumieren, was die gewählte Schreibweise in ihrer prinzipiellen Offenheit verdeutlichen soll. Fern liegt uns trotz der betonten Relevanz eines strategischen Separatismus, ausschließlich mit binären Kategorien zu hantieren. Nicht selten mündet ein solches Vorgehen nämlich in die Lähmung tatsächlicher Verschiebungen innerhalb von Genderdiskursen.
Zudem verstehen wir die Party nicht als von der patriarchalen Wirklichkeit abgekoppelte Gegenwelt, sondern sind uns bewusst darüber, dass auch hier männlich codierte Verhaltensmuster und Hierarchien zum Tragen kommen.
Dass einem dekonstruktivistischen Genderverständnis zufolge die Kriterien des Ein- und Ausschlusses bei einer geschlossen konzipierten Party fragwürdig bleiben, ist offensichtlich und stellt vor Herausforderungen.
„Frei entfalten“ können wir uns weder im „Frauenraum“ noch sonstwo.“
Menschen, die eigentlich nützliche kritische Theoreme völlig stur, undifferenziert und unkritisch auf Dinge übertragen, die sich offensichtlich nicht dafür anbieten (ich denke dabei auch an dich, Feragegeda), kann ich tatsächlich auch nicht weiterhelfen.
Diese Selbstsicherheit, in der hier anzutreffende Typen aus ihrer privilegierten Position heraus die Notwendigkeit eines Raums bestreiten, der frauen*lesben*trans zukommen soll, bezeugt für mich eine gewaltige Portion sturster Ignoranz und erheblicher Leerstellen.
juchhhu das totschlagargument! BÖse böse Typen. Hat mich im Text schon gestört aber eigentlich nervt ihr mich alle viel zu sehr.
ihr einen feiert mit wem ihr wollt aber dann geh ich doch nach hause ihr anderen wollt mich da auch nicht weil ich ja ein typ bin. naja ihr nervt sowieso dann geh ich halt heim und kiff. eure scheißrevolution gibt es eh nicht mit so ner scheiße. arbeitet zusammen und nicht gegeneinander. redet über differenzen statt die hier den massen zum fraß vorzuwerfen. is doch albern.
@lahmacun wo ist das denn organisiert? da schreiben menschen nen text und sind in keiner weise als organisatorischer zusammenhang ansprechbar. bullshit! da wollen irgendwelche genderstudies-menschen halt auch mal so cool politik machen und so. in zwei wochen ist dann von der sogenannten organisation nix mehr da.
was ist denn z.b. mit der veranstaltung zu definitionsmacht die es als antwort auf den müll das aka geben sollte. ich hab nix mitgekriegt.
stimmt, so ne party organisiert sich ja von selber. hatte ich vergessen, sorry. ansonsten: wer weiß, was draus wird? ich nicht.
ja, das ist in der tat schrecklich. weil ja sonst das mit dem gender-ding unpolitisch ist. aber jetzt kommen die daher, und!
wegen so geschwollen-autoritär daherkommenden menschen wie marta kann ich als frau euren feminismus nicht leiden!
zustimmung an missymag!
@mrs. ray von dir empfohlenes pornoheft? hätte es fast schon bestellt!
Also ich kann die Kritik an Organisationsfeindlicheit verstehen, halte sie aber für falsch wenn es um diese Party geht. Das ist ein allgemeines Problem einer sich als Szene begreifenden Linken, die sich zu lange schon von Bewegung abgegrenzt hat. Aber die Party als Beispiel dafür herhalten zu lassen, dass sich hier das Ausdrückt, was du kritisierst ist schlicht spekulativ. Im Gegensatz zu dir gehe ich ja eher davon aus, dass die Party nur als Teil einer sich organisierenden feministischen Politik begreift und dass das Ziel (für mich eine Selbstverständlichket) eine „praktische Kritik und kritische Praxis“ zur Veränderung darstellt. Da magst du den Feminismus kritisieren wie du’s tust, halte die Diskussion darüber aber auch für denkbar ungeeignet an dieser Stelle und an dem Aufhänger der Party.
Aber wesentlich wichtiger erscheint mir der Aufruf nach einer anderen Form der Kommunikation in Gö. Es muss wieder mehr diskutiert werden, wieder mehr sich aufeinander bezogen werden und so…Und da sind Blogs und Diskussionen auf diesen ein denkbar ungeeignetes Mittel. Die linken Strukturen könnten Leute gut vertragen, die sich zum diskutieren mal wieder in ein Café oder in eine Kneipe setzen und dort bis spät in die Nacht sich über Inhalte austauschen. Der T-Keller war am Montag Abend auch schon mal voller.
Aber „Ich“: Es ist doch vollkommen inhaltsloser Quark an dieser Stelle eine allgemeine Aufforderung zur „Zusammenarbeit“ in den Wald zu schreien. Als wäre das Problem der Linken, dass sie eine Party feiert!? Entscheidend sollte vielmehr der Bezug und die Orientierung an größeren Organisationszusammenhängen sein, die eben versuchen ALLE Formen von Herrschaft zu kritisieren und denen praktisch etwas entgegen zu setzen. Zum Teil ist das aber auch die Schuld bestehender Strukturen, die sich nahezu identitär von bestimmten Themen fernhalten, weil sie den „revolutionären Prozess“ nicht voran bringen würden oder als langweilig abgestempelt werden.
Mein Fazit: Kühlen Kopf bewahren, die Party als einen Punkt innerhalb eines Versuches bewerten, feministische Politik auch alltäglich anzugehen und dabei die Organisierung nicht aus den Augen verlieren. Und, dass du diese Phantomlinken aufrecht hälst und sie zum Kernausgangspunkt der Party erklärst, halte ich nach wie vor für falsch und geht meines Erachtens vollkommen am Inhalt vorbei.
Langsam macht sich bei mir der eindruck breit, der partyaufruf ist eine geschickte mediale kampagne der titanic
@ hui:
kann ich empfehlen
*schöne fotos
*sexy altporn jungs
*kein feministischer zeigefinger
*leider zu hetero
„bei allem geschlechtsidentitärem Mist“
Großartig!!! Ist jetzt auch Klassenbewusstsein gleich Identitäts-Proletentum?? oh man ey, ihr habt se nicht mehr alle! es ist ok bei sowas hier zu sagen es sei identitär, aber doch nicht so…
hey lady! informier‘ dich mal!
ich werd‘ sauer, wenn man ‚den feminismus an sich‘ in den dreck zieht! die vorgängerinnen haben dafür gekämpft, dass frauen auch nen ordentlichen orgsmus haben können ohne pathologisiert zu werden – und dann so ne scheisse! ‚feministischer zeigefinger‘. bäh
ich meine, man müsste schon differenzieren. es ist ja nicht so, dass nicht viel übles veranstaltet worden wäre ‚im namen des feminismus‘. kennt man ja auch von woanders her! nein, nein, das ist nicht der feminismus!
warum ärgern sich eigentlich nur Typen über die Party und warum wollen diese Typen FRauen*Lesben*Trans* sagen was schlimm ist und wie man damit umgeht?
Und warum habt ihr so ein Problem damit, dass diese einfach mal keinen Bock auf euch haben. sexualisierte Gewalt wird halt fast nur von Typen ausgeübt, damit sagen sie ja nicht, dass Typen alle per se scheiße sind, sondern distanzieren sich sogar davon.
Klingt ja fast so, als wärt ihr beleidigt? Und ihr verlasst dabei so häufig die Sachebene, dass sich die Richtigkeit der Party immer mehr bestätigt.
ich hab echt keine lust mehr mich als typ bezeichnen zu lassen. mir mein biologisches geschlecht zum vorwurf zu machen ist echt ne ziemlich gute art und weise mich mundtot zu machen, respekt.
oh ne keine bock mehr!
@ Gehts noch:
Respekt! Auf so einen Scheißdreck muss man erst mal kommen! Als ob man den Wahrheitsgehalt einer Kritik am Geschlecht derer die sie formulieren festmachen könnte.
Ist dass jetzt dieses Crossgenderding?
Die Menschen weiblichen Geschlechts die, unter anderem in dieser Kommentarleiste ihren Ärger zum Ausdruck bringen, sind das keine Frauen mehr oder wie? Bestechende Logik! Es kann nicht sein was nicht sein darf, oder was?
@lahmacun
Habe alles wieder durcheinander gebracht, hast post.
@ Tunichtnot:
Das stimmt, Blogs sind eher ungeeignet dafür. Aber immerhin findet da ab und zu mal ne Auseinandersetzung statt an der man teilhaben kann auch wenn man nicht auf diesen linke Subkulturquatscch steht. Wenn es eine kontinurliche bzw. verbindliche Diskussions- und Organisationstruktur hier gäbe würde ich auch liebend gerne davon absehen diesen Blog mit so Themen vollzumüllen und stattdessen meinen postpubertären Alterego hier weiter ausleben.
@Marit:
Ich habe mich in den Kommentaren schon ausführlich dazu geäußert.
http://dorfdisco.blogsport.de/2008/12/26/goettinger-linke-ihr-scheiss-subkulturrassisten/
@bigmouth:
Darum sollte es gehen… lies aber mal den Aufruf.
Lies dir doch bitte die Begründung dafür durch. Was ist das überhaupt für eine Aussage „weil wir Lust haben“. Wie gesagt, ich treffe mich am Freitag Abend auch mit Leuten aus meiner Peargroup weil ich Lust darauf habe (hallo Tekknoatze, hallo Keta, hallo auch an die anderen!). Das hat aber nichts, aber auch gar nichts mit irgendetwas Fortschrittlichem zu tun oder aus damit aus dem Lust etwas politisches zu machen.
Da krieg ich rischtisch Lust.
Peargroup find ich gut. Soll ja auch gesund sein.
na das wird ein anstrengendes wochenende aber ich freu mich euch alle mal kennenzulernen!
Boah, ihr Bauerntölpel! Nich‘ über Party reden, Party machen!
Euch muss man auch allet erklären, oder?
Also Dorfdisco hatte immerhin schon ein paar Praxisseminare in der Großstadt.
Best dorfi

Wendy: Erzähl mir doch nichts neues du Berlintölpel
Aber nicht, dass die Keta wieder vergisst was sie eigentlich im Dorf gemacht hat.
Und Tekknoatze: Damit ist nur das abendliche Abhängen gemeint, nicht der Rest. Der geht natüüüüürlich obberhammermäßig Endgegnerstyle nach Vorne und knallt dem bürgerlichen Staat so richtig eine vor den Latz, logo!
Er will über Party reden und landet beim bürgerlichen Staat. Keine Ahnung, was Keta mit ihm gemacht hat (wahrscheinlich Seminare und „Disku-VAs“), aber der Junge gehört mal ordentlich resozialisiert.
Und jetzt zum Schluss noch einige fragwürdige politische Analysen:
ihr habt übrigens echt was verpasst!
Die Schlägerei?
also hab ich auch nix verpasst!
Schlägerei?
feministische politik über eine party an den „mann“ bringen wollen, sehr geile idee. noch geiler: sich über SEITEN darüber auszulassen. ihr solltet das irgendwie als comedy verkaufen. mit parties die welt verändern…märchenhaft