Archiv der Kategorie 'Nachrichten aus dem Dorf'

Dorfdisco der Volontär

Kleine Pause von der Pause. Anlass ist das hier:

Immer wieder gibt es engagierte Leser die dafür sorgen dass die Dorfdisco auch für Menschen die offline sind zugänglich ist. So ging zuletzt die ALI mit einem Haufen Screenshots samt Rezension unterm Arm in der örtlichen Politszene hausieren. Und auch an anderer Stelle wurden Stapel von Ausdrucken durch Kopiergeräte gejagt. Der neue Spitzenreiter in Sachen Vervielfältigung dürfte aber mit einer Auflage von 91.200 der Göttinger „Extra-Tip“ sein der in einem Artikel über das ständig geklaute Ortsschild von Atzenhausen diesen Beitrag verwurstete. Allerdings sind mir die Bezeichnungen die die ALI und Umfeld für mich bereit hält („Drogenopfer“, „Schwuchtel“ oder „paranoider Psycho“) dann doch etwas lieber als vom „Extra-Tip“ in die Nähe des stumpf sexistischen Manny Marc gerückt zu werden.


(Extra-Tip vom 17.1.2010)

Der VS am Puls der Zeit….. not

Was ich mich freue! Gleich gehts auf die Linksextremismus-Veranstaltung des RCDS mit dem Verfassungsschutz. Und da ich gelernt habe, dass insbesondere bei Veranstaltungen diese reine Konsumhaltung echt nicht gut ist, bereite ich mich mit einschlägiger Literatur für Berufsjugendliche wie mich vor:

Der Verfassungsschutz NRW hat, ganz Jugendnah, ein Comic herausgebracht in dem Andi seinen Kumpel Ben vom Linksextremismus abbringt.

„Mit der Publikation des Bildungscomics „Andi“ soll gezielt extremistischen bzw. antidemokratischen Agitatoren die Offensive durch überzeugende, an die Lebenswelt von Jugendlichen angepasste Argumentation genommen werden.“

Na dann… Inklusive Showdown beim Naziaufmarsch und Erklärung der linken Fachbergriffe (empfohlen sei an dieser Stelle besonders der Abschnitt zu „Gewalt / Gewaltmonopol des Staates“).

Gibts auch als PDF über diese Seite.

Die machen es einem aber auch echt nicht leicht…

Da versucht man nach jahrelangem zelebrieren von Autonomen- und Antifafolklore mal über den Tellerrand zu schauen, weil vielleicht doch gar nicht die Charaktermasken in Uniform und Anzug das Problem sind. Stattdessen stellt man fest, dass die BRD der toleranteste Staat ist der je auf deutschem Boden Pässe ausgegeben hat, die bürgerliche Freiheit das Problem birgt, dass sie alle gleich behandelt, der Staat das auch mit seinem Gewaltmonopol durchsetzt und genau dass das Problem ist. Dass der völkische Rassismus einer Art Verfassungspatriotismus gewichen ist und Antifapositionen zum guten Vokabular der Zivilgesellschaft gehören, ganz zu schweigen davon, dass Deutschland es ernst meint mit der Vergangenheitsbewältigung und man dringend mal dazu übergehen muss den kapitalistischen Normalvollzug zu kritisieren.

Dann läuft da aber so eine Demo am letzten Samstag durchs Dorf die von ihrer Position nun wirklich nicht so weit weg vom geläuterten Deutschland ist. Und der freieste und geläuterste Gewaltmonopolist der je auf deutschem Boden Pässe ausgegeben hat (und eine Aggrofrau der ALI) ist damit beschäftigt den Demoteilnehmern Hämatome zu verpassen und alles was irgendwie nach Links aussieht zum Feind zu erklären – während zeitgleich vier Männer eine Studentin aus Syrien gegenüber der Gedenkstelle für Conny zusammentreten, weil sie endlich mal deutsch werden solle. Die Polizei nutzte dann auch nicht ihre in der Gegend tatenlos herumstehenden Hundertschaften (eher Tausendschaften) um sich dem Fall anzunehmen bzw wenigstens mal zu schauen ob die noch in der Gegend sind. Die Faschos entkamen.

Was ich eigentlich damit sagen will: Ich hasse die Polizei von ganzem Herzen.

Nichts hier mit Servicewüste!

Ich habe mir mal die Mühe gemacht mich umzuschauen was es in der achtung!!!! B-l-o-g-o-s-p-h-ä-r-e (öfters mal Geeksprech verwenden um mehr Kompetenz vorzutäuschen) zu der Connydemo vom 14.11.09 gibt. Ich bin übrigens im Nachhinein doch sehr froh, dass nicht an der Gedenkstelle aufgelöst wurde. Bei den Massen an Gefangenentransportern hinter dem Idunazentrum muss man davon ausgehen, dass man es evtl nicht mehr auf die Juziparty am Abend geschafft hätte.

Viele Leute, falsches Pathos – Die Conny-Demo ist gelaufen, Teil 1

pseudoaction in göttingen
Zurück in die Zukunft
14.11.2009 Demo im Wanderkessel
Göttingen: Gedenken im Bullenspalier

Und jetzt noch weniger Servicewüste und Dorfdisco als GSP-Bot. Gleich zwei Veranstaltungen mit Autoren der antigeschmäcklerischen, stinklangweiligen aber weitestgehend richtiges schreibende Vierteljahreszeitschrift werden innerhalb einer Woche im Dorf durchgeführt:

Einmal von Gruppe3:


60 Jahre Grundgesetz: Kein Grund zu Feiern!
Vortrag und Diskussion mit Prof. Albert Krölls
Wann: Donnerstag 19.11.2009 Beginn: 19 Uhr
Wo: Hörsaal AP 26 des Sprachlehrzentrums, Goßlerstraße 10 (neben der Turmmensa)

Und einmal von der redical:

Wieso? Weshalb? Warum? Macht die Schule dumm?
Oder: Dummheit, eine schulisch produzierte Produktivkraft in der Demokratie

mit: Freek Huisken
Diskussionsveranstaltung | 24.11.2009 | 20 Uhr

Einen Ort für die Veranstaltungen haben die Drogenopfer von der redical anscheinend immer noch nicht gefunden.

Ja machen denn jetzt alle nur noch was sie wollen..?

Ich bin entäuscht, wütend und verletzt! Da übernehme ich Verantwortung weil ich mir bewusst bin dass wir alle die Bewegung sind und schalte einen Poll um im basisdemokratischen Entscheidungsprozess zu ermitteln wer auf wen als erstes losgehen darf . Denn auch ich halte es für problematisch wenn wieder die Lautesten sich durchsetzen (scheiss Redeverhalten!) und dadurch anderen Menschen verunmöglicht wird auch einmal als erstes eine ordentliche Auseinandersetzung auf einer Demo zu starten. Zwar beteiligten sich weit über 100Personen an der Abstimmung jedoch war auf der Demo davon nichts mehr zu spüren.
Vorallem die Polizei machte „Cops vs. Demo“ was aber gar nicht zur Abstimmung stand und auch nicht als Vorschlag eingereicht wurde. Mit deutlicher Mehrheit hatte eigentlich „Alle vs Dorfdisco“ gewonnen. Lediglich auf eine, generell eher etwas verhermt wirkende kleine Frau aus der ALI war verlass. Im schlichtem Geist, dafür aber mit um so engagiertem Tritt gegen mein Bein im Vorbeigehen konnte sie die Dorfdiscoabstimmung hochhalten noch bevor der erste Polizist anstrengend wurde. Ich werde aber irgendwie den Verdacht nicht los, dass es ihr dabei gar nicht um basisdemokratische Findungsprozesse innerhalb der Linken ging. Ich bin bestürzt!

Rundschau

Bei mir taucht ja immer diese Werbung auf… total ineffektiv: „1kg in einer Woche verlieren“ …ich habe letztes Wochenende drei Kilo in 16Stunden verloren und bestimmt auch nicht so viel mehr Geld ausgegeben. Na gut, vielleicht war ich auf der Berghaintoilette auch etwas unverschämt gierig.

Apropos Berlin und so. Mein neues Lieblingsmedium ist eindeutig der Berlin Kurrier. Der folgende Artikel ist Lyrik pur:


Motz-Demo der Linken

Mitte – Nichts kann man denen recht machen. Es ist zum Verzweifeln, aber diese Linken sind und bleiben wohl auch die Miesepeter der Nation. 20 Jahre Mauerfall. Wenn alle feiern, gehen diese Leute auf die Straße, um zu stänkern.

„Es gibt kein Ende der Geschichte. Gegen die Herrschaft der falschen Freiheit!“ Das ist ihr Demo-Motto. Los ging es ab 16 Uhr am Checkpoint Charlie. Von dort zogen die Nörgler durch Berlins-Mitte. 1200 hundert Menschen kamen. Für sie war die tolle Mauer-Party nur eine komplett überflüssige „Muss-Sause“. In der Oranienburger Straße brachen die Veranstalter ihren Marsch ab, um später in Köpenick gegen ein verbotenes Nazi-Konzert zu demonstrieren.

Nach Polizeiangaben waren rund 800 Beamte im Einsatz. Bis zum frühen Abend blieb es friedlich.

Und sonst noch…? …Dorftratsch!
Während der Oberschwurbler die Obermoralwachtel und der Möchtegernproletarier fassunglos darüber sind, dass die ALI-Schwanzverlängerung in der Hofeinfahrt der Roten Straße ergänzt wurde – ist man bei Lampe schon einen Schritt weiter.

Neuer Poll

Bald ist Connydemo in unserem Dorf und Hinz und Kunz pilgern hier her um wahlweise ihrem Hass, ihrer Nostalgie oder Sensationsgeilheit Rechnung zu tragen. Und so dürften zum ersten mal seit dem 25.10.03 in Magdeburg so viele zutiefst verfeindete Strömungen, wenn auch nicht als Gruppen, so doch immerhin als Einzelpersonen sich in der selben Demonstration wiederfinden. Spannungen sind also unumgänglich, die Frage ist nur: Wer geht auf wen als erstes los:

- SolHamburg auf die ALI weil das Arbeiterverräter sind die O-Phasen an der Uni statt Kundgebungen vor Fabriktoren abhalten

- JuzI auf ehemalige M`ler weil immer noch die Nudeln im Ausguß liegen

- ARAB auf irgendjemanden weil von dessen Bruder der Mitbewohner mal die Mutter von irgendeinem Bekannten beleidigt hat.

- Bernd L. auf den Inclub wegen der Sache mit der Freundin

- Der Würger auf Dorfdisco weil er ihn Würger genannt hat

- Alle auf Dorfdisco weil das schon lange mal nötig ist

- A:KA auf Kittkritik weil das Antisemiten sind

- Oldschoolfeministen zusammen mit Freiraumliebhabern auf einen Passanten mit Kappa Sport-Pulli, denn wer als Erster draufhaut ist der größte Antisexist.

- BFE Hannover auf Alborn vom FK4 weil sie ihn für einen leicht verwahrlosten Altlinken mit Alkoholproblemen halten der ihnen andauernd im Weg steht.

- aus Neid die ehemalige AAB auf Antifacafe Braunschweig, weil die es schaffen alle rauszumobben anstatt sich zu spalten.

- Dorfdisco auf Hallas wegen der jahrelangen Benutzung eines Jack Wolfskin Hipbags

Popfeminismus?

Female Beatz goes Savoy.

Mal was mit Fußball in der Dorfdisco

Ein Göttinger Fußballverein hat nen neuen Sponsor der sein Geld durch die Ausbeutung von Arbeitskraft verdient – so wie das bei fast allen Sponsoren des Vereins der Fall sein dürfte. Was den neuen Sponsor von den anderen unterscheidet ist, dass die Angestellten dort Sexarbeiterinnen sind und entsprechende Dienstleistungen anbieten. Und so prangt auf irgend so nem kleinen Schild am Rand von einem Göttinger Fußballfeld Werbung für ein Bordell vor den Toren Göttingens. Eigentlich ja nicht der Rede wert aber nun hat sich, pünktlich im Sommerloch, Humke-Focks (Landtagsabgeordneter von „die Linke“) und Wucherpfennig (stadtbekannter OI!-Skin, der sich nun ausgerechnet als „sportpolitischer Sprecher“ von „Göttinger Linke“ ausgibt) dem Thema angenommen und eine Presseerklärung verfasst:

„Die GöLINKE-Ratsfraktion fordert den RSV 05 auf, unverzüglich den Sponsorenvertrag mit einem Göttinger Bordell zu kündigen.
Damit seien nach Ansicht der LINKEN Grenzen des Sponsorings überschritten worden. Gerade der Verweis auf sogenannte Flatrateangebote verböte eine Werbung für ein Etablissement, das mit der sexuellen Ausbeutung von Frauen Geschäfte mache. Letztlich würden damit auch Forderungen nach Rechten für Prostituierte mit Füßen getreten. „

Das ist ja rührend wie die Beiden sich schützend vor die armen ausgebeuteten Frauen werfen, ganz dolle Partei für sie ergreifen und mit dem RSV 05 schimpfen.
Auf die Idee, dass es aber durchaus eine bewusste Entscheidung von Menschen gibt mit Sexarbeit ihrem Lohnerwerb nachzugehen kommen die beiden nicht. Stattdessen wird hier wieder mit Moralismus at it best, Leuten die Opferrolle zugeschrieben anstatt sie als soziale Akteurinnen in den Blick zu nehmen.
Gerade durch die Verweigerung Sexarbeit als kapitalistisch geprägte Dienstleitung mit allem was dazugehört anzuerkennen (eben auch Werbung zu betreiben) werden die Rechte von Sexarbeiterinnen nicht gefördert sondern bleiben prekär. So ist es erst 2002 überhaupt zu einer gesetzlichen Regelung für Prostitution mit dem Ziel diese mit anderen Arbeitsbereichen gleich zu stellen gekommen, Steuern mussten sie allerdings schon lange zuvor abdrücken. Wie stark aber das Aushalten von Arbeit mit einer gesellschaftlichen Anerkennung einher geht haben ja zuletzt die Erzieherinnen im KiTA-Streik deutlich gemacht und angeprangert. Und wo Sexarbeiterinnen und ihre Dienstleistungen gesellschaftlich stehen haben Humke- Focks und Wucherpfennig mit ihrer Pressemitteilung eindrucksvoll vermitteln, nämlich irgendwo als nicht selbstbestimmte arme Geschöpfe die pfui-Sachen machen für die man nicht werben darf. Eine Dienstleitung die sich übrigens durch den Verkauf eines intimen Eindrucks vermittelt ohne persönlich involviert zu sein, deshalb ist das Gelaber mit sexueller Ausbeutung auch so ein Quatsch.

Und anstatt, dass die Göttinger Linke, sonst immer bemüht darum der Vernichtung von Arbeitsplätzen Einhalt zu gebieten, auf die Idee kommt sich mit den Dienstleisterinnen des geschlossenen „Flatrate-Bordells“ in Fellbach zu solidarisieren, die nun keinen Arbeitsplatz mehr vorweisen können und von Abschiebung bedroht sind – hauen die Beiden nochmal drauf und meinen, „Flatrate-Bordelle“ als besonderen Verweis auf die Ausbeutung heranziehen zu müssen.

Jetzt könnte ich natürlich noch was schreiben warum es überhaupt doof ist seine Arbeitskraft verkaufen zu müssen. Mach ich aber nicht weil ich gleich meine Verkaufen muss und keine Zeit mehr dafür habe.

Wen es interessiert hier ein Artikel einer Autorin von „Sexworkers News“
Pussy Club Fellbach – Flatrate mit den Augen einer Sexarbeiterin

Bullen-Drogen-Linke-Standortlogik?

Ein letztes mal was mit Fusion. Wirklich!

Das passiert wenn in Göttingen 400 Leute zu einer Technoparty zusammenkommen:

„Mit einer gezielten Drogenrazzia hat ein Großaufgebot der Polizei Sonntagnacht (11.11.07) eine Technoparty in einem Veranstaltungsgebäude im Hagenweg vorzeitig beendet. Für den Großeinsatz unter der Federführung des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Göttingen wurden rund 300 Beamtinnen und Beamte verschiedener Dienststellen aus Hannover und Göttingen zusammengezogen.“

(Polizeibericht)
Merke: 300 Bullen, eine gesprengte Party und 100 Strafverfahren (so weit ich weiß alle eingestellt)

Das passiert wenn in Mecklenburg Vorpommern über 45.000Leute zu einer ähnlichen musikalischen Richtung zusammenkommen:

„Durch die zeitweise bis zu 50 zum Einsatz gekommenen Polizeivollzugsbeamten…
…Gegen 52 Personen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Durch die Staatsanwaltschaft ist nunmehr zu prüfen, ob es zur gerichtlichen Anklage kommt.“


(Polizeibericht)

Offensichtlich gibts bei der Polizei einen sehr weiten Ermessensspielraum wie sie mit so Veranstaltungen umgeht. Blöd nur wenn man sich in Göttingen aufhält, gut wenn man in McPomm zur Zeit der Fusion ist, wo die Bullen das Ding was am meisten Steuern in der Region abwirft nicht groß schädigen wollen.

Apropos Drogen: Dass nicht nur die Bullen im Dorf sehr anstrengend mit diesem Thema umgehen sondern auch die hiesige Linke in großen Teilen nur blöde Bemerkungen und Spießermoral diesbezüglich auf den Kasten hat , zeigt sich nicht zu letzt wenn man sich durch die diversen Monsterskommentare dazu quält. Um so bitterer, dass selbst Bündnis 90 / die Grünen inzwischen einen sachlicheren Umgang bei BTM`s fordern und damit diverse Szenefuzzis links überholen wie z.B. diese empfehlenswerte Broschüre über Ecstasy zeigt.

Stimmmmmmuuuuuuung!

Yeah! New protestsong available ! Diesmal gegen die Zensur im Internet. Bin mal gespannt auf welchen Kundgebungen oder Demos der zuerst gespielt wird… irgendetwas in Verbindung mit Après-Ski würde sich anbieten. Und jetzt Alle:

Zensi Zensa – Zensursula
Laa lala Laa Laa la la Laa
Zensi Zensa – Zensursula
Laa lala Laa Laa la la Laa

Hm, irgendwie sind Protestsongs doch immer scheiße!

Apropos Internetkontrolle: Wer zu Teufel landet über die Googlsuche nach „meine versaute ex lösung“ auf diesem Blog?

Manchmal hatten sie ja doch recht

„In Deutschland kann es keine Revolution geben, weil man dazu den Rasen betreten müßte. “
Josef W. Stalin

„Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“
(Wladimir I. Lenin)

Nachdem fast 10.000 Leute in Göttingen für ihre Verwertung durch den Kapitalismus demonstrierten, haben noch ein paar Protestierende in Absprache mit dem Uni-Präsidenten dessen Vorzimmer besetzt. Und damits nicht zu dolle wird ist der Securitydienst von der Uni gleich mal mit ins Vorzimmer eingezogen.
Wenigsten waren die Studenten irgendwann so betrunken, dass es ihnen nicht mehr um ihre Bildung ging und sie die Sache mit den Eigentumsverhältnissen auch nicht mehr auf dem Kasten hatten. Folge: Die ganze Geschichte lief etwas aus dem Ruder. Der Willhelmsplatz wurde zur Großraumdiskothek, in der Aula des Präsidiums sind ein paar Flaschen und irgendwelche anderen Sachen kaputt gegangen und durch die anliegenden Straßen stolperten gröhlende junge Menschen. Außerdem wurden ein paar Aufkleber an Wände geklebt. Die Organisatoren sind jetzt wütend und entäuscht, das Präsidium ist nicht mehr besetzt (obwohl ausgemacht war, dass sie bis zum Wochenende bleiben dürfen) und ich muss mir nicht die ganze Zeit diesen Bildungsanbiederungsquatsch anhören wenn ich durch die Stadt gehe. Schön.

„chemicalt ihr auch tags und nihct nur nachts “ *

Es gibt ja Leute die nicht müde werden zu betonen, dass bei mir eine tiefgreifende Affinität zu irgendwelchen chemischen Mittelchen vorliegen würde. Zumindest für dieses Produkt kann ich dem voll und ganz zustimmen! Ich habe es gerade erst konsumiert! Was für eine geile Scheiße, was für ein unglaublicher Genuß . Mehr davon! Wohaaaaa!!!

* ist ein Zitat

Klassenhass !?!

Ich weiß ja nicht ob es daran liegt, dass ich Arbeiterkind ohne Abitur bin, aber bei so was muss ich echt aufpassen nicht in den Klassenhass abzurutschen.
Da stellen sich so ein paar Gören hin und jammern herum, dass die Form wie sie beim Run auf die vorderen Plätze zu einander in Konkurrenz gesetzt werden, etwas übertrieben sei.

Die regen sich ernsthaft über Studiengebühren auf, wie unsozial, ungerecht, etc das alles ist und haben gleichzeitig in der Institution Schule Millionen von Leuten aus dem Rennen um die angenehmeren Positionen gedrängt – kommen aber nicht einmal dazu dies überhaupt zu erwähnen. Und anstatt das Prinzip der Konkurrenz zu kritisieren aus dem, so nett wie es auch gestaltet ist, zwangsläufig immer Gewinner und Verlierer hervorgehen, wird der Staat als Koordinator dieses Verhältnisses darum gebeten doch etwas mehr Chancen für alle die es bis zu ihnen geschafft haben, einzuräumen.
Da haben dann meine alten Schulfreunde, die sich jetzt als Sprechstundenhilfe oder Maler und Lackierer (nicht zu vergessen: Erzieher, hehe) verdingen müssen was von, wenn sie auch mal von ner Frau, nem Schwulen, nem Behinderten oder jemanden aus der Unterschicht ausgebeutet und/oder herumkommandiert werden.

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Bei Wendy hat sich in den Kommentaren zu diesem Beitrag eine Diskussion zum Freiheitsbegriff entwickelt. Die ist ganz brauchbar, da sie einen guten Crashkurs zum Für und Wider des Freiheitsbegriff von UmsGanze geworden ist (auch für Leute ohne große Vorkenntnis).

Und der Besitzer vom GroMo heult wegen ein paar Antifa-Aufklebern herum