Tag-Archiv für 'auch-im-falschen-leben-gibt-es-richtige-schweine'

Die machen es einem aber auch echt nicht leicht…

Da versucht man nach jahrelangem zelebrieren von Autonomen- und Antifafolklore mal über den Tellerrand zu schauen, weil vielleicht doch gar nicht die Charaktermasken in Uniform und Anzug das Problem sind. Stattdessen stellt man fest, dass die BRD der toleranteste Staat ist der je auf deutschem Boden Pässe ausgegeben hat, die bürgerliche Freiheit das Problem birgt, dass sie alle gleich behandelt, der Staat das auch mit seinem Gewaltmonopol durchsetzt und genau dass das Problem ist. Dass der völkische Rassismus einer Art Verfassungspatriotismus gewichen ist und Antifapositionen zum guten Vokabular der Zivilgesellschaft gehören, ganz zu schweigen davon, dass Deutschland es ernst meint mit der Vergangenheitsbewältigung und man dringend mal dazu übergehen muss den kapitalistischen Normalvollzug zu kritisieren.

Dann läuft da aber so eine Demo am letzten Samstag durchs Dorf die von ihrer Position nun wirklich nicht so weit weg vom geläuterten Deutschland ist. Und der freieste und geläuterste Gewaltmonopolist der je auf deutschem Boden Pässe ausgegeben hat (und eine Aggrofrau der ALI) ist damit beschäftigt den Demoteilnehmern Hämatome zu verpassen und alles was irgendwie nach Links aussieht zum Feind zu erklären – während zeitgleich vier Männer eine Studentin aus Syrien gegenüber der Gedenkstelle für Conny zusammentreten, weil sie endlich mal deutsch werden solle. Die Polizei nutzte dann auch nicht ihre in der Gegend tatenlos herumstehenden Hundertschaften (eher Tausendschaften) um sich dem Fall anzunehmen bzw wenigstens mal zu schauen ob die noch in der Gegend sind. Die Faschos entkamen.

Was ich eigentlich damit sagen will: Ich hasse die Polizei von ganzem Herzen.

*Werbung*

Zum 20.Todestag von Conny Wessmann gibts Aufrufe die 20 Jahre alt sein könnten und eine nicht angemeldete Demo am 14.11. um 15h am Gänseliesel. Mehr Infos

Terminauszug:


Freitag, 6.11.
19.30 Uhr, Kino Lumière
„Nichts ist vergessen und niemand!“
Infoveranstaltung zum Tod von Conny
am 17. November 1989.
Mit Videoausschnitten, Dias und Originaltexten

Samstag, 14.11.
15 Uhr, Gänseliesel: Demonstration „Kein Frieden mit Polizei- und Überwachungsstaat“
21 Uhr, JuZI: Party

Dienstag, 17.11.
ab circa 21.30 Uhr
Mahnwache am Weender Tor

good looking friend

Da schlägt mein altes Fahrradkurierherz höher. Das „Kryptonite – Mini“ sieht nicht nur todschick aus. Es ist auch praktisch um solche Szenen beim Kontakt mit rüpeligen Verkehrsteilnehmern zu vermeiden.


RIP Rodeo-Bar!

Das wars! In einer Woche gibt es es keinen einzigen Club mehr im Dorf der etwas annähernd charmantes hätte. Die Rodeobar macht dann auch dicht! Willkommen in einer Welt in der man zwischen den Locations für Abiturienten, Restefickern und BWL-Studenten auf der einen Seite und spießigen Moralisten, die Angst haben ihre heiligen Subkulturhallen könnten von Fremden beschmutzt werden, auf der anderen, wählen kann.

Die letzte Rodeobarnacht wird aber wohl leider ohne mich stattfinden müssen, da das gefürchtete „Göttinger Indoor Altstadtfest“ parallel durchgeführt wird und als einzig effektiver Schutz vor dem mit ihm einhergenden bierseligen Volksmob, lediglich die Flucht aus dem Dorf bleibt.

Auch im falschen Leben gibt es richtige Schweine II

Und deshalb finde ich diesen Absatz aus einem Redebeitrag von Frauen aus dem Iran, die inzwischen im Dorf leben, gut:

Vor 30 Jahren warfen die Gewaltmenschen der Hisbollah Steine auf Frauen und schrien „Kopftuch oder ein Schlag auf den Kopf“, was zur Installation des Regimes geführt hat.
Heute werfen Frauen und junge Mädchen Steine auf die Gewaltmenschen und schreien „Tod dem Diktator“. Dem Regime läuft es kalt den Rücken herunter, wenn es Frauen diese Parole skandieren hört.

Den ganzen Redebeitrag gibt es in der Indymedia-Kommentarspalte von diesem Bericht.