„Der Staat ist nicht zu kritisieren, weil er die Krise schlecht verwaltet, sondern weil er immer noch da ist“…

…meinen die Leute aus der Sekte (Tim Laumeyer) die die Demokratie verteidigen will (verschiedene GSP-Blogger) und einer vermeintlich linksradikalen Wahrheit (akku) als Stylepolizei (st_eve, Mädchenblog) hinterherläuft.

Deshalb mobilisieren sie für Morgen nach Berlin und Frankfurt zu den Demos „Wir zahlen nicht für eure Krise“. Dort sehen das die meisten Leute mit dem Staat und dem Kritisieren leider ein wenig anders. Dafür dürften die Krisendemos mit großer Sicherheit die LL(L)-Demo in ihrer unfreiwilligen Komik von Platz 1 der diesjährigen Zusammenkünfte an bunt/kreativer Spinnerei ablösen.
Da die örtlichen Proletariatsverräter vom DGB ein so nettes Reiseangebot dorthin geschnürt haben lohnt es sich dem Schauspiel beizuwohnen. Besonders freuen darf man sich auf den „Floating-Block“. Den haben so Leute organisiert, die meinen, dass eine Demo nicht einfach das Schaffen eines Spektakels wäre um auf die eigene Position zu verweißen und auf die man halt leider zurückgreifen muss solange nicht über eigene Fernsehsender verfügt wird. Für die Floating-Block-Leute ist die Durchführung eines solchen Projektes allein das Anliegen, dass sie vertreten wollen. So findet sich in dem Aufruf ähhh „Einladung“ auch nur was dieser Block alles darstellen soll (gegen Kapitalismus, Krieg, wir alle voll dufte zusammen, etc.) ohne auch nur einmal den Versuch zu unternehmen aufklärerisch tätig zu werden. Stattdessen wird die Frage ob die Polizei ein Spalier um den Floatingblock macht zur Gretchenfrage. Klingt erst mal bescheuert ist aber aus der Perspektive der Floatingblockleute total nachvollziehbar. Wenn mein Anliegen lediglich „Widerstand sichtbar machen“ ist kann man getroßt auf eine schlüssige Erklärung warum das Hier und Jetzt so unvernünftig organisiert ist verzichten. In dem Moment indem eine Bullenreihe mit Luftballons bekämpft wurde ist das Anliegen rübergebracht. In dem Moment wo die Bullen stärker waren lief es halt nicht so gut für den Antikapitalismus.
Doof nur, dass man für eine solche herangehensweise die Menschen die man agitieren will für komplett hirnamputiert halten muss. Als ob jemand mit dem Kapitalismus Schluss machen würde weil irgendwelche Berufsjugendliche auf ner Großdemo nicht in Ketten gehen sondern sich ein wenig bunter anziehen und es ab und zu schaffen ne Hundertschaft auszutricksen.

Blabla… wie dem auch sei ich freu mich auf Berlin und die 6er-Träger für die Rückfahrt sind auch schon gekauft.

Und mit Blick auf die Forderungen der Linken die sich da am Samstag versammeln werden halte ich es wie die Hypo Real Estate-Bank oder Eisenpimmel ihrerseits und rufe laut „Staat hau ab!“.


28 Antworten auf “„Der Staat ist nicht zu kritisieren, weil er die Krise schlecht verwaltet, sondern weil er immer noch da ist“…”


  1. 1 Hank 27. März 2009 um 12:18 Uhr

    Falls du noch Lektüre für die Reise brauchst, hier ein Flugblatt (pdf) der anderen „Sekte“ … :-)

  2. 2 der Klassensprecher von 1984 27. März 2009 um 14:27 Uhr

    Hank’s Flugblatt-Link (working version):
    http://www.farberot.de/texte/Krise_Demo%20Ffm_2xA4-x.pdf

  3. 3 cyberpunk 28. März 2009 um 3:43 Uhr

    „STAAT HAU AAHAAB!“ *gröhl*

  4. 4 soft_brain 29. März 2009 um 11:00 Uhr

    Du hattest mal wieder vollkommen Recht mit dem Floating-Block. Das hat die Demo schlimmer gemacht, als sie sowieso schon war.
    Dafür wars ja in FFM umso besser :)

  5. 5 mobster 29. März 2009 um 13:10 Uhr

    also wenn ich das mit dem floating-block richtig gesehen hab, war das einfach eine Methode, einen großteil der demo mit den eigenen transpis zu dominieren. hat doch funktioniert! und sah besser aus als damals bei linksruck! :)>-

    @softi: was war denn das problem? keine freaks mehr gewöhnt?

  6. 6 A.M.P. 29. März 2009 um 14:43 Uhr

    Latschdemo heißt jetzt Floating, geändert hat sich nichts. Die Aktion auf dem Dach war auf jeden Fall spektakulär. Die eigentliche Frage war, wo waren die übderdimensionierten Pappmache-Kraken? Keine da gewesen. Auch keinen Mobster beim Floating getroffen. Naja wenigstens mal wieder rausgekommen an die „frische Luft“. Ist Berlin Mitte partiell auf einer Jauchegrube gebaut? War mir in einigen Straßen nicht ganz sicher.

  7. 7 Wendy 29. März 2009 um 15:18 Uhr

    Du BLEPPO! :((

  8. 8 mobster 29. März 2009 um 17:39 Uhr

    @AMP: glaube der gestank kommt aus dieser riesen braugrube für den neuen bnd sitz hier in berlin ;-)

  9. 9 mobster 29. März 2009 um 17:44 Uhr

    meinte natürlch baugrube…

  10. 10 deadrat 30. März 2009 um 7:10 Uhr

    Kein Wunder warum du dich der angesagten Berliner Eckkneipe verwehrt hast, wenn du schon vorher Bier holen gegangen bist. So teuer ist es doch hier auch nicht ;-)

  11. 11 dorfdisco 30. März 2009 um 7:51 Uhr

    Danke für den Link, Klassensprecher bzw. Hank.

    A.M.P., Die haben auch dazugelernt. Pappkraken sind jetzt durch große Gespensterpuppen ersetzt. Die waren dann im Attacblock zu finden.

    …und deadrat: Nein, der Grund warum ich nicht mehr mit in diese angesagte Eckkneipe gekommen bin war einzig der, dass dort die lauteste Anlage Berlin steht. Was evtl. verhindert hätte mit dir weiter auf der Toilette MakksDamage Klingeltöne zu hören.

  12. 12 dorfdisco 30. März 2009 um 8:33 Uhr

    Oh, was ich noch vergessen habe: Frankfurt ich will ein Kind von dir!

  13. 13 Wendy 30. März 2009 um 9:15 Uhr

    Geile Aktion. Andererseits: „Wer mit der Linkspartei eine Demo macht, braucht sich hinterher nicht wundern, wenn Oskar Lafontaine auf der Bühne Reden schwingt…“…

  14. 14 besserscheitern 30. März 2009 um 12:59 Uhr

    :d Super, Eisenpimmel!!

  15. 15 doppelell 30. März 2009 um 13:02 Uhr

    @Wendy: Nö. Wer mit der Linkspartei eine Demo macht, muss sie für Lafontaine kritisieren. Betonung liegt auf Demo und muss.

  16. 16 deadrat 30. März 2009 um 13:07 Uhr

    *g*

    War schon geil da.

  17. 17 lampe 30. März 2009 um 13:18 Uhr
  18. 18 ♥Tekknoatze 30. März 2009 um 14:31 Uhr

    „Das hat auch was mit Demokratie zu tun.“

  19. 19 dorfdisco 31. März 2009 um 10:53 Uhr

    @ besserscheitern: Beim Posten musste ich irgendwie an dich denken.

    @Wendy: Wer Lafontain vor Kommis reden lässt braucht sich hinterher nicht wundern wenn die das nicht so gut fanden.

  20. 20 Wendy 31. März 2009 um 18:56 Uhr

    Fragt sich nur, was diese „Kommis“ (?) auf einer Demo mit Lafontaine und seiner Partei machen… Lafontaine mit seinem genuin national-sozialistischem Programm ist ja beklagenswerterweise noch einer der linkeren Vertreter der Linkspartei…

  21. 21 Keta Mineli 31. März 2009 um 20:07 Uhr

    Wendy, das ist eine gute Frage, die ich auch gerne anders beantwortet wüsste. Du aber auch, wenn ich mir die Bildergalerien so ansehe.

  22. 22 Wendy 31. März 2009 um 21:12 Uhr

    Das mit Lafontaine war übrigens Quatsch. :d

    Keta: In einer Diskussion mit solch „Insider-Wissen“ zu prahlen ist doch schon sehr dürftig, wenn man bedenkt, dass die so gescholtene Person darauf nicht angemessen antworten kann, ohne weitere Informationen, die hier nichts zu suchen zu haben, in die Weiten des Weltnetzes zu tragen… Dürftig auch, auf den Quatsch den man selbst so macht mit „Guck mal, der hat auch mal ne doofe Demo besucht!“ zu antworten. Steht da sonst wirklich nicht mehr dahinter?

  23. 23 Keta Mineli 01. April 2009 um 4:04 Uhr

    Wendy, ich habe den Ball nur ebenso dürftig zurückgespielt. Mehr steckt da tatsächlich nicht dahinter.

  24. 24 Wendy 02. April 2009 um 14:25 Uhr

    Naja, wenn du dieses oder jenes ernsthaft diskutieren willst, wovon ich nach diesem Geplänkel mal nicht ausgehe, dann hast du ja die Möglichkeiten, mich zu kontaktieren. Zum speziellen Thema ist aber eigentlich alles schon gesagt: Wenn Demonstrationen mit falschen Inhalten und Motti anstehen, dann ist es sehr vernünftig, wenn Kommunisten da hingehen und Flugblätter mit richtigen Inhalten verteilen, sich kritisch mit den (durchaus verschiedenen) Anliegen der Demonstrationsteilnehmer auseinandersetzen. Für den Außenstehenden erscheint man trotz der Tatsache, dass man die Forderungen und Inhalte der Demonstration nicht teilt, als ein (zustimmender) Teilnehmer. Das mag einen nun ärgern oder auch nicht, solange man innerhalb der Demonstration ein Zersetzungswerk tun kann, sollte es einen meiner Meinung nach nicht stören.

    Etwas anderes ist es, wenn man nach zumindest gut gemeinter kritischer, inhaltlicher Vorarbeit beispielsweise zum Anti-G8-Spektakel oder zur „Krisen-Demo“ nun Blöcke organisiert, deren Zweck es nicht mehr ist, zu agitieren, sondern das schlichte Vorhandensein einer abweichenden Meinung zu dokumentieren und im besten Fall durch eine massenhafte Beteiligung qua Kopfzahl ihre Richtigkeit zu beweisen. Hier kommt zur Agitation die organisierte Teilnahme an der Demonstration und der Versuch, ihr Außenbild zu beeinflussen (als ob jemanden die Parolen auf den Transparenten großartig interessieren würden). Die Gefahr, dass hier in der politischen Praxis die Organisation des Blockes und die Selbstdarstellung als die coolere Crew den Hauptteil der Arbeit einnimmt, zeigt sich immer wieder.

    Letztendlich ist der Block wohl überflüssig. Lieber fundiert an die reformistischen Demonstrationsteilnehmer herantreten, als einfach nur machtvoll zu zeigen, dass man ebenso prägnante als auch verkürzte Parolen wie „Staat. Nation. Kapital. Scheiße.“ vertritt. Der Agitationserfolg scheint mir bei ersterer Handlungsoption wahrscheinlicher!

    Ähm… Oi!

    @ Dorfdisco: REMATCH!

  25. 25 dorfdisco 02. April 2009 um 14:51 Uhr

    Wendy, ich glaube dass du damit bei der Keta offene Türen einrennst. Du hättest sie mal am Abend nach der Demo mit ihrem Kumpel fluchen hören sollen… wie oft man da „Wir haben es gesagt“ hören musste, puh!

    …rematch machen wir auf jeden Fall! Gerne auch mit dem Klingeltonmenschen aus dem Horst Krzbrg.

  26. 26 Keta Minelli 02. April 2009 um 16:24 Uhr

    Wendy, eigentlich hat Dorfdisco dazu alles gesagt. Meine Scham ist so unermesslich groß, dass ich sie per Geplänkel auch auf andere abwälzen musste. Das ist vielleicht ein charakterschwacher Zug, aber hier ernsthaft zu diskutieren, das hat der Blogbeteiber quasi verboten.

    Und dir, Dorfdisco, sei gesagt, dass man bei dem Klingetonmenschen aus dem Horst Krzbrg echt aufpassen muss. Der hat es faustdick hinter den Ohren und damit sogar geschafft, ältere Semester zu beschämen. Insgesamt scheint mein Leben gerade von Scham bestimmt zu sein. Vielleicht lese ich mal wieder ein Buch.

  27. 27 Wendy 02. April 2009 um 20:51 Uhr

    Scham > Grund der Scham erkannt > Grund ausräumen. ;)

  1. 1 Ein Marsch ums Ganze « La vache qui rit. Pingback am 30. März 2009 um 10:37 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.