Noch nie waren Chaostage so langweilig


Stuart Home ist super! Die Bücher von ihm handeln meistens von Kommunisten gegen Veganer gegen andere Kommunisten die wiederum gegen Anarchos und Nazis – die Nazis sind fast immer untereinander verfeindet, wie der Rest auch. Dazwischen gibt es noch ein paar Bullen, Hausbesetzer, Ökoterroristen, Feministen, Katholiken und besorgte Eltern. Abgerundet wird das ganze durch viel Homo-, ein wenig Heterosex und einem unglaublich großen Wissen des Autors über die politischen Programme der karikierten Splittergruppen.

Das kann man ganz schlecht nachmachen. Moses Arndt, seines Zeichen Chfredakeur des Hardcoremagazin „Zap“, hats aber mit seinem Buch „Chaostage“ versucht. Mit sehr mäßigem Ergebnis. Wenn dieses sehr mäßigen Ergebnis noch zur Grundlage eines Film wird kann das nicht gut gehen. Tuts auch nicht und ich ärgere mich 5Euro Eintritt für diesen Film ausgegeben zu haben. Immerhin wurde ich im Laufe des Abends sehr betrunken.
Highlites: Interview mit Tobias Scheisse, Helge Schneider als besorgter Anwohner und der Abschlussriot.
Tiefpunkte: Eigentlich fast der ganze Film. Allerdings gelang es Ben Becker die Tiefpunkte noch nach unten zu reissen.

Fazit: Lieber die Orginale von Stuart Home lesen und der einzig echte Chaostagefilm ist „Kampf der Welten“ (na gut, zwei Szenen sind da auch nicht soooooo gut gelungen).


13 Antworten auf “Noch nie waren Chaostage so langweilig”


  1. 1 Keta Mineli 06. Mai 2009 um 12:21 Uhr

    Mich interessieren nur die Sexszenen. Kannst du die irgendwie rauskopieren?

  2. 2 dorfdisco 06. Mai 2009 um 12:30 Uhr

    Hm ich könnte sie evtl. nachspielen. Ich frag mal im Juzi ob ich nen Raum bekomme.

  3. 3 Keta Mineli 06. Mai 2009 um 12:56 Uhr

    Cool. Alternativ würde ich mich in Berlin als Locationscout betätigen.

  4. 4 Wendy 06. Mai 2009 um 13:22 Uhr

    Du hast bei Stuart Home die umfangreichen Gewalt- und Drogen-Szenen vergessen, oder? Oder, das Buch, an welches ich mich grad erinnere war von einem anderen Atzen, der gleich virtuos dasselbe Genre bedient hat. Nur eben mit Sex und Drogen. :d

    In Sachen Punkerfilme ruhen all meine Hoffnungen gerade auf „Dorfpunks“. Gibts da schon Meinungen zu?

  5. 5 cyberpunk 06. Mai 2009 um 14:19 Uhr

    Hey, das „Chaostage“-Buch von Moses ist doch gar nicht so schlecht, oder? Habe es zwar seit 10 Jahren nicht mehr gelesen, aber damals fand ich das ganz nice. Vermutlich wurden aber auch nur die sexuellen Bedürfnisse eines pubertierenden Jungen bedient. :x Vielleicht krame ich es die Tage mal wieder aus dem Schrank und belustige mich ein wenig.

    @Wendy: Ich denke, dass sich keine Release-Group der Scene für einen Film wie Dorfpunks die Finger verbrennen wird. Schade eigentlich, weil ins Kino gehe ich nicht. Wird vermutlich so laufen, dass ich mir den Streifen, wie auch „Fleisch ist mein Gemüse“, in gefühlten 10 Jahren im Lumière angucken werde. Ich hoffe, die haben Ihre Boxen mittlerweile repariert. Das war nämlich eine Katastrophe, als ich das letzte Mal da war. Überhaupt ist der Sound da das Letzte. *auf den Tisch hau*

    cyberpunk

  6. 6 ♥Tekknoatze 06. Mai 2009 um 14:31 Uhr

    Die und als Anwohner_innen versprochene Randale bei der Premiere blieb ja schon aus… der Film konnte nicht gut werden.
    Wendy: Hab gehört der soll voll so authentisch werden mit Originaldrehplätzen und so. Ich leg mein vollstes Vertrauen in Rocko, der packt das ;).

  7. 7 dorfdisco 06. Mai 2009 um 16:19 Uhr

    Wendy, ich will doch meinen Ruf mal ein wenig aufbessern und solche Mackerdinge nicht ständig in den Mittelpunkt stellen, nen neuen seriösen Header habe ich ja schon.

    Ach genau, was vergessen hatte: Die Gewaltexzesse (in erster Linie die Massenschlägereien) sind endgeilfett!!!!!!! Vor allem die auf denen die HeldInnen auf Drogen sind

  8. 8 keta minelli 06. Mai 2009 um 16:52 Uhr

    Dazu passt ja dann auch der von einem Freund und mir irgendwann am Wochenende in dieser ominösen Bar an der Spree entwickelte Randalebuddhismus. Halt die orthodoxe Auslegung der Lehren Buddhas, nur ohne diesen Enthaltsamkeitsquatsch und diese Friedfertigkeitsscheiße. Schließt euch uns an wenn es das nächste mal heißt: Om – Om – Auf die Fresse!

  9. 9 roi 07. Mai 2009 um 15:07 Uhr

    aber keta, was bleibt denn vom Buddhismus ohne die Enthaltsamkeits- und Friedensscheisse?:-?

    öhh

    Achso, jetzt hab ich verstanden.

  10. 10 dorfdisco 10. Mai 2009 um 9:50 Uhr

    Als was wird man eigentlich beim Randalebuddhismus so wiedergebohren wenn genügend Karma angesammelt wurde, als Panzer?

  11. 11 Keta Mineli 10. Mai 2009 um 13:14 Uhr

    Hauptsache als was anderes.

  12. 12 loverboy 666 11. Mai 2009 um 14:57 Uhr

    @dorfdisco:
    im gegensatz zur „dorfpunks“ verfilmung (danach war mir nur noch zum betroffenen kuscheln zumute) hat der „chaostage“ streifen doch ganz gut gerockt. besonders schön war das anschliessende grölen vom „POLENÜBERFALL, POLENÜBERFALL!!!“ im innenhof der ortsgruppe schwarzer block. vielleicht lag es auch an den 7 lietern bier, mit den ich mir jugendliche leichtigkeit angetrunken hatte … oder an den publikumspunks, die mit einem traurigen „ich hab das gelebt, alter.“ nach der vorstellung noch ein gemeinsames abhängen am gänseliesel für wichtig erachteten. worum es im film ging weiss ich gar nicht mehr und ärgere mich vor allem über die verpassten sex-szenen. das es nach so einen movie aber zu spontaner randale kommen kann, kann ich irgendwie gut nachvollziehen. an die buchvorlage vom moses kann ich mich auch nur noch dunkel erinnern – ich hab auf jeden fall mehrfach heftig onaniert!

    :)

    das dem ein vollblutautomat wie du nur vernichtende kritik entgegen bringen kann, liegt halt daran, dass dus nicht gelebt hast.

    :)

    da bei mir im laufe der jahre zunehmender haarausfall keine frisur auf krawall mehr möglich ist, lebe ich übrigens dass hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=xSB9LIXEtTw

  13. 13 abdafüa 11. Mai 2009 um 17:31 Uhr

    hauptsache paaank!!!:)>-

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