Deutsche Arbeit du eingeschweißtes Hähnchen

Nichts da mit dritter industrieller Revolution und so. Beim DGB ist Arbeit noch physiologische Verausgabung von Nerv, Hirn(?) und vor allem Muskel. Und weil er Muskelarbeit auch schon ganz gut findet und sich ausgedacht hat, dass man den deutschen Muskel ordentlicher bezahlen müsste gabs ein Plakat zum Thema auf dem angekreidet ist was den Lohn des Deutschen alles so madig macht.
…oh je, und wenn das der Opa wüsste: Deutsche Muskelarbeit ist ausgerechnet als ein eingeschweißtes Stück Hähnchen symbolisiert.

(zurückgezogenes Plakat für den 1.Mai 2009)

Nachdem aber diverse andere Arbeitsfetischisten, allen voran die DGB-Jugend Erfurt, Sturm liefen weil auf dem Plakat zu wenig Würdigung für Arbeit ohne Muskeln betrieben wurde, ist das Ding wieder aus dem Programm.

Leider nicht aus dem Programm ist der Ruf nach Arbeit. Und dann wollen sie einem gleich auch noch an ihrem Glück teilhaben lassen: Arbeit für alle!


(DGB auch 2009 ganz zeitlos: Beschissene Forderung im beschissenen Desgin)

- Na Danke, ich weiß schon genau warum ich nicht in der Gewerkschaft bin. Wozu gibts denn Maschinen? Wohl um menschliche Arbeitskraft einzusparen und mehr Sachen zu produzieren … Idioten. So nen Kommunismus wäre wirklich mal knorke und von mir aus darf der DGB und seine Jugendorganisationen dann auch für sich ne Malocherzone aufmachen. Solange sie niemand anderen belästigen.


48 Antworten auf “Deutsche Arbeit du eingeschweißtes Hähnchen”


  1. 1 A.M.P. 02. April 2009 um 14:14 Uhr

    Sehr witzig geschrieben und das Plakat ist auch der Hammer. Aber mit der Überschrift hast du dich selbst übertroffen. =))^:)^

  2. 2 Keta Minelli 02. April 2009 um 16:30 Uhr

    Meinst du das eingeschweisste Hähnchen?

  3. 3 A.M.P. 02. April 2009 um 17:12 Uhr

    Ja.

  4. 4 Wendy 02. April 2009 um 21:04 Uhr

    „Beim DGB ist Arbeit noch physiologische Verausgabung von Nerv, Hirn(?) und vor allem Muskel.“; was denn sonst?

    Und die Tendenz zur Rationalisierung durch den Einsatz würde ich zumindest im globalen Maßstab bezweifeln.

  5. 5 dorfdisco 02. April 2009 um 21:23 Uhr

    „was denn sonst?“ ordentliche Roboter, schwer im Kommen die Dinger.

  6. 6 cyberpunk 02. April 2009 um 21:34 Uhr

    Ja, der DGB trifft mit dem „neuen“ Plakat dann auch den Nerv des gemeinen Bürgers, für den es nichts peinlicheres gibt, als dem Nachbarn im Treppenhaus um 10 Uhr Vormittags sagen zu müssen, dass man nun keine Arbeit mehr hat und nun gar nichts mit sich anzufangen weiß. Ja, ist schon verdammt schlimm, wenn man keine Arbeit hat. Ich nehme mir sofort den Strick. Natürlich soll jeder arbeiten, der will und dafür gefälligst auch entsprechend Zaster bekommen, aber wenn ich so Hohlbratzen im Trash-TV sehe, für die es das Tollste seit langem ist, dass sie wieder arbeiten können, „auch wenn es nur ein 1-Euro-Job ist“, dann hat bei diesen Menschen der Verwertungsprozess voll gegriffen und auch noch den letzten Verstand ausgelutscht. Denen sollte vielleicht mal jemand sagen, dass man sein Leben auch ohne 40-Stunden-Woche genießen kann. Das geht tatsächlich und ich fühl mich noch nicht einmal weniger wert, auch wenn einem so einige Menschen dieses Gefühl (vllt. auch unbewusst, da total verblendet) einreden möchten.

    Ach, was erzähl‘ ich hier denn.

    Scheißen ist Arbeit!
    Deutschland muss noch immer sterben!
    Heil Scheiße!

  7. 7 Keta Minelli 02. April 2009 um 22:39 Uhr

    Ich habe gerade „Frauentausch“ gesehen und bin jetzt der Meinung, dass diese Leute dringend in Arbeit gezwungen werden sollten.

  8. 8 lahmacun 03. April 2009 um 0:22 Uhr

    der lohn ist das problem; arbeit notwendigkeit.

  9. 9 lampe 03. April 2009 um 1:44 Uhr

    ich bin da auch (soweit ich ihn verstanden habe) lamachuns meinung. das arbeit im gesellschaftlichen diskurs mit geldverdienen gleichgesezt wird. und da geldverdienen im kapitalismus ja schon eher nen besseres leben bringt, findet dass der dgb auch ganz gut. leider ist diese schlussvolgerung wie ein wirbelsturm im anti-klassen-sondern-deutschland-bewusstsein rüber, weil es immer mehr aufsaugt, sich verbreitet und schaden anrichtet. hm… ja.

  10. 10 lampe 03. April 2009 um 1:47 Uhr

    ohh ausdruckskorrektur:
    - in zeile 2 dass „das“ streichen.
    - am ende von zeile 4 „ist“ drch „kommt“ ersetzten…
    :d/

  11. 11 Wendy 03. April 2009 um 2:44 Uhr

    Wenn so ein „Roboter“ (die aus dem Film?) – ohne jedes menschliche Zutun versteht sich – gewisse Abläufe vollzieht, dann ist das „Arbeit“? *lol*

    Jetzt weiß ich wenigstens, wo unser Kaffee und meine Schuhe herkommen. *zonk*

  12. 12 A.M.P. 03. April 2009 um 9:39 Uhr

    Die Frage ist doch, wie genau der Arbeitsbegriff gefasst wird. Wenn du (Lohn-)Arbeit im hier und jetzt charakterisieren willst, musst du das gesellschaftliche Verhältnis in dem diese Arbeiten stattfinden analysieren. Ein transhistorischer Arbeitsbegriff verwischt dabei die Spezifik der Arbeit im Kapitalismus.
    Möglicherweise wird man auch im Kommunismus noch saublöde Tätigkeiten verrichten müssen, sofern es keine anderweitigen Lösungen in diesen Fragen gibt. Diese werden dann jedoch (hoffentlich bald) gesellschaftlich vermittelt und nicht als stummer Zwang vollzogen. Das was jedoch als Stoffwechsel mit der Natur verstanden wird, bleibt weitestgehend bestehen. Aber das Ende der Arbeit, wie das ja auch Dorfi propagiert, macht insofern Sinn, als dass damit die „Unvernunft“ der kapitalistischen (Lohn-)Arbeit in den Mittelpunkt der Kritik gerückt wird. :d

  13. 13 dorfdisco 03. April 2009 um 9:51 Uhr

    Nein Lampe, wenns dem DGB einfach nur darum gehen würde, dass die Arbeiter durch Lohn ein wenig besser im Kapitalismus wegkommen würden, würde er nicht der Arbeit so hinterherrennen. Die (zumindest die menschliche Muskelarbeit oi!) wird ja eh immer weniger sondern er würde für vollen Lohnausgleich bei weniger Arbeit, die auf mehr Menschen verteilt wird eintreten.

    Ansonsten Zustimmung an A.M.P. Muss das jetzt nicht noch mit eigenen Worten wiederholen.

  14. 14 lahmacun 03. April 2009 um 10:00 Uhr

    @amp: ist schon klar, allerdings „täuscht“ der sprachgebrauch – arbeit statt LOHNarbeit – vllt manche. mmn sollte man schon immer erwähnen: arbeit IST eine notwendigkeit, wenn man nicht wie tiere durch die gegen hoppeln will.

    ich kenne tatsächlich menschen, die überaus seltsame vorstellungen davon pflegen, wie sich das leben jenseits des systems gestalten wird. das sind oftmals äußerst religiöse vorstellungen von einem paradies/schlaraffenland.

    http://steffentreffen.blogsport.de/2007/12/16/ums-ganze-iii-einfuehrungsreferat-nadja-rakowitz/#comment-637

  15. 15 amen 03. April 2009 um 10:12 Uhr

    egal, ob du unhistorisch den begriff der arbeit so drehst, wie es dir beliebt, oder mit arbeit „arbeit“ meinst, also die mehrwertproduktion qua verkaufter arbeitskraft – du redest widersprüchlich:
    „Beim DGB ist Arbeit noch physiologische Verausgabung von Nerv, Hirn(?) und vor allem Muskel.“ (arbeit sei also was anderes als arbeits-, nerven-, muskelkraftverkauf) um dann am ende sinngemäß „nie wieder arbeit“ zu propagieren, was sich wieder auf arbeit als arbeits-, nerven-, muskelkraftverkauf beziehen würde. also wenn schon denn schon, sach ich mal.

  16. 16 lahmacun 03. April 2009 um 10:25 Uhr

    das problematische ist doch, dass der dgb die haltung pflegt und verbreitet, dass es einen fairen lohn gäbe. – ob die das machen, in dem sie für lohnausgleich eintreten oder für lohnerhöhung, ist doch unerheblich. erstes mag symapthischer sein, aber richtig isses immer noch nicht.

  17. 17 dorfdisco 03. April 2009 um 10:27 Uhr

    Ok, das stimmt da ist was unglücklich gelaufen. Mir geht es aber eher darum festzustellen, dass für die Herstellung des gesellschaftlichen Reichtums immer weniger menschliche Arbeitskraft notwendig ist. Aber ein Arbeits“verherrlichungs“begriff, allen voran beim DGB vorliegt, der halt so bescheuerte Forderungen wie die auf den Plakaten nach sich zieht.

  18. 18 lahmacun 03. April 2009 um 10:32 Uhr

    die verherrlichen nicht arbeit, sondern den LOHN.

  19. 19 dorfdisco 03. April 2009 um 10:35 Uhr

    Und warum fordern sie dann nicht vollen Lohn bei weniger Arbeit?

  20. 20 lahmacun 03. April 2009 um 10:48 Uhr

    weil die ja wissen, wie es innerhalb des systems läuft – ist schließlich auch eine einrichtung zum klarkommen im system.
    voller lohn bei weniger arbeit --> anschaffung von maschinen. --> entlassungen. daher auch die betonung der muskelkraft. die maschine ist der feind des lohnarbeiters.

  21. 21 lahmacun 03. April 2009 um 10:51 Uhr

    konk in anführungszeichen bzw weg --> edit funkt mal wieder nicht

  22. 22 lahmacun 03. April 2009 um 11:01 Uhr

    das ist auch bei der forderung nach lohnerhöhungen so, weshalb sie sich mit der forderung nach „fairem“ lohn begnügen.
    „fair“ heißt ja nur: „angemessen“, „ausreichend“.

  23. 23 lahmacun 03. April 2009 um 11:20 Uhr

    Es bedarf Zeit und Erfahrung, bevor der Arbeiter die Maschinerie von ihrer kapitalistischen Anwendung unterscheiden und daher seine Angriffe vom materiellen Produktionsmittel selbst auf dessen gesellschaftliche Exploitationsform übertragen lernt. […]
    Als Maschine wird das Arbeitsmittel sofort zum Konkurrenten des Arbeiters selbst. Die Selbstverwertung des Kapitals durch die Maschine steht im direkten Verhältnis zur Arbeiterzahl, deren Existenzbedingungen sie vernichtet. Das ganze System der kapitalistische Produktion beruht darauf, daß der Arbeiter seine Arbeitskraft als Ware verkauft. Die Teilung der Arbeit vereinseitigt diese Arbeitskraft zum ganz partikularisierten Geschick, ein Teilwerkzeug zu führen. Sobald die Führung des Werkzeugs der Maschine anheimfällt, erlischt mit dem Gebrauchswert der Tauschwert der Arbeiterkraft. Der Arbeiter wird unverkäuflich, wie außer Kurs gesetztes Papiergeld. Der Teil der Arbeiterklasse, den die Maschinerie so in überflüssige, d.h. nicht länger zur Selbstverwertung des Kapitals unmittelbar notwendige Bevölkerung verwandelt, geht einerseits unter in dem ungleichen Kampf des alten handwerksmäßigen und manufakturmäßigen Betriebs wider den maschinenmäßigen, überflutet andrerseits alle leichter zugänglichen Industriezweige, überfüllt den Arbeitsmarkt und senkt daher den Preis der Arbeitskraft unter ihren Wert. Ein großer Trost für die pauperisierten Arbeiter soll sein, daß ihre Leiden teils nur „zeitlich“ („a temporary inconvenience“), teils daß die Maschinerie sich nur allmählich eines ganzen Produktionsfelds bemächtigt, wodurch Umfang und Intensität ihrer vernichtenden Wirkung gebrochen werde. Der eine Trost schlägt den andren. Wo die Maschine allmählich ein Produktionsfeld ergreift, produziert sie chronisches Elend in der mit ihr konkurrierenden Arbeiterschichte. Wo der Übergang rasch, wirkt sie massenhaft und akut.

    http://www.textlog.de/kapital-arbeiter-maschine.html

  24. 24 tee 03. April 2009 um 11:25 Uhr

    was soll denn „voller lohn“ sein? tariflohn?

  25. 25 lahmacun 03. April 2009 um 11:37 Uhr

    wahrscheinlich der bisherige lohn bei kürzung der arbeitszeit. – ich habe das jetzt zumind. so verwendet in dem einen kommentar.

  26. 26 tee 03. April 2009 um 12:38 Uhr

    klingt logisch.

  27. 27 cyberpunk 03. April 2009 um 12:49 Uhr

    Frühstückskantine bei Ford um halb acht,
    ab morgen wird wieder gestreikt.
    Bei Kaffee und Brötchen sitzt Manni und sacht,
    was der Beirat den Leuten verschweigt:

    Mit Betriebsfunktionären könnnen wir nichts bewegen,
    die stehen uns doch nur im Weg!
    Denn Geld und Gewerkschaft sind gute Kollegen
    und sinnlose Streiks der Beleg.

    Schichtwechsel mittags bei Ford um halb drei,
    alleine geht Manni nach Haus.
    Da fährt ein Mercedes 600 vorbei
    und finstere Jungs steigen aus.

    Mit Betriebsfunktionären könnnen wir nichts bewegen,
    die stehen uns doch nur im Weg!
    Denn Geld und Gewerkschaft sind gute Kollegen
    Manni sein Tod der Beleg.

  28. 28 Wendy 03. April 2009 um 14:00 Uhr

    Es ist trotzdem absurd, zu behaupten, eine Maschine würde „Arbeit“ leisten bzw. „arbeiten“. Das klingt fast, als hätten diese „Roboter“ ein Bewusstsein und wüssten dementsprechend um ihr tun…

    Na gut, dass dein Arbeitsbegriff sehr absurd sein muss, wenn er mit der „Verausgabung von Nerv, Hirn(?) und vor allem Muskel“ nichts, aber mit der angeschalteten Maschinen viel, zu tun hat, wurde ja jetzt schon herausgestellt.

    P.S.: Ich muss einige Jahre technologischer Entwicklung verpennt haben. Diese hochmodernen Roboter sehen ja mittlerweile aus wie Menschen! http://www.paranormalknowledge.com/articles/wp-content/uploads/2009/02/sweatshop.jpg

  29. 29 lahmacun 03. April 2009 um 14:51 Uhr

    hier noch als ergänzung:

    Sobald die allmählich anschwellende Empörung der Arbeiterklasse den Staat zwang, die Arbeitszeit gewaltsam zu verkürzen und zunächst der eigentlichen Fabrik einen Normalarbeitstag zu diktieren, von diesem Augenblick also, wo gesteigerte Produktion von Mehrwert durch Verlängrung der Arbeitstags ein für allemal abgeschnitten war, warf sich das Kapital mit aller Macht und vollem Bewußtsein auf die Produktion von relativem Mehrwert durch beschleunigte Entwicklung des Maschinensystems.

    http://www.textlog.de/kapital-intensifikation.html

  30. 30 Wendy 03. April 2009 um 15:17 Uhr

    „Die ökonomische Logik dieser Kalkulation ist bemerkenswert. Vom technischen Fortschritt im materiellen Sinn, den ausgeklügelten Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, den Meisterleistungen der Ingenieurskunst bei der Automatisierung der Produktion usw., geht sie aus, unterstellt deren produktionstechnische Zweckmäßigkeit, um davon zu abstrahieren und sich ausschließlich mit zwei Zahlen zu befassen: Sie beziffert die Investitionskosten, die die Effektivierung der Arbeit durch neue Produktionsmittel bereitet, und zwar über die mutmaßliche Funktionsdauer der anzuschaffenden Gerätschaften umgerechnet auf die einzelne Ware, damit dieser Aufwand vergleichbar wird mit der anderen Ziffer: den Lohnkosten, die die Investition erspart, indem sie Arbeitskräfte entbehrlich macht, ausgedrückt als abgesenkte Lohnstückkosten. Ist die zweite Ziffer größer als die erste, dann gebietet die ökonomische Vernunft eine Effektivierung der Arbeit: Es wird – wie es deswegen heißt – „rationalisiert“. Das Augenmerk gilt also gar nicht der gesteigerten Produktivkraft der Arbeit als solcher, sondern der Ersparnis von Lohnkosten; die ist der Dienst, den das Kapital vom technischen Fortschritt haben will; so definiert es überhaupt, was „Verbesserung der Produktionsmittel“ ist.“

    aus „Arbeit und Reichtum“ von Verlag der Drei Ausrufezeichen.

  31. 31 bigmouth 03. April 2009 um 16:20 Uhr

    „Wenn so ein „Roboter“ (die aus dem Film?) – ohne jedes menschliche Zutun versteht sich – gewisse Abläufe vollzieht, dann ist das „Arbeit“? *lol*“

    ja. was der roboter tut, ist arbeit. marx hat halt nicht vorrausgesehen, dass man maschinen programmieren könnte, so dass die selbst einen plan der abläufe haben könnten. zumindest was fliessbandarbeit angeht, gibt es wohl nichts, was ein vernünftig programmierter roboter nicht eben so leisten könnte wie ein mensch

  32. 32 der Klassensprecher von 1984 03. April 2009 um 16:24 Uhr

    Nee, nee, nee, eher brennt der DGB!

  33. 33 lahmacun 03. April 2009 um 17:14 Uhr
  34. 34 dorfdisco 03. April 2009 um 18:07 Uhr

    @Wendy: Egal ob das Herstellen von Dingen vom Menschen unplugged oder mit Hilfe von Maschinen getätigt wird, Arbeit (bei Maschinen halt ohne Hirn dafür mit besseren „Muskeln“ – Maschine ersetzt bzw. ergänzt halt den Muskel, verstehste?)ist es alle mal. Der Vorteil wenn Maschinen einen Großteil der Arbeit machen ist aber, dass (Achtung Phrasendrescherei!)die Menschen etwas mehr Raum für ihre individuelle Entfaltung haben. …wenn sie halt nicht darum buhlen müssten ausgebeutet zu werden.
    Und mit den Nikeschuhen und so… Da ist halt menschliche Arbeitskraft gerade für den Kapitalisten noch günstiger als maschinelle, wird sich aber sicherlich noch ändern.

    @Lahmacun: Das stimmt ja alles was du schreibst. Nichts desto trotz erklärt sich die Gegnerschaft zur maschinellen Arbeit doch nicht nur über die Konkurenzsituation für den eigenen Lohn. Wenn dem so wäre müsste doch gerade eine Einrichtung wie der DGB (der wie du geschrieben hast da ist um innerhalb des Systems besser klar zu kommen) dringenst umsatteln, da ja ganz objektiv immer weniger menschliche Arbeitskraft gebraucht wird, und Beispielweise das bedingunglsoe Grundeinkommen fordern. Allerdings scheint hierzulande dann Arbeiten doch etwas mehr als nur Brotwerwerb zu sein. Sonst würden doch nicht irgendwelche Ämter Arbeitslose mit Zimmer tapezieren und wieder runterreißen zwingen und Leute kurz vor der Rente reihenweise zum Psychologen rennen.

  35. 35 lahmacun 03. April 2009 um 18:13 Uhr

    >und Beispielweise das bedingunglsoe Grundeinkommen fordern.

    nee, die verstehen den kapitalismus nämlich. – also zumind. so gut, dass sie wissen, dass das sinnlos ist. leider mangelt es an konsequenz, die dann über das system hinausweist.

  36. 36 dorfdisco 03. April 2009 um 18:15 Uhr

    du bist zu schnell beim Antworten, habe mein Kommentar nochmal editiert bevor ich deinen neuen zur Kenntnis nehmen konnte.

  37. 37 Hank 03. April 2009 um 19:11 Uhr

    Die fundamentalen Bestimmungen der Arbeit und ihrer Betätigung im Arbeits/Produktions-Prozess ( MEW 23 / 192ff):

    „Der Gebrauch der Arbeitskraft ist die Arbeit selbst. Der Käufer der Arbeitskraft konsumiert sie, indem er ihren Verkäufer arbeiten läßt. Letztrer wird hierdurch actu sich betätigende Arbeitskraft, Arbeiter, was er früher nur potentia war. (…)

    Die Arbeit ist zunächst ein Prozeß zwischen Mensch und Natur, ein Prozeß, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigne Tat vermittelt, regelt und kontrolliert. Er tritt dem Naturstoff selbst als eine Naturmacht gegenüber. Die seiner Leiblichkeit angehörigen Naturkräfte, Arme und Beine, Kopf und Hand, setzt er in Bewegung, um sich den Naturstoff in einer für sein eignes Leben brauchbaren Form anzueignen. (…)

    Die einfachen Momente des Arbeitsprozesses sind die zweckmäßige Tätigkeit oder die Arbeit selbst, ihr Gegenstand und ihr Mittel. (…)

    Das Arbeitsmittel ist ein Ding oder ein Komplex von Dingen, die der Arbeiter zwischen sich und den Arbeitsgegenstand schiebt und die ihm als Leiter seiner Tätigkeit auf diesen Gegenstand dienen. Er benutzt die mechanischen, physikalischen, chemischen Eigenschaften der Dinge, um sie als Machtmittel auf andre Dinge, seinem Zweck gemäß, wirken zu lassen. (…)

    Im weitren Sinn zählt der Arbeitsprozeß unter seine Mittel außer den Dingen, welche die Wirkung der Arbeit auf ihren Gegenstand vermitteln und daher in einer oder der andren Weise als Leiter der Tätigkeit dienen, alle gegenständlichen Bedingungen, die überhaupt erheischt sind, damit der Prozeß stattfinde. Sie gehn nicht direkt in ihn ein, aber er kann ohne sie gar nicht oder nur unvollkommen vorgehn. (…)

    Im Arbeitsprozeß bewirkt also die Tätigkeit des Menschen durch das Arbeitsmittel eine von vornherein bezweckte Veränderung des Arbeitsgegenstandes. Der Prozeß erlischt im Produkt. Sein Produkt ist ein Gebrauchswert, ein durch Formveränderung menschlichen Bedürfnissen angeeigneter Naturstoff. Die Arbeit hat sich mit ihrem Gegenstand verbunden. Sie ist vergegenständlicht, und der Gegenstand ist verarbeitet.“

  38. 38 tee 03. April 2009 um 19:52 Uhr

    Nee, nee, nee, eher brennt der DGB!

    grrr… jetzt hab ich ’nen ohrwurm!

  39. 39 Stotch 04. April 2009 um 9:18 Uhr

    Selbst der gediegenste Roboter arbeitet nicht! Einmal in Betrieb genommen wirkt er wie ein Naturprozeß. Und wenn es heißt: „Maschinen ersetzen Arbeit“, dann ist damit ein überflüssig machen gemeint und keine Übernahme.
    Ansonsten könnte man auch sagen, der Fluß arbeitet an der Wassenmühle, nur weil vorher jemand an der Handkurbel stand. Ein Roboter tut von der Sache her nichts anderes. Die Tätigkeit, die er überflüssig macht, ist nur komplexer.

    Achso: Arbeit ist auch nicht Verausgabung von Nerv, Muskel, Hirn usw.! Das ist ABSTRAKTE Arbeit (und nur auf die kommt es im Kapitalismus an). Konkrete Arbeit ist einfach nur die Tätigkeit an sich (Brotbacken, Hähnchen einschweißen).

  40. 40 dorfdisco 04. April 2009 um 10:11 Uhr

    So, nachdem ich jetzt nochmal ein wenig was nachgelesen habe und einen romantischen Abendspaziergang an der milden Frühlingsluft leider für nichts besseres zu nutzen wusste als über Marx Arbeitsbegriff mich aufklären zu lassen, muss ich wohl etwas zurückrudern.
    Puh, da kommt man ja aber auch ganz durcheinander wenn Begriffe in der Alltagssprache anders besetzt sind als bei kommunistischen Theoretikern. Bin da auf dem Holzweg gewesen was Arbeit im Kapitalismus und die Herstellung eines Gebrauchswertes angeht… und auch wenn ich mir jetzt nicht unbedingt den Kopf für den DGB zerbrechen will ist es trotzdem totaler Blödsinn mehr Arbeit zu Fordern wenn ganz offensichtlich immer weniger menschliche Arbeitskraft für die Produktion benötigt wird.

    PS: Nach wie vor würde ich übrigens behaupten, dass es eine Moral gibt die Schuften (haha, extra nicht „Arbeit“ geschrieben) an sich als knorke Sache stilisiert.

  41. 41 mamabär 04. April 2009 um 10:48 Uhr

    „Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder er wird von der Arbeiterklasse eine nützliche Arbeit zugewiesen bekommen, etwa in einer Fischmehlfabrik in Cuxhaven, oder er wird während der Revolution durch die Massen an den nächsten Baum befördert.“

    merkt euch das!

  42. 42 Bronstein 04. April 2009 um 11:09 Uhr

    Und von wem ist der Spruch nun? Ernst Aust, Jürgen Horlemann, Joscha Schmierer, Jürgen Reents, Joschka Fischer, Christian Semmler oder Ralf Fücks? Und bitte nicht googeln!

  43. 43 Wendy 04. April 2009 um 15:25 Uhr

    „I win! I win! One to nothing!“ (Tenacious D – One Note Song). Opfuar!

  44. 44 tee 04. April 2009 um 15:33 Uhr

    und auch wenn ich mir jetzt nicht unbedingt den Kopf für den DGB zerbrechen will ist es trotzdem totaler Blödsinn mehr Arbeit zu Fordern wenn ganz offensichtlich immer weniger menschliche Arbeitskraft für die Produktion benötigt wird.

    naja, deren ziel ist ja nicht die produktion, sondern das geldverdienen. leute in „lohn und brot“ zu halten.

  45. 45 dorfdisco 06. April 2009 um 9:54 Uhr

    Ficken, Schalke, OI!: „100 Jahre DGB tun dem Kapital nicht weh!“ :)>-

  46. 46 A.M.P. 06. April 2009 um 16:56 Uhr

    Die Antwort eines unbekannten DGB‘lers ist auch ganz gut:“20 Jahre Antifa, aber Deutschland ist noch immer da!“ Tuche‘ :d

  47. 47 mamabär 06. April 2009 um 17:09 Uhr

    ich hab auch noch einen:

    sagt der unternehmer zum betriebsratsvorsitzenden: „herr betriebsratsvorsitzender, sie vertreten in letzter zeit immer nur die interessen der arbeiter! ich dachte, sie sind in der gewerkschaft?“

  48. 48 mobster 17. Mai 2009 um 12:51 Uhr

    Bestes Menschenmaterial jetzt noch billiger:
    http://www.sueddeutsche.de/,ra7m1/jobkarriere/205/468768/text/

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