Manche Leute glauben wirklich jeden Scheiß

Die Saloncommunisten aus Düsseldorf glauben z.B. den Nazis, dass ihr Wettern gegen die Alliierten antiimperialistisch motiviert wäre und haben deshalb diesen Banner gegen einen Naziaufmarsch am 5.9. veröffentlicht:

Puh! Da hatte die Welt ja mal echt Glück, dass Nazideutschland nicht imperialistisch aktiv war. Wäre nämlich bestimmt ziemlich grausam zugegangen, wenn die Deutschen auf die Idee gekommen wären ihre Nation in der Staatenkonkurrenz besser abschneiden zu lassen in dem sie z.B. in Polen einfallen, sich Richtung Ölquellen im Kaukasus aufmachen oder Frankreich durch eine militärische Besetzung beherrschen wollen.


42 Antworten auf “Manche Leute glauben wirklich jeden Scheiß”


  1. 1 A.M.P. 11. August 2009 um 12:15 Uhr

    Es wird wirklkich immer skuriler im Pott. :((

  2. 2 tp 11. August 2009 um 13:38 Uhr

    DÜSSELDORF GEHÖRT NICHT ZUM POTT

  3. 3 Wendy 11. August 2009 um 13:45 Uhr

    Put your hands up for the Rote Antifa Dui/Dü! b-)

  4. 4 dorfdisco 11. August 2009 um 15:18 Uhr

    Wendy, wenn man Bekloppten beklopptes entgegensetzt wird da selten was gutes draus.

  5. 5 arsch mit ohren 11. August 2009 um 15:57 Uhr

    ich frag mich natürlich auch, was für ein grausames politisches programm antiimps haben, wenn man selbst deutsche nazis mit diesem wort diffamieren kann….:-?

  6. 6 godot 11. August 2009 um 15:59 Uhr

    naja, naja, zumindest haben sich die deutschen nazis (die alten, 20-45;) höchst anti-imp nach aussen versucht darzustellen und nicht umsonst einige „anti-koloniale“ bewegungen aktiv unterstützt, auch die achse japan-deutschesreich hat sich so versucht zu legitimieren, aber es ham sich ja auch schon leute zu tode differenziert (gilt für „beide“) und der einmarsch in die su wurde ua damit begründet ,das vielvölkergefängnis s.union zerstören zu müssen um ua die kaukasus-völker zu befreien, ich weiss, is alles eh nur propaganda gewesen, warum auch ernst nehmen, was die nazis nach aussen ham verlauten lassen?

  7. 7 antifa k 11. August 2009 um 16:28 Uhr

    tsss…. die bekloppten von der schäl sick halt.

  8. 8 arsch mit ohren 11. August 2009 um 18:25 Uhr

    wat heißt denn schäl sick?

  9. 9 ex-kölner 11. August 2009 um 18:55 Uhr

    schäl sick is die falsche (schlechte) seite des rheins.

  10. 10 Mar-len 11. August 2009 um 19:55 Uhr

    Boah, was für Flachpfeifen!
    Seit wann sind denn „Lebensraum im Osten“-Ideologie und aggressive Expansionspolitik antiimperialistisch.
    Hätte ja nicht gedacht das mal zu sagen, aber: Hinsetzen, Lenin lesen! Dann kamma sich immernoch an dessen Imperialismus-Begriff abarbeiten. Zuerst sollte ma aber wissen was überhaupt Imperialismus bedeutet (hat).
    Und sowas nennt sich kommunistisch…

  11. 11 godot 11. August 2009 um 20:22 Uhr

    plz delete

  12. 12 godot 11. August 2009 um 20:34 Uhr

    dann schau doch ma, was diese nazis selber dazu schrieben, oder gilt das nicht? auch gibt es, soweit ich weiss, gewisse differenzen zwischen lenin und marx seinem imperialismusbegriff.
    und ja, welch wunder, auch bei den nazis gabs immer mal wieder unterschiede von „theorie“/propaganda und praxis

    ich schmeiss einfach mal indische legion und ukrainische befreiungfsarmee in den raum, den rewst kannste dir googlen

  13. 13 Wendy 11. August 2009 um 21:26 Uhr

    und nicht umsonst einige „anti-koloniale“ bewegungen aktiv unterstützt“ – völlig uneigennützig und ohne Hintergedanken!

  14. 14 godot 11. August 2009 um 21:36 Uhr

    wo steht das? war das einfach nur nazi-etikettenschwindel ? denen ging und geht es schon auch um „freie völker“ solangs halt keine konkurrenz zum eigenen wird (siehe bayernpartei, sorben oder so)

  15. 15 mar-len 11. August 2009 um 22:43 Uhr

    „dann schau doch ma, was diese nazis selber dazu schrieben“
    wenn du gestattest: mein primärer bezugspunkt als kommunist_in ist immer erstmal die linke theorie und nicht das geschreibsel marginaler nazigruppen.

    ich möchte mal sehen was diese neonazis machen würden, wenn sie – bewahre – an macht kämen. sicherlich mal nicht abrüsten, die oder-neiße-grenze anerkennen und alle nationen der welt als gleichwertige partner mit territorialer souveränität betrachten, um sich von zeit zu zeit von diesen auch mal übers ohr haun zu lassen.

    „auch gibt es, soweit ich weiss, gewisse differenzen zwischen lenin und marx seinem imperialismusbegriff.“
    marx hatte eine eigene imperialismus-theorie!?! :- bitte wo hätte er die ausformuliert? würde mich wirklich interessieren.

  16. 16 ♥Tekknoatze 11. August 2009 um 23:02 Uhr

    Vielleicht meinen die gar nicht die Nazis sondern die: http://dortmundquergestellt.wordpress.com/

  17. 17 ♥Tekknoatze 11. August 2009 um 23:04 Uhr

    Ich hab den Aufruf nicht gelesen aber die Unterstützer_innenliste passt ;)

  18. 18 ♥Tekknoatze 11. August 2009 um 23:05 Uhr

    Wendy: Blödfrau. :p

  19. 19 godot 11. August 2009 um 23:47 Uhr

    da tut der herr hecker aber in seinem faschismus-buch was andres

  20. 20 salon 12. August 2009 um 10:03 Uhr

    zur klärung des sachverhalts:

    mit der grafik wird sich nicht auf den eigentlichen naziaufmarsch bezogen, sondern auf den aufmarsch verrückter antiimps, stalinisten und co, die sich in dem bündnis dortmund stellt sich quer zusammengeschlossen haben, wie ♥Tekknoatze das schon ganz richtig erkannt hat.

    wer es anders interpretiert oder interpretieren will, soll das doch bitte tun.

    also:

    antifa action days in dortmund!
    gegen nazis und linksdeutsche idioten!
    dortmund rocken!

    =)

  21. 21 dorfdisco 12. August 2009 um 10:12 Uhr

    @ Atze: Wie bescheuert wäre das bitte erst wenn die Saloncommunisten Düsseldorf an dem Tag des Naziaufmarsch eine Demo die sie als Aufmarsch bezeichnen von ein paar anderen Linken Spinnern in der selben Stadt verhindern wollen?

    @ godot: Es wäre sehr hilfreich wenn du nicht immer bei Andeutungen bleibst sondern hier mal hinschreibt was du meinst, wäre ja nicht so, dass ich mich, wenn ich nen Fehler mache, nicht gerne korrigieren lassen würde.

  22. 22 dorfdisco 12. August 2009 um 10:14 Uhr

    Ups, da hat ja jemand zwischendurch was gepostet… Atze, es ist wirklich so bescheuert.

  23. 23 pupspuppe 12. August 2009 um 11:21 Uhr

    :-ss**==^:)^:-@:-b<:-p

  24. 24 salon 12. August 2009 um 11:56 Uhr

    yeah!

  25. 25 Bork 12. August 2009 um 13:31 Uhr

    Don‘t feed the Trolls

  26. 26 godot 12. August 2009 um 15:26 Uhr

    soll heissen, dass man die meinetwegen auch „nur“ anti-koloniale rhetorik der nazis nich einfach als fiese rumheuchelei sehen sollte, sondern auch ruhig mal gucken kann, inwieweit das inhaltlich ernst zu nehemen is und dass es nicht umsonst überschneidungen und querfrontambitionen gab und gibt, oder man beschränkt sich halt auf ein wasnichseindarfisauchnicht, ob das hilft halte ich jedoch für unwahrscheinlich
    und ja, wirklich viel besser weiss ich es auch nicht, ich hab halt nur einen sack voller fragen bzw um ma lenin zu zitieren
    „fragend schreiten wir voran“ :x

  27. 27 arsch mit ohren 12. August 2009 um 15:52 Uhr

    naja, was lernen wir daraus, hätten die usa doch stalin anstatt hitler bekämpft, dann wäre der 2. weltkrieg auch glimpflicher ausgegangen**==:((:-<img src=‘http://blogsport.de/smilies/yahoo_party.gif‘ alt=‘<:-p‘ class=‘wp-smiley‘ width=’38′ height=’18′ title=‘<:-p‘ /><):):-ss:(|):(|):(|)

  28. 28 John Holloway 12. August 2009 um 16:18 Uhr

    „fragend schreiten wir voran“ von Lenin? Man lernt nie aus…

  29. 29 babybär 12. August 2009 um 17:36 Uhr

    @ godot:
    diskutier das doch bitte mit den nazis selbst aus

    @ salon:
    mal über nen fahnenschwenk-wettbewerb mit den freaks nachgedacht?

    @ rest:
    ihr wart schon mal lustiger

  30. 30 godot 12. August 2009 um 21:40 Uhr

    proletarische abreibung für saloncommunisten! l-)

  31. 31 A.M.P. 13. August 2009 um 5:13 Uhr

    An dieser Stelle haut Godot voll, aber mal so etwas von voll daneben. Gib ihr/ihm jemand nen Tip?:d

  32. 32 checker 13. August 2009 um 10:49 Uhr

    „nich einfach als fiese rumheuchelei sehen sollte, sondern auch ruhig mal gucken kann, inwieweit das inhaltlich ernst zu nehemen is“
    ich habe wikipedia benutzt um mir klarheit über die tatsächliche außenpolitik dieser nazis zu verschaffen. angefangen hat das 1935 mit der aufnahme des saarlands nach der fremdherrschaft der franzosen, es folgte der freiwillige anschluss österreichs um diesen staat zu stabilisieren, so dass er nicht anderen imperialistischen mächten zum opfer fällt, dann knall auf fall die befreieung des sudetenlandes und der slowakei aus den imperialistischen klauen der tschechen. die aggressiven bestrebungen der rest-tschechei wurden unter aufsicht gestellt->reichs-protektorat böhmen und mähren. das memelland ging zurück ans deutsche reich, weil es nur in deutschen händen vor dem zugriff der sowjets sicher war.
    dann der polenüberfall, ich weiss nicht recht wie ich damit umgehen soll, anscheinend war das polnische militär aber komplett auf seiten der russen und es musste zu einem krieg kommen um die polnische bevölkerung vor stalinistischer ausbeutung zu schützen. leider konnte man damals keinen krieg mit russland selbst riskieren und es blieb bei der rettung nur halb polens. bezeichnenderweise erklärten nun die anderen imperialistischen mächte europas dem befreier deutschland den krieg. die witterten was für sie drin war! die hatten angst! und selbst als fast ganz europa endlich unter deutschem schutz stand, wehrten sie sich die menschen. so ideologisch verblendet war die imperialistische kernbevölkerung (sog. „notwendig falsches bewusstsein“!). für die zeit nach dem krieg hatte deutschland noch weitere antiimperialistische volksbefreieungen vorgesehen. so weit kam es allerdings nicht. der kriegseintritt amerikas machte alles zunichte. nach dem krieg ordneten die staaten die rigorose einführung amerikanisch gesinnter völkerknäste ein. das alten kolonialreiche wurden aufgelöst, aber um welchen preis! bei aller achtung für das amerikanische antiimperialistische programm, welches die aggressive sowjetunion in zaum halen soll, kann ich nur verachtung empfinden für deren geflecht an gefälligen regierungen, die mit waffen- und ökonomischer gewalt auf linie gebracht wurden, ganz anders als es deutschland versuchte.

  33. 33 ich 13. August 2009 um 11:57 Uhr

    @checker
    oh mist da hat doch wer den altermedia link gesetzt! :d

  34. 34 ♥Tekknoatze 13. August 2009 um 16:49 Uhr

    dorfi: Dass es wirklich so dumm ist, hätte ich nicht gedacht… Zum Glück gucke ich mir das nicht an.

  35. 35 checker 13. August 2009 um 22:00 Uhr

    @godot:
    „da tut der herr hecker aber in seinem faschismus-buch was andres“

    zB Hitler zitieren:

    „Mit der dramatischen vorstellig gemachten Alternative -
    „Deutschland wird entweder Weltmacht oder überhaupt nicht sein.“
    (M[ein]K[ampf] S. 742) –
    wollte Hitler seine Landsleute auf einen Zustand der Nation aufmerksam machen, der nach seiner Ansicht die deutsche Politik vor eine grundlegende Entscheidung stellte: sich entweder dauerhaft darauf einzurichten, als bloßes Anhängsel der interessen zu agieren, die die Geschicke auf dem staatlich gegliederten Globus bestimmen, oder aber eine politische „Wende“ mit der klaren Zielsetung einzuleiten, Deutschland wieder zu einem bestimmenden Subjekt der weltpolitik zu machen.“
    (Der Faschismus und seine demokratische Bewältigung, Konrad Hecker, S. 194)

    Wie kommst du auf den Mist mit dem nationalsozialistischen Antiimperialismus, wenn du vorgibst das Buch gelesen zu haben?

  36. 36 abdel kader 16. August 2009 um 19:10 Uhr

    naja, naja, zumindest haben sich die deutschen nazis (die alten, 20-45;) höchst anti-imp nach aussen versucht darzustellen und nicht umsonst einige „anti-koloniale“ bewegungen aktiv unterstützt

    So wie du das darstellst, stimmt das nicht. Vor dem Zweiten Weltkrieg und dem Bruch mit Großbritannien gab es sogar eine Phase, wo die britische Kolonialherrschaft in den höchsten Tönen gelobt wurde, weil dort Arier „rückständige Farbige“ niederhalten, wie es sich gehört.
    Antikoloniale Bewegungen wurden erst nach 1939 unterstützt, aber nur aus militärstrategischen Gründen. Es war nicht so, dass den historischen Nazis die „Freiheit anderer Völker“, noch dazu nicht arischer, ein Wert für sich gewesen wäre. Ansonsten hätte man ja auch Mussolinis Krieg gegen Äthiopien ablehnen müssen oder Vichy-Frankreich dazu zwingen müssen, seine Kolonien in die Unabhängigkeit zu entlassen.

    dann schau doch ma, was diese nazis selber dazu schrieben, oder gilt das nicht?

    Z.B. Hitler:
    „Es gibt ein große Menge Dinge, die Deutschland aus den Kolonien beziehen muss, und wir brauchen Kolonien genau so nötig wie irgendeine andere Macht.“

    Man könnte noch viele weitere Beispiele aus der NS-Zeit anbringen, etwa dieses Bild
    http://www.dhm.de/ausstellungen/namibia/stadtspaziergang/pics/025_Kolonie_Stundenplan.jpg

  37. 37 abdel kader 16. August 2009 um 19:22 Uhr

    „auch gibt es, soweit ich weiss, gewisse differenzen zwischen lenin und marx seinem imperialismusbegriff.“

    Man kann nicht wirklich von einem Imperialismusbegriff bei Marx sprechen, weil er dieses Wort nur ganz selten benutzt hat. Es gibt vielleicht eine Kolonialismustheorie, die man sich eher mühsam zusammen suchen müsste, wobei sich die entsprechenden Stellen z.T. widersprechen.

  38. 38 glaubnichtjedenscheiss 16. August 2009 um 19:38 Uhr

    den zeitgenössischen neonazismus mit der ns-aussenpolitik 33-45 in eins zu setzen ist der erste fehler den ihr alle macht, der zweite ist nicht den aufruf der dortmunder nazis zu lesen, der dritte gegen vermeinliche ‚antideutsche‘ nur diffamieren zu können und so szenespalterei zu betreiben. der salon in düsseldorf ist wohl eine der differenziertesten und fittesten gruppen der region, kein fahnenträgerverein und kommt ausserdem nicht von der schäl sick sondern größtenteils aus dem schicken düsseldorf-oberkassel, was bekanntermaßen auf der rheinseite des kölner doms liegt..
    das ‚geständnis‘ isn fake..

  39. 39 glaubnichtjedenscheiss 20. August 2009 um 16:45 Uhr

    LET PEACE COME!
    Aufruf gegen den Naziaufmarsch am Antikriegstag in Dortmund

    Der autonome Neonazismus, wie er sich am 5.9 in Dortmund unter dem Motto „Gegen imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege“
    anlässlich des Antikriegstages auf der Straße präsentieren wird, steht
    für eine militante und reaktionäre Form der Kritik an der bürgerlichen
    Gesellschaft und ihren Erscheinungen. Zentrale ideologische Elemente
    ihres Aufrufstextes sind völkischer Nationalismus und Antiliberalismus,
    reaktionärer Antikapitalismus und Antiimperialismus sowie
    Antiamerikanismus und Antizionismus.
    Der „sozialrevolutionäre“ Gestus ist allerdings nicht neu, sondern steht
    in der Tradition zahlreicher revisionistischer, faschistischer und
    nationalsozialistischer Strömungen Deutschlands, Italiens oder
    Frankreichs als Verfechter des „Dritten Weges“, deren direkte
    Ideologiegeschichte sich bis zur vorletzten Jahrhundertwende
    zurückverfolgen lässt.

    Dass ideologische Elemente des neonazistischen Antikriegstages
    Schnittmengen zur Politik linker sozialer Bewegungen der Welt aufweisen,
    wird vom Spektrum der vorbereitenden Gruppen der Gegenproteste von
    Linkspartei bis zur Antifa allerdings weitgehend ausgeblendet, wodurch
    sich von vornherein die Möglichkeit einer ernsthaften Kritik an dem
    ideologischen Gerüst der Nazis verbaut wird.
    Dies geschieht nicht aus Zufall: das Phänomen des sozialrevolutionären
    Antiimperialismus von Rechts zu fassen und das Verhältnis von „rechtem“
    und „linkem“ Ideologiegebäude reflektiert zu betrachten ist linken
    Antifaschisten bisher kaum gelungen, würde damit doch der miserable
    Zustand der gegenwärtigen antikapitalistischen Bewegungsrhetorik
    offenbar. Im Gegenteil: Je „linker“ die Naziparolen klingen, desto
    verbissener mobilisieren auch Traditionslinke nach langer Ignoranz der
    Dortmunder Naziszene wieder nach Dortmund, um die Hoheit über ihr
    vermeintliches geistiges Eigentum zu verteidigen. Dabei findet jedoch
    keine Auseinandersetzung darüber statt, warum sich auch ein
    Antikriegstag so hervorragend als Anlass für die zentrale bundesweite
    Nazidemonstration dieses Spätsommers eignet. Lediglich der Vorwurf dass Nazis sich hinter linken Positionen verstecken würden oder dass eine Friedensdemonstration von Nazis angesichts des Jahrestages des Überfalls auf Polen besonders dreist wäre, wird gebetsmühlenartig wiederholt.
    Gleichzeitig wird weit ausgeholt, um das globale Hauen und Stechen
    geschichtsdeterministisch als Interessenkonflikt der mal friedfertigen,
    mal kriegswütigen etablierten Player abzuleiten, anstatt zum Protest
    gegen Nazis – und konsequenterweise auch den weltweit betrachtet
    quantitativ weitaus relevanteren islamistischen Bewegungen – als den
    schärfsten Feinden liberaler Freiheit und kommunistischer Emanzipation
    aufzurufen. Kein Wunder, denn die Linke hat den Sinn für
    Internationalismus verloren. Sie kannte Bosnien, Ruanda und
    Tschetschenien nie und kennt nicht Sri Lanka, Darfur und Kongo.
    Stattdessen stehen Auseinandersetzungen unter Beteiligung der USA oder Israels automatisch im Fokus der allgemeinen und linken Aufmerksamkeit, auch wenn Body Count und andere Abscheulichkeiten in den Kriegen zur Durchsetzung kapitalistischer Vergesellschaftung eher „dezenter“ ausfallen als in anderen zeitgleich ausgetragenen religiösen oder nationalistischen Konflikten, deren Ziel oft Vertreibung oder Vernichtung feindlicher Bevölkerungsgruppen ist.
    Auch die Parole „der Hauptfeind ist das eigene Land“, welche Deutschland und seine „Interessen“ zum Dreh- und Angelpunkt für den Zustand der Welt machen will greift analytisch und kritisch zu kurz. Sie benennt nicht das Besondere der postnazistischen deutschen Gesellschaft und schließt vor der Reaktion in der Peripherie die Augen.
    Gemessen am Grad kriegerischer Grausamkeit erscheinen die „Polizeispiele“ der Bundeswehr in Afghanistan im Vergleich zum Vorgehen des nigerianischen oder äthiopischen Militärs gegen islamische Milizen und dessen „Kollateralschäden“ lächerlich.
    Anders als der Contra-Support der USA im Chile, Nicaragua oder El Salvador der 70er und 80er oder gar Vietnam stünden militärische Interventionen dieser Tage – so politisch, taktisch und moralisch zweifelhaft ihre Durchführung auch sein mag – einer „positiven“ gesellschaftlichen Entwicklung nicht mehr prinzipiell entgegen.
    Zahlreiche Konfliktherde, Orte systematischer gruppenbezogener Gewalt, rassistischer Bürgerkriege oder nationalistischer Pogrome lassen
    sich nicht allein aus dem krisen- und konflikthaften Charakter des
    globalen Kapitalismus oder einseitiger geostrategischer oder
    ökonomischer Einflussname westlicher Interessen erklären, sondern sind
    im Kontext von nationalistischen und religiösen Ideologien zu bewerten.
    Eine pazifistische Antikriegsposition, auf die sich heutzutage gerne
    zurückgezogen wird, ist historisch betrachtet zudem nie Teil des
    Programms linker, sozialistischer oder kommunistischer Bewegungen oder
    Parteien gewesen. Antikriegsagitation war im besten Fall eine Kritik der
    „weißen“ Gewalt, im schlechtesten Fall bloße Paktiererei mit jeweiligen
    Blockpartnern.

    Antiimperialistische Denkblockaden einreißen

    Der Antiimperialismus als Gegenbewegung gegen den Westen, gegen
    US-Imperialismus oder Zionismus, in deren Reihenfolge auch der
    Internationalismus der deutschen Nazis steht, ist eine Sammelideologie
    der nichtstaatlichen und staatlichen emanzipationsfeindlichen
    Bewegungen, deren Kritik und Niedergang eine Chance für Befreiung von
    Nationalismus und Islamismus ermöglichen würde. Der Kampf um die offene Gesellschaft und die Möglichkeit einer Perspektive der Befreiung ist ein ständiger Abwehrkampf gegen Nazis und Islamisten. Gradmesser der Schärfe und Stärke der prinzipiell breiten Anti-Nazi-Bündnisse kann aber nicht der militante Gestus oder gar die Breite der Bündnisse sein, sondern ihr kritischer Gehalt. Wenn es nach uns ginge, sollte die Kritik des nationalistischen, völkischen Antizionismus und Antiamerikanismus, des antiimperialistischen Kampfes gegen Fremdherrschaft der rechten und islamistischen, aber auch leider linken Bewegungen, zu einer Basis antifaschistischer Kritik und Praxis werden.

    Let peace come!
    Nationalismus und Islamismus bekämpfen!
    Die Nazidemo am 5.9 in Dortmund verhindern!

    salon des communistes düsseldorf am 20.08.09

    Der Aufruf wird bisher Unterstützt von: ELA Lüdenscheid, et2c Münster

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  2. 2 Sternstunden antifaschistischer Kritik (VI) « ascetonym Pingback am 11. August 2009 um 15:03 Uhr
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