Klassenhass !?!

Ich weiß ja nicht ob es daran liegt, dass ich Arbeiterkind ohne Abitur bin, aber bei so was muss ich echt aufpassen nicht in den Klassenhass abzurutschen.
Da stellen sich so ein paar Gören hin und jammern herum, dass die Form wie sie beim Run auf die vorderen Plätze zu einander in Konkurrenz gesetzt werden, etwas übertrieben sei.

Die regen sich ernsthaft über Studiengebühren auf, wie unsozial, ungerecht, etc das alles ist und haben gleichzeitig in der Institution Schule Millionen von Leuten aus dem Rennen um die angenehmeren Positionen gedrängt – kommen aber nicht einmal dazu dies überhaupt zu erwähnen. Und anstatt das Prinzip der Konkurrenz zu kritisieren aus dem, so nett wie es auch gestaltet ist, zwangsläufig immer Gewinner und Verlierer hervorgehen, wird der Staat als Koordinator dieses Verhältnisses darum gebeten doch etwas mehr Chancen für alle die es bis zu ihnen geschafft haben, einzuräumen.
Da haben dann meine alten Schulfreunde, die sich jetzt als Sprechstundenhilfe oder Maler und Lackierer (nicht zu vergessen: Erzieher, hehe) verdingen müssen was von, wenn sie auch mal von ner Frau, nem Schwulen, nem Behinderten oder jemanden aus der Unterschicht ausgebeutet und/oder herumkommandiert werden.

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Bei Wendy hat sich in den Kommentaren zu diesem Beitrag eine Diskussion zum Freiheitsbegriff entwickelt. Die ist ganz brauchbar, da sie einen guten Crashkurs zum Für und Wider des Freiheitsbegriff von UmsGanze geworden ist (auch für Leute ohne große Vorkenntnis).


20 Antworten auf “Klassenhass !?!”


  1. 1 Name 11. Juni 2009 um 11:54 Uhr

    Der Bildungsstreik läuft mit Schulen zusammen, es wird schon ein Zusammenhang zwischen den verschiedenen Bildungsinstitutionen gesehen. Die Schüler haben einen eigenen Forderungskatalog. Die Demos nächste Woche finden gemeinsam statt, also nicht mit unsolidarisch. Wenn du dich über Konkurrenzdruck in der Schule aufregen willst musst du aber deren Forderungen lesen und kritisieren.
    Auch in der, schon etwas abgelutschten aber beliebten, Parole „Bildung für alle – und zwar umsonst“, steht nichts von „nur Studenten“.

    Ps. Das Lied Linke Spießer ist falsch, viele der Studis verstehen sich meiner Meinung nach nicht als Links

  2. 2 Wendy 11. Juni 2009 um 12:57 Uhr

    Und umgekehrt machst du die Studenten dafür verantwortlich, dass sie es in der Konkurrenz zu was gebracht haben?

    Sowieso, deine Auflösung der „Klassen“frage hin zu einer Besprechung soziologischer Schichten – „Arbeiter“, „Akademiker“ – verschleiert doch wieder vieles.

    Zur Freiheitsdiskussion: Man sieht „…umsGanze!“ ganz schön losen, btw.

  3. 3 Difficult is Easy 11. Juni 2009 um 13:04 Uhr

    @dorfdisco:
    „einen guten Crashkurs zum Für und Wider des Freiheitsbegriff“
    äh, hauptsache diskurs oder was?

    @wendy:
    „losen“
    8-|

  4. 4 loverboy 666 11. Juni 2009 um 13:28 Uhr

    hihi … studenten.

    „wer weiss schon, was so einem verdammten mongo in der birne rum geht.“

    :x

  5. 5 abdafüa 11. Juni 2009 um 15:49 Uhr

    mhh, slime :x
    tatsächlich machens die studis mit ihrem gerede vom runterwirtschaften der bildungselite von morgen sehr sehr schwer, auch nur irgendwie solidarisierungswillen zu wecken. ob sowas wie http://sozialrevolutionaerer.blogsport.de/ da sinn ergibt, wird sich wohl nächste woche zeigen… ich hab da allerdings meine zweifel…

  6. 6 cyberpunk 11. Juni 2009 um 21:38 Uhr

    @loverboy 666:

    „Ich ziele auf den Kopf und schlage alles kurz und klein!“

    http://www.youtube.com/watch?v=0sZ8WM2wRrs

  7. 7 dorfdisco 11. Juni 2009 um 21:41 Uhr

    @ Name

    Nein da hast du mich falsch Verstanden. Ich kritisiere nicht den Konkurrenzdruck, weil der ist in der Form wie (Aus-) Bildung hierzulande läuft eh ständig da. Denn auch wenn Uni oder Schule noch so kuschelig (z.B. durch BaFög, kleinere Klassen, viel Freiheiten bei der Wahl der Lernstoffes, keine Regelstudienzeit oder sonstige Forderungen die beim Bildungsstreik aufgestellt werden) gestaltet werden, sind ihre Aufgabe das Zerlegen und Aufteilen der jungen Bevölkerung in die unterschiedlichen Nutzgruppen für die nationale Wirtschaft, und nur die Besten sollen in den Führungspositionen landen. Von daher hast du den Konkurrenzdruck eh immer, sei es durch Noten, Studienabschlüsse oder sonstiges. Mag sein, dass es in den letzten Jahren an der Uni evtl. etwas rauher und die Konkurenz der Studenten untereinander sichtbarere bzw. fühlbarer geworden ist. Vorhanden war sie aber schon immer. Denn was will der Standort Deutschland nur mit Führungspersonal? Für die Wirtschaft müssen auch genug Leute zu Verfügung stehen die ihren Körper bei der Arbeit verschleißen oder sonst halt irgendwelche einfachen Tätigkeiten verrichten.

    @ Wendy:

    Und umgekehrt machst du die Studenten dafür verantwortlich, dass sie es in der Konkurrenz zu was gebracht haben?

    Nein, warum sollte ich?

    Ich finde es aber sehr zynisch wenn Leute die genau wissen dass sie es im Rennen um die angenehmeren Plätze zumindest so weit gebracht haben, dass sie höchstwahrscheinlich nicht die nächsten 40Jahre als Fließenleger oder Altenpfleger arbeiten müssen auf einmal auf die Idee kommen dass die Konkurrenz zu einander nicht so dolle für sie spürbar sein soll – während sie diverse andere Mitstreiter zwangsläufig schon aus dem Rennen verwiesen haben. …anstatt so Vernünftig zu sein das Konkurrenzverhältnis an sich zu kritisieren.

    @Difficult is Easy
    Nee, nicht Hauptsache Diskurs aber eine gute Zusammenfassung was beim Freiheitsbegriff von UG geht und nicht geht. Ich selber bin mir bei der positiven Bestimmung von Freiheit wie UG sie leistet übrigens auch noch unschlüssig, genau deshalb finde ich die Diskussion bei Wendy so brauchbar. …man will ja Leute die durch Erkenntnis und nicht nachgelaber einen Standpunkt vertreten. Deshalb ist auch Wendys gequatsche mit „loosen“ so bekloppt.

  8. 8 loverboy 666 11. Juni 2009 um 21:42 Uhr

    @cyperpunk: richtig :)

  9. 9 dorfdisco 11. Juni 2009 um 21:47 Uhr

    @ abdafüa:

    Sozialrevolutionärer Block ist ja schön und gut… aber was zur Hölle ist die „ILF – International Liberation Front“ die da mitmachen?

  10. 10 Soft_brain 11. Juni 2009 um 22:18 Uhr

    ILF, das sind die Spinner, die über die Schöner Leben Liste ihren veganen Tierrechtsquatsch verbreiten. Unglaublich, dass die da mit drunter stehen! :(

  11. 11 ole 11. Juni 2009 um 22:51 Uhr

    Schöner Leben Liste

    =)) das will ich auch!!!

  12. 12 loverboy 666 11. Juni 2009 um 23:23 Uhr

    schöner leben liste

    hihi … studenten. will ich auch! :d/

  13. 13 dorfdisco 12. Juni 2009 um 8:49 Uhr

    Also laut der Zeitschrift Freundin ist das die schöner Leben Liste, da steht aber nichts von ILF:

    http://www.freundin.de/Galerie/10-Dinge-die-Ihr-Leben-jetzt-schoener-machen-_29206.html

  14. 14 cyberpunk 12. Juni 2009 um 11:25 Uhr

    ILF vielleicht nicht, aber dafür das After-Bonbon für unterwegs. Selbstverständlich inkl. Spiegel, für das sichere Einführen.

    AFTER-BONBON

  15. 15 abdafüa 12. Juni 2009 um 20:10 Uhr

    ilf… hatten die nicht mal auch so ein großartiges kommuniqué „aus den wäldern südniedersachsens“? :d

  16. 16 ums ganze f. einsteiger 14. Juni 2009 um 9:30 Uhr

    da ist mal jemand ganz deiner meinung. ist ein beitg aus einem anderen forum. das ist doch mal die …ums ganze position auf ihre praktische bedeutung runter gebrochen:

    Was Konkurrenzdruck angeht. Naja auch da muss ich sagen, habe ich jegliche romantische Ader nach über fünf Jahren Berufserfahrung verloren. Du musst dir klarmachen, dass der normale Arbeiter oder Angestellte in einem stetigen Konkurrenzkampf steht und noch dazu nicht solche sicheren Zukunftsperspektiven hat wie ein Akademiker. Da sind wirklich existentielle Sorgen im Spiel. Ich finde Konkurrenzdruck an der Uni nicht schlecht, weil zumindest in diesem Feld die Studenten auf das spätere Leben gut und realistisch vorbereitet werden. Konkurrenzdruck kommt sowieso auf jeden zu. Früher oder später. Schlimmer finde ich es, wenn man Studenten in einer Art wohlbehüteten Blase lässt. Genau daher kommt häufig das Denken in der Gesellschaft, dass sich der schnöselige, träumende Student sowieso nicht mit den profanen Alltagssorgen der „einfachen Bevölkerung“ identifizieren kann. Ein bisschen Druck muss schon sein. Überleg nurmal was für ein Druck in einer Berufsausbildung herrscht. Einige fangen eine solche ja schon mit 16/17 an. Ich z.B. musste meine Noten in der Berufsschule (bei jeder Klausur) der Personalabteilung melden. Ab ner 4 wurde ein großes Drama veranstaltet. Bei einigen Firmen sogar schon bei allem was schlechter als 2 war. Hinzukam der Druck durch Ausbilder. In der Mitte der Ausbildung hatte ich kurzzeitig eine Phase, da wollte ich am Liebsten hinschmeißen, weil es manchmal wirklich belastend war. ABER, man lernt dadurch auch viel. Lehrjahre sind keine Herrenjahre sagt man. Und es stimmt.

  17. 17 dorfdisco 14. Juni 2009 um 17:22 Uhr

    Ich frage mich wie du darauf kommst, dass diese Idealisierung des Konkurrenzdrucks meiner Position entspräche.

  18. 18 döner 14. Juni 2009 um 17:53 Uhr

    >Genau daher kommt häufig das Denken in der Gesellschaft, dass sich der schnöselige, träumende Student sowieso nicht mit den profanen Alltagssorgen der „einfachen Bevölkerung“ identifizieren kann. Ein bisschen Druck muss schon sein.

    als würde druck automatisch richtige denke entspringen. und als wäre das identifizieren mit den alltagssorgen der „einfachen bevölkerung“ automatisch was gutes. da kommt’s wohl noch ein bisschen auf den inhalt an. mit der sorge, dass einem „fremdarbeiter“ die arbeitsplätze stehlen, muss man sich ja wohl nicht „identifizieren“.

  19. 19 dorfdisco 14. Juni 2009 um 20:47 Uhr

    Ich würde ja sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass Menschen deren Alltagssorgen gering sind mehr Zeit haben sich mit den Bedingungen die, die Grundlage der Alltagssorgen so darstellen auseinanderzusetzen und dagegen anzugehen. Von daher dürften es von mir aus auch noch viel mehr reiche Erben und von Eltern finanzierte Dauerstudenten in der Linken geben.

  20. 20 Tom Frenzy 15. Juni 2009 um 12:17 Uhr

    Selbst Reiche weinen-Reiche leiden
    Reiche fühln sich mal alleine
    Sie verzweifeln wie jeder andere
    Fallen tief und haben Feinde.

    Aber Engel wohnen im Himmel, haben Flügel, spielen Harfe und dürfen zu Big Jays VIP Geburtstagsparty. Wir (ich und meine Katze) dagegen feiern hier unten auf der Erde und können uns die Welt der Engel nur Vorstellen.

    Es geht doch nicht um Sorgen, die wird es immer Geben, sondern um die Möglichkeiten die einem diese Welt alles bietet, aber deren Zugänge uns Verschlossen bleiben und da hilft auch Bildung nichts, sondern entweder deine Herkunft oder deine Fähigkeit und deinen Willen sich an die Spielregeln zu halten.

    Und ich frag mich eh, was diese dämliche Unterscheidung zwischen Studenten und Arbeitern soll. An Unis ist doch dasselbe menschliche Mit-/Durcheinander zu beobachten, als wenn ich bei mir auf der Arbeit sitze und meine 600 Kollegen analysiere.

    Und das ein Erzieher, der wohl auf Autorität bedacht ist, an die Erlösung durch die Führung von Oben glaubt und nicht an die selbstregelnde Kraft der zu Erlösenden, muss dieses nicht herausposaunen. Dies ist doch nur ein weiteres Kapitel in der Vorlesestunde auf dem Schoße der Bürgerlichkeit.http://blogsport.de/smilies/yahoo_love.gif

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